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Ukraine: Chatbot erreicht 200.000 Nutzer zum Melden russischer Armee

Der ukrainische Staat nutzt im Krieg eine etwas andere Form des Crowdsourcings, um russische Truppen aufzuspüren – offenbar mit großem Erfolg.
/ Sebastian Grüner
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Ein zerstörter russischer Mehrfachraketenwerfer in der Nähe von Charkiw. (Bild: REUTERS/Maksim Levin)
Ein zerstörter russischer Mehrfachraketenwerfer in der Nähe von Charkiw. Bild: REUTERS/Maksim Levin

Nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine setzen die staatlichen Akteure des überfallenen Staates auf zahlreiche digitale Mittel, um die Verteidigung und die entsprechende Organisation zu bewerkstelligen. Dazu gehört auch ein Chatbot für die Telegram-Plattform, mit dem Informationen zu russischen Truppen oder Fahrzeugen von Bürgern des Landes direkt an die Verantwortlichen geschickt werden können. Der Bot ist bereits von mehr als 200.000 Nutzern eingesetzt worden.

Das berichtet der stellvertretende Ministerpräsident der Ukraine und Minister für digitale Transformation, Mychajlo Fedorow, auf seinem offiziellen Telegram-Kanal(öffnet im neuen Fenster). Derzeit gibt es keine Informationen darüber, wie viele einzelne Meldungen über den Bot eingegangen sind und wie hilfreich diese letztlich waren.

Der Bot heißt Evorog(öffnet im neuen Fenster) (єВорог), was in etwa "Hier ist ein Feind" bedeutet. In der Beschreibung auf Telegram heißt es zu Evorog: "Wenn Sie die Besatzer oder ihre Ausrüstung sehen, schreiben Sie sofort darüber im Bot. Gemeinsam werden wir Beweise für den Angriff sammeln und schnell zurückschlagen". Laut Angaben von Fedorow werden die Informationen direkt an das ukrainische Militär weitergeleitet und dienen hauptsächlich der Geolokalisierung der russischen Truppen.

Die Meldung über die Anzahl der Nutzer durch Fedorow ist Teil einer Update-Nachricht für den Chatbot, in der es auch heißt, dass der Bot inzwischen aussagekräftigere Informationen sammeln soll. Außerdem soll die Nutzung durch "Saboteure", die Falschinformationen melden, besser erkannt werden. Erstmals vorgestellt hatte Fedorow den Chatbot vor rund zwei Wochen(öffnet im neuen Fenster). Details dazu, wie die Daten verarbeitet werden, also zum Beispiele maschinell oder manuell, sind derzeit nicht bekannt.

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