Ukrainekrieg: Datenleck verrät russische Geheimdienstler

In einem Datenleck beim Essenslieferdienst Yandex Food hat das Recherchenetzwerk Bellingcat Informationen über Geheimdienstmitarbeiter entdeckt.

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Das Logo von Yandex Food
Das Logo von Yandex Food (Bild: Pixabay / Montage: Golem.de)

Ein Datenleck beim Essenslieferdienst Yandex Food hat Personen offenbart, die mit russischen Geheimdiensten in Verbindung stehen. Das hat das Recherchenetzwerk Bellingcat herausgefunden, dem die Daten vorliegen. Die geleakten Daten umfassen die Namen, Lieferadressen, Telefonnummern und Lieferanweisungen von den betroffenen Personen. Zuerst hat das Onlinemagazin The Verge berichtet.

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Bereits am 1. März meldete der Essenslieferdienst - eine Tochter von Yandex - das Datenleck. Für dieses sollen die "unehrlichen Handlungen" eines seiner Mitarbeiter verantwortlich sein. Laut Reuters sind 58.000 Personen von dem Datenleck betroffen. Die russische Kommunikations- und Zensurbehörde Roskomnadsor drohte bereits mit einem Bußgeld über 100.000 Rubel, umgerechnet derzeit rund 1.000 Euro.

Forscher von Bellingcat haben die Daten nach Hinweisen auf interessante Personen durchsucht, auf deren Daten sie bereits in früheren Recherchen gestoßen waren. So konnten sie einen Namen zu einer Telefonnummer herausfinden, über die ein Kontakt mit dem russischen Geheimdienst FSB bestanden hatte, um den Giftanschlag auf den Oppositionsführer Alexej Nawalny zu planen. Laut Bellingcat hat sich die Person auch mit ihrer Arbeits-E-Mail-Adresse bei dem Lieferdienst angemeldet, so dass die Forscher die Identität der Person weiter ermitteln konnten.

Achtung, Militärisches Sperrgebiet

Auch bei Telefonnummern, die mit dem russischen Militärgeheimdienst GRU in Verbindung gebracht werden, wurden sie fündig. So konnten sie den Namen eines Agenten herausfinden, die Zulassungsdaten seines Fahrzeuges ermitteln und ihn mit dem russischen Außenministerium in Verbindung bringen.

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Auch die Suche nach Adressen lieferte interessante Ergebnisse. So entdeckten die Forscher vier Bestellungen auf das GRU-Hauptquartier in Moskau. Die Suche nach dem FSB Special Operation Center in einem Moskauer Vorort brachte gar 20 Ergebnisse.

In den Lieferhinweisen wurden die Fahrer teils darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Lieferort um eine Militärbasis handelt. "Geschlossenes Gebiet. Fahren Sie bis zum Kontrollpunkt. Rufen Sie [Nummer] zehn Minuten vor Ihrer Ankunft an!", lautete beispielsweise eine Nachricht.

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