Ukrainekrieg: Russland sperrt Instagram

In Russland funktioniert Instagram nicht mehr - die "psychische Gesundheit" der Bürger solle geschützt werden.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Ohne Hilfsmittel wie VPN-Clients ist Instagram in Russland nicht mehr verfügbar.
Ohne Hilfsmittel wie VPN-Clients ist Instagram in Russland nicht mehr verfügbar. (Bild: Reuters)

Nach Facebook und Twitter ist nun auch das Online-Netzwerk Instagram in Russland blockiert. Das bestätigten die Organisation Netblocks und Instagram-Nutzer in Russland in der Nacht zum 14. März 2022. Der Schritt war für Mitternacht angekündigt. Ohne VPN-Clients können Nutzer in Russland nicht mehr auf den Dienst zugreifen.

Die russische Medienaufsicht Roskomnadsor hatte die Sperre am 11. März 2022 bekanntgegeben. Begründet wurde sie damit, dass auf Instagram Gewaltaufrufe gegen russische Bürger, Soldaten und die Machthaber verbreitet würden.

Bürger des Landes seien auch über die Mailingliste des Portals für öffentliche Dienste über die Sperrung informiert worden, berichtete die russische Agentur Tass am Abend des 13. März 2022. Darin hieße es von Roskomnadsor, dass Russland seine eigenen wettbewerbsfähigen Internetplattformen habe, darunter die sozialen Netzwerke VKontakte und Odnoklassniki.

"Psychische Gesundheit" der Russen soll geschützt werden

"Wir hoffen, dass Ihr Übergang zu diesen Internetumgebungen schnell vonstatten geht und Sie in Zukunft neue Möglichkeiten für Kommunikation und Geschäftstätigkeit entdecken werden", zitiert Tass die Aussendung. Die Sperre solle aber auch die "psychische Gesundheit" der Bürger sicherstellen, indem sie vor Belästigungen und Beleidigungen im Internet geschützt würden.

Hintergrund für den Schritt ist eine Entscheidung des US-Konzerns Meta, zu dem neben Instagram und Facebook auch Whatsapp gehört, Aufrufe zur Gewalt gegen russische Truppen in der Ukraine zuzulassen. Als Beispiel für eine Ausnahme bei Äußerungen, die normalerweise gegen Richtlinien verstoßen hätten, nannte ein Facebook-Sprecher den Satz: "Tod den russischen Eindringlingen".

In Moskau löste das große Empörung aus. Es gibt zudem Bestrebungen, den gesamten Facebook-Konzern Meta als "extremistische Organisation" verbieten zu lassen. Die Sperrung nichtrussischer sozialer Netzwerke erschwert es immer mehr, in Russland an nicht staatlich beeinflusste Informationen zum Ukrainekrieg zu kommen.

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