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UI-Framework: Qt-Fork könnte KDE Probleme bringen

Bisher erzwingt eine Vereinbarung mit der KDE-Community eine gewisse Offenheit von Qt. Ein harter Fork könnte das mittelfristig ändern.
/ Sebastian Grüner
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Das KDE-Projekt nutzt Qt, unter anderem auch für Plasma Mobile. (Bild: KDE)
Das KDE-Projekt nutzt Qt, unter anderem auch für Plasma Mobile. Bild: KDE

In der Diskussion um die neuen Lizenzbedingungen für Qt und dessen Support-Modell mit Qt 6 ist immer wieder auch ein Community-Fork(öffnet im neuen Fenster) des freien Codes des C++-Frameworks ins Spiel gebracht worden. Wie das langjährige KDE-Community-Mitglied Cornelius Schumacher auf der Fosdem sagte(öffnet im neuen Fenster), könnte das aber für einige Nachteile sorgen. Schumacher, der auch als KDE-Vereinsvorsitzender diente, bezieht sich in seiner Argumentation vor allem auf die bestehende Vereinbarung der KDE-Community mit Qt, die der Open-Source-Gemeinde einige Vorteile bringt.

Konkret handelt es sich dabei um eine Lizenzvereinbarung der KDE Free Qt Foundation mit dem Eigner von Frameworks Qt, die sicher stellt, dass das Framework unter einer BSD-Lizenz veröffentlicht werden darf, falls mehr als 12 Monate lang keine freie Version des Frameworks bereitgestellt wird. Zuletzt ist die Vereinbarung vor rund fünf Jahren deutlich erweitert worden. Schumacher hat in seinem Vortrag weitere Details zu der Vereinbarung vorgestellt sowie ausführlich erklärt, wie es überhaupt vor mehr als zwei Jahrzehnten zu dem Vertrag gekommen ist.

Ein Fork bringt Probleme

In Bezug auf einen möglichen Qt-Fork heißt es in dem Vortrag von Schumacher nun aber, dass solch ein Fork die Qt-Community wohl dauerhaft spalten würde. Darüber hinaus sei Fork eben auf den verfügbaren GPL-Code beschränkt, was etwa eine Kopie des Geschäftsmodells des Qt-Unternehmens nicht möglich macht, im Gegensatz zu der Vereinbarung der KDE Free Qt Foundation. Die langfristige Pflege und Weiterentwicklung von Qt müsste dann also innerhalb des Community-Forks erst abgesichert werden können.

Der Fork könnte außerdem zur Folge haben, dass KDE genau genommen nicht mehr den Quellcode von Qt nutzt, was wiederum Voraussetzung für die Vereinbarung der beiden ist. Der Vertrag könnte dann jedoch beendet werden, sodass der derzeit immer mögliche Zwang zur vollständigen Offenlegung von Qt eben nicht mehr besteht. Der über Jahrzehnte erarbeite Vorteil der KDE-Community gegenüber den Eignern von Qt wäre damit hinfällig, was wohl nicht im Interesse der Beteiligten sein dürfte.

Inwiefern die Entwicklung von KDE-Projekten oder anderer Software, die auf Qt basiert, letztlich tatsächlich von dem neuen Lizenz- und Pflegemodell von Qt beeinträchtigt wird, muss sich aber erst noch zeigen. Ob ein echter Fork also überhaupt notwendig wird, ist derzeit nicht abzusehen. Im vergangenen Jahr haben die Beteiligten hierbei mehrfach beschwichtigt. Unterdessen bereiten sich einige Teile der KDE-Community bereits auf den Wechsel auf Qt 6 vor, für das die neuen Regeln gelten werden.


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