Ukraine: Flugzeug schießt mit Drohnen auf Drohnen
Wie The War Zone berichtet(öffnet im neuen Fenster), trägt ein ukrainisches Turboprop-Flugzeug des Typs An-28(öffnet im neuen Fenster), das bislang mit einem M134-Minigun(öffnet im neuen Fenster) auf russische Einwegdrohnen Jagd machte und laut Pilot Tymur Fatkullin bereits 222 Abschüsse vorweisen kann, jetzt zusätzlich zwei Typen ukrainischer Abfangdrohnen unter den Tragflächen: die Skyfall P1-Sun(öffnet im neuen Fenster) und die Merops AS-3 Surveyor(öffnet im neuen Fenster). Fatkullin bezeichnete die luftgestartete P1-Sun als "billige Luft-Luft-Rakete" und bestätigte, dass das System bereits im echten Gefecht erprobt wurde.
Die P1-Sun besteht aus einem modularen, per 3D-Druck gefertigten Rahmen, erreicht bis zu 450 km/h und fliegt auf bis zu 5.000 Meter Höhe – schnell genug, um unter bestimmten Bedingungen auch strahlgetriebene Varianten wie die russische Geran-3(öffnet im neuen Fenster) abzufangen. Die AS-3 Surveyor ist aufwendiger: Sie kann autonom oder per Fernsteuerung operieren, verfolgt Ziele mit eigenen Sensoren und zerstört sie durch Rammen oder Näherungszünder. Stückpreis derzeit rund 15.000 US-Dollar – bei höheren Stückzahlen soll er auf 3.000 bis 5.000 US-Dollar fallen. Eine russische Shahed kostet schätzungsweise das Drei- bis Zehnfache.
Höhe bringt der Abfangdrohne Reichweite und Zeit
Der Luftstart bringt entscheidende Vorteile: Die An-28 bringt die Abfangdrohne näher ans Ziel und nutzt ihre eigene Bordoptik zur Ortung. Die Besatzung arbeitet mit Fluglotsen zusammen, ein Kameraoperator überwacht eine Infrarotkamera, die restliche Crew fliegt mit Nachtsichtgeräten. Der Start aus der Höhe verleiht der Abfangdrohne zusätzliche Reichweite und verkürzt die Reaktionszeit gegenüber einem Bodenstart erheblich. Hinzu kommt die Kurzstartfähigkeit der An-28 – das Flugzeug operiert von einfachen Pisten aus, was es schwerer angreifbar macht.
Russland produziert 2.000 Shaheds im Monat
Russland fertigt derzeit laut The War Zone rund 2.000 Shaheds und Gerans pro Monat und hat angekündigt, diese Zahl deutlich zu steigern. Leichte ukrainische Luftfahrzeuge sind bereits für 10 bis 12 Prozent aller ukrainischen Drohnenabschüsse verantwortlich. Das An-28-Konzept lässt sich auf andere Plattformen übertragen – bewaffnete Yak-52-Trainer(öffnet im neuen Fenster), Hubschrauber oder unbemannte Mutterdrohnen sind denkbar.
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