Ukraine-Krieg: Autonome Drohnen sollen russische Soldaten getötet haben
Bei einem militärischen Testlauf im Ukraine-Krieg haben vollautonome Drohnen offenbar russische Soldaten getötet. Wie das Magazin New Scientist berichtet(öffnet im neuen Fenster), fand das einmalige Experiment im Rahmen einer ukrainischen Gegenoffensive in der Nähe der Städte Bachmut und Tschassiwar statt.
Zehn vorprogrammierte Quadcopter flogen demnach selbstständig in das Frontgebiet. Nach der Aktivierung eines KI-gestützten Modus suchten die Systeme ohne menschliches Eingreifen nach Zielen und griffen diese an. Eine Videoübertragung des Angriffs existierte nicht. Menschliche Drohnenpiloten fanden im Nachgang tote Soldaten und einen zerstörten Lastkraftwagen vor, woraus die Verantwortlichen den tödlichen Ausgang des autonomen Angriffs ableiteten.
Alexander Kokhanovskyy, Chef des ukrainischen Drohnenherstellers Aero Center, lieferte die Technologie für diesen Test, war jedoch persönlich nicht vor Ort anwesend. Offiziell untersagt die ukrainische Regierung den Einsatz von künstlicher Intelligenz in der finalen Phase der Zielbekämpfung. Ein Militärkommandeur betonte, dass die Streitkräfte im Regelfall ausschließlich semiautonome Systeme nutzen, bei denen Menschen die Letztentscheidung treffen, um das Völkerrecht zu wahren.
Der vollautonome Einsatz birgt zudem operative Risiken wie Eigenbeschuss. Das Büro der Vereinten Nationen für Abrüstungsfragen (Unoda) definiert letale autonome Waffensysteme als Komplexe, die ihre Funktionen ohne menschliche Steuerung ausführen. Das US-Verteidigungsministerium beschreibt sie als Systeme, die nach der Aktivierung selbstständig Ziele auswählen und bekämpfen.
Widersprüche zur aktuellen Lageberichterstattung
Vollautonome Waffen, die eigenständig komplexe Ziele in unvorhersehbaren Umgebungen bekämpfen, sind laut Kateryna Bondar, einer ehemaligen Beraterin der ukrainischen Regierung, in einem Bericht für das Center for Strategic and International Studies (CSIS) noch keine Realität auf dem Schlachtfeld. In der Publikation(öffnet im neuen Fenster) schreibt die Expertin, dass die Entwicklung sehr weit von autonomen Killerrobotern entfernt sei. Dieser Einschätzung widersprechen die Berichte über den Testlauf bei Bachmut.
Allerdings nimmt die Integration teilautonomer Funktionen für die Navigation in der Praxis zu. Da elektronische Kampfführung die Funkverbindungen und GPS-Signale stört, setzen die ukrainischen Streitkräfte verstärkt auf KI-gestützte Navigation. Laut CSIS-Bericht(öffnet im neuen Fenster) stieg die Erfolgsquote von Angriffen dadurch von 10 bis 20 Prozent auf 70 bis 80 Prozent. Die ukrainische Rüstungsindustrie konzentriert sich auf kleine KI-Modelle, die auf günstigen Chips mit geringer Rechenleistung laufen und als eigenständige Module auch in FPV-Drohnen integriert werden können.
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