Ukraine: Cyberangriff kostet Kyivstar bisher rund 83 Millionen Euro
Eine Hackergruppe hat Ende 2023 den ukrainischen Telekommunikationsdienstleister Kyivstar attackiert und damit Millionen von Kunden für mehrere Tage vom Internet getrennt. Nun äußerte sich das Unternehmen zu den finanziellen Auswirkungen dieses Vorfalls. Laut Reuters(öffnet im neuen Fenster) gab Kyivstar bisher insgesamt 3,6 Milliarden Hrywnja (rund 83 Millionen Euro) aus, um die Folgen des Angriffs zu bewältigen.
Das Geld floss demnach nicht nur in die Behebung entstandener Schäden, sondern ebenso in zusätzliche Schutzmaßnahmen für bestehende Infrastrukturen sowie in die Finanzierung eines Treueprogramms für Kyivstar-Kunden.
Auch das Wachstum von Kyivstar sei durch den Vorfall beeinträchtigt worden, heißt es. "Vor dem Cyberangriff hatten wir im Jahr 2023 ein quartalsweises Wachstum von 11 bis 12 Prozent" , erklärte CEO Oleksandr Komarov diesbezüglich. Der Hackerangriff habe jedoch letztendlich etwa 3 Prozent des jährlichen Wachstums verschlungen.
Kunden bleiben Kyivstar angeblich treu
Wie Interfax-Ukraine(öffnet im neuen Fenster) unter Verweis auf Angaben von Komarov berichtet, wurden durch den Cyberangriff etwa 70 Prozent der virtuellen Netzwerkinfrastruktur von Kyivstar zerstört. Diese Infrastruktur setze auf ein physisches Netzwerk auf, das über die gesamte Ukraine verteilt sei. Ferner seien bei dem Vorfall 4.800 von insgesamt 5.000 virtuellen Servern geschädigt worden.
Beim Wiederaufbau des Netzwerks habe das Unternehmen seine Herangehensweise nun aber "erheblich geändert" . Obendrein betonte Komarov, es seien infolge des Cyberangriffs keine Kunden abgewandert. Und auch mit dem Vorfall verbundene Klagen gegen Kyivstar gebe es seitens der Kunden des Anbieters bisher nicht.
Frühere Untersuchungen hatten gezeigt , dass die Angreifer schon vor dem Ausfall mehrere Monate Zugriff auf das Kyivstar-Netz hatten. Der eigentliche Angriff begann am 12. Dezember 2023, woraufhin rund 24 Millionen Ukrainer für mehrere Tage vom Internet getrennt waren. Es wird angenommen, dass die mit dem russischen Militärgeheimdienst verbundene Hackergruppe Sandworm hinter dem Angriff steckt. Diese wurde schon zuvor mit Cyberangriffen auf Ziele in der Ukraine in Verbindung gebracht.
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