Ukraine-Krieg: Ukrainische IT-Unternehmen programmieren weiter

Startups aus Lwiw und Kiew versuchen weiterzuarbeiten, so lange es angesichts des russischen Angriffs noch geht.

Artikel veröffentlicht am , Daniel Ziegener
Das westlich gelegene Lwiw ist Heimat vieler IT-Unternehmen.
Das westlich gelegene Lwiw ist Heimat vieler IT-Unternehmen. (Bild: Darya Tryfanava/Unsplash)

Am 24. Februar haben russische Truppen begonnen, die Ukraine anzugreifen. Eines der Ziele ist die Hauptstadt Kiew. Die Millionenstadt ist nicht nur Sitz des Parlaments, sondern auch Zentrum der ukrainischen IT-Wirtschaft. Während immer mehr Städte unter dem Beschuss russischer Truppen steht, versuchen einige Firmen in Kiew und Lwiw weiterzuarbeiten.

Das Wall Street Journal berichtet, dass die meisten Technologieunternehmen in Lwiw trotz des Krieges weiterarbeiten. Das sagte Stepan Veselovskyi, Leiter des Lviv IT Cluster, gegenüber der Zeitung. "Für Unternehmen mit internationalen Kunden ist es wichtig, in Kriegszeiten am Leben zu bleiben, Steuern zu zahlen und den Menschen Gehälter zu zahlen", sagte er.

Auch wenn die nahe der polnischen Grenze gelegene Stadt im Westen der Ukraine noch nicht direkt von russischen Angriffen betroffen ist, sind dem Bericht zufolge die Auswirkungen des Krieges spürbar. Veselovskyi habe bereits Sitzungen in Kellern abgehalten, berichtet die Zeitung. Momentan zeigten viele Kunden aus der EU und den USA noch Verständnis für eingeschränkte Dienste. Viele Unternehmen befürchteten aber, dass das nicht auf Dauer so bleibe.

Mehr als eine Millionen Menschen sind bereits auf der Flucht aus der Ukraine. Laut UNHCR wird mit bis zu vier Millionen Flüchtenden gerechnet. Wie lange Unternehmen die Arbeit aufrechterhalten können, ist unklar. Am 4. März wurde Europas größtes Atomkraftwerk in Saporischschja getroffen.

Sanktionen aus der IT-Industrie

Der für viele Beobachter unerwartet starke Widerstand der ukrainischen Bevölkerung fand in Form von Molotow-Cocktails statt, aber auch mit digitalen Angriffen. Die Regierung hat aktiv versucht, freiwillige Hacker zu rekrutieren. Daran sollen sich auch Entwickler aus ukrainischen Unternehmen beteiligt haben. Zwar ist ein groß angelegter Cyberkrieg auch von russischer Seite bisher ausgeblieben, das könnte sich aber jederzeit ändern.

Auch bei den wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland spielen große Internetkonzerne, vor allem aus den USA, eine wichtige Rolle. Die Reichweite der russischen Staatsmedien RT und Sputnik wurde in der EU schrittweise eingeschränkt. Weder auf Facebook und Instagram noch auf Tiktok, Twitter oder Telegram sind die Plattformen noch erreichbar. Begründet wurde das mit der Verbreitung von Desinformation.

Härter dürften zahlreiche Liefer- und Verkaufsstopps die russische Wirtschaft treffen. Die Chiphersteller AMD und Intel kündigten an, vorerst keine Prozessoren mehr in Russland zu verkaufen. Auch Apple hat den Vertrieb von iPhones und Macs in Russland eingestellt.

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