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Ukraine: Atomenergiebehörde befürchtet weiteren AKW-Beschuss

Die Atomenergiebehörde IAEA will dauerhaft die Situation im besetzten Atomkraftwerk Saporischschja überwachen.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja (Bild: IAEA/Reuters)

Angesichts des andauernden Beschusses des von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerks Saporischschja bangen internationale Experten nach einem Besuch um dessen Sicherheit. Seine größte Sorge bleibe, dass das AKW durch weiteren Beschuss schwer beschädigt werden könnte, sagte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, in Wien. Zwar seien Schäden offenkundig und inakzeptabel, aber wichtige Sicherheitselemente wie die Stromversorgung des Kraftwerks funktionierten.

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Auch die Zusammenarbeit zwischen den russischen Besatzern und dem ukrainischen Personal laufe auf professioneller Ebene einigermaßen, sagte Grossi am 2. September nach seiner Rückkehr aus der Ukraine am Flughafen Wien. Er erwarte eine genaue Analyse der Sicherheit des Kraftwerks durch seine dort verbliebenen Experten im Laufe der kommenden Woche. Noch seien sechs IAEA-Experten beim Atomkraftwerk. Vier würden zurückkehren, zwei bis auf Weiteres dort bleiben.

Er habe nicht den Eindruck, dass die russischen Besatzer etwas verborgen hätten. "Wir haben alles gesehen, was ich sehen wollte", sagte Grossi. Ein entscheidender Unterschied zu vorher sei auch, dass er nun aus eigenen Quellen erfahre, was dort passiere.

Ukraine und Russland stimmen zu

Der IAEA-Chef betonte erneut, dass er die Mission seiner Behörde als permanent ansehe: "Die IAEA ist da, um so lange wie nötig zu bleiben." Dazu gebe es aktuell die Zustimmung der Ukraine und Russlands. Dass sich die Dinge ändern könnten, sei ihm klar. Am meisten sorge ihn derzeit, dass das Kriegsgeschehen rund um das Kraftwerk an Intensität zunehme, sagte Grossi.

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Die IAEA-Experten sind seit Donnerstag in der Kraftwerksstadt Enerhodar. Das AKW Saporischschja kam Anfang März kurz nach dem russischen Einmarsch unter die Kontrolle Moskaus. Wiederholter Beschuss des Kraftwerksgeländes und der benachbarten Stadt haben international Ängste vor einer möglichen Atomkatastrophe erhöht. Russland und die Ukraine werfen sich immer wieder gegenseitig Artilleriebeschuss vor.

Das AKW ist mit seinen sechs Blöcken und einer Nettoleistung von 5.700 Megawatt das größte Atomkraftwerk Europas. Vor Kriegsbeginn arbeiteten dort mehr als 10.000 Menschen.