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Ukrainekrieg: Anonymous hackt Rosneft und löscht iPhones

Anonymous hat den russischen Energiekonzern Rosneft gehackt und 20 TByte Daten kopiert, darunter Backups von Führungskräften.
/ Moritz Tremmel
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Anonymous hat Rosneft gehackt. (Bild: FotoArt-Treu/Pixabay)
Anonymous hat Rosneft gehackt. Bild: FotoArt-Treu/Pixabay

Das Hacktivisten-Kollektiv Anonymous hat die deutsche Niederlassung des russischen Energiekonzerns Rosneft gehackt und nach eigenen Angaben großen Schaden angerichtet. So sollen beispielsweise die Daten von 59 Apple-Geräte aus der Ferne zerstört worden sein – mit der Security-PIN 1234. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat einen entsprechenden Angriff auf die Rosneft Deutschland GmbH bestätigt.

Rosneft ist ein staatlicher Konzern und Russlands größter Ölproduzent. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). "Mit etwas mehr Zeit hätte man auch gern noch eine Kündigung an Schröder verschickt," sagten die Hacktivisten dem Spiegel(öffnet im neuen Fenster) , die sich nach eigenen Angaben(öffnet im neuen Fenster) zwei Wochen unbemerkt in den Systemen Rosnefts bewegten.

Die Aktivisten betonten, dass keine kritische Infrastruktur in Gefahr gewesen sei. Auch seien keine Steuerungsfunktionen in Mitleidenschaft gezogen worden. Es habe von Seiten der Aktivisten gar kein Interesse daran bestanden, auf solche Systeme zuzugreifen oder sie zu stören.

Backups der Rosneft-Laptops heruntergeladen

Insgesamt will Anonymous 20 TByte bei dem deutschen Ableger von Rosneft erbeutet haben. Diese enthalten unter anderem die Backups der Laptops von Rosneft-Beschäftigten und -Führungskräften sowie die Festplatten-Images eines Mailservers. Die Daten würden derzeit noch gesichtet. Eine Veröffentlichung aller Daten sei jedoch nicht geplant. "Denn der Effekt eines öffentlichen Leaks wäre geringer als der Gewinn, den Mitbewerber daraus ziehen könnten," heißt es von Anonymous.

Rosneft hat laut Spiegel bereits Anzeige erstattet. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und das BKA mit weiteren Ermittlungen beauftragt. Rosneft zeichnet nach eigenen Angaben für rund ein Viertel der Rohölimporte nach Deutschland verantwortlich. Wegen seiner Rolle als wichtiger Energielieferant zählt das Unternehmen zur kritischen Infrastruktur (Kritis) und ist zu einer Meldung von Sicherheitsvorfällen an das BSI verpflichtet.


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