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Ukraine: Billige Abfangrakete soll Patriot-Lücke schließen

700.000 Dollar statt 3,8 Millionen, und trotzdem soll die von der Ukraine entwickelte Abfangrakete andere Raketen abfangen können.
/ Michael Linden
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FP-7.x (Bild: Firepoint)
FP-7.x Bild: Firepoint

Die ukrainische Rüstungsfirma Fire Point(öffnet im neuen Fenster) hat einen ersten Flugtest der Rakete FP-7.x(öffnet im neuen Fenster) abgeschlossen, wie die Financial Times (FT) berichtet(öffnet im neuen Fenster). Das System soll ballistische Raketen und Drohnen von Russland abfangen, kostet aber nur einen Bruchteil eines Patriot-PAC-3-Systems. Mitgründer Denys Shtilierman nannte den Test laut FT "einigermaßen erfolgreich". Die Serienproduktion könnte im August 2026 beginnen, die ersten Raketen stehen laut aktuellem Stand frühestens 2027 bereit.

Patriot-Abhängigkeit wird zum Problem

Lockheed Martin produziert zwar Hunderte Patriot-Raketen pro Jahr, doch ein erheblicher Teil dieser Kapazität soll in die Auffüllung von Beständen fließen, die im Iran-Konflikt aufgebraucht wurden, so die FT. Der ukrainische Ex-Außenminister Dmytro Kuleba hat öffentlich bezweifelt, dass die Ukraine weiterhin auf Patriot-Lieferungen zählen kann. Präsident Selenskyj äußerte sich ähnlich.

Wie funktioniert das System? – Radar plus Infrarot, aber mit Einschränkungen

Die FP-7.x soll bis auf etwa 25 Kilometer Höhe steigen und schnell genug fliegen, um ballistische Ziele abzufangen. Zur Zielführung kombiniert sie Radarsteuerung mit einem Infrarotsuchkopf für die Endphase. Genau dort liegt ein bekanntes Problem: Infrarot-Seeker gelten als anfällig für Gegenmaßnahmen, was die Leistung der Waffe einschränken kann. Für den Infrarotsuchkopf ist Fire Point nach eigenen Angaben in Gesprächen mit dem deutschen Rüstungsunternehmen Diehl Defence.

Europäisches Gesamtsystem namens Freyja

Die FP-7.x ist nur eine Komponente. Das übergeordnete Luftabwehrsystem Freyja soll Radar, Tracking und Führungstechnologie von europäischen Partnern integrieren. Fire Point nennt keine Namen, Beobachter verweisen aber auf mögliche Kooperationen mit Hensoldt, Thales, Leonardo und Kongsberg.


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