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Ukraine-Krieg: Russische Hacker hatten Zugriff auf das deutsche Stromnetz

Die Polizei fahndet nach einem der Akteure der Hacking-Gruppe Berserk Bear. Diese soll im Auftrag des Geheimdienstes FSB gearbeitet haben.
/ Oliver Nickel
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Das Stromnetz in Deutschland scheint angreifbar zu sein. (Bild: Pixabay.com)
Das Stromnetz in Deutschland scheint angreifbar zu sein. Bild: Pixabay.com

Mehr als 150 Unternehmen soll die Hackergruppe Berserk Bear, auch bekannt als Dragonfly, über Sicherheitslücken ausspioniert haben. Nun werden gegen einen der mutmaßlicher Täter Ermittlungen aufgenommen. Er soll im Jahr 2017 für den russischen Geheimdienst FSB den Telekommunikationsanbieter Netcom BW, Teil des Stromdienstleisters EnBW(öffnet im neuen Fenster) , infiltriert haben. Laut Angaben des BR und des WDR ( via Tagesschau.de(öffnet im neuen Fenster) ) ging es der Hacking-Gruppe darum, Strom- und Wasserinfrastruktur für die russische Regierung auszuspionieren.

Dabei habe die Hacking-Gruppe Berserk Bear eine Sicherheitslücke der dort verwendeten Router ausgenutzt. Anschließend konnte sie auf das Netzwerk und den über die Router laufenden Internet-Traffic zugreifen. Zuvor führte der Weg aber über eine weitere Instanz. Offenbar habe der Täter sich den Zugriff über einen externen Dienstleister erarbeitet. Dieser war für die Netzwerkinfrastruktur zuständig. Anschließend konnte auf das Managementsystem des Telekommunikationsnetzes zugegriffen werden.

Stromnetz bleibt unversehrt

In der Theorie ließe sich so durch Manipulation der Konfiguration der Internetzugang temporär abschalten. Von einem solchen Vorfall ist allerdings nichts bekannt. "Die EnBW-Strom- und Gasnetzsteuerung war zu keinem Zeitpunkt betroffen, da diese in einem getrennten, extra gesicherten Netz geführt wird" , versichert das Unternehmen. Außerdem habe Netcom BW Methoden eingeführt, um in regelmäßigen Abständen die eigene Netzwerksicherheit zu testen.

Schon seit vielen Jahren warnen Sicherheitsprofis vor böswilligen Angriffen auf kritische Infrastruktur. So hat Russland etwa im Jahr 2015 das Stromnetz der Ukraine mit Malware infizieren und so einen Blackout hervorrufen können. Cyberkrieg spielt auch im aktuellen Ukraine-Krieg eine, wenn auch bisher eher untergeordnete Rolle: Bereits zu Beginn der Kriegshandlungen rief die ukrainische Regierung zur generellen Mobilmachung aller Hacking-Spezialisten des Landes auf, um sich gegen russische Angriffe zu wehren. Bisher wurden dafür meist einfache DDoS-Attacken durchgeführt.


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