UI-Framework: Qt-Fork könnte KDE Probleme bringen

Bisher erzwingt eine Vereinbarung mit der KDE-Community eine gewisse Offenheit von Qt. Ein harter Fork könnte das mittelfristig ändern.

Artikel veröffentlicht am ,
Das KDE-Projekt nutzt Qt, unter anderem auch für Plasma Mobile.
Das KDE-Projekt nutzt Qt, unter anderem auch für Plasma Mobile. (Bild: KDE)

In der Diskussion um die neuen Lizenzbedingungen für Qt und dessen Support-Modell mit Qt 6 ist immer wieder auch ein Community-Fork des freien Codes des C++-Frameworks ins Spiel gebracht worden. Wie das langjährige KDE-Community-Mitglied Cornelius Schumacher auf der Fosdem sagte, könnte das aber für einige Nachteile sorgen. Schumacher, der auch als KDE-Vereinsvorsitzender diente, bezieht sich in seiner Argumentation vor allem auf die bestehende Vereinbarung der KDE-Community mit Qt, die der Open-Source-Gemeinde einige Vorteile bringt.

Stellenmarkt
  1. Informatiker / Ingenieur (m/w/d) (FH) / Bachelor für die Applikationsbetreuung / Entwicklung
    Bayerisches Landeskriminalamt, Königsbrunn
  2. ERP Consultant / Projektmanager (m/w/d)
    Rhenus Media Systems GmbH & Co. KG, Augsburg (Home-Office möglich)
Detailsuche

Konkret handelt es sich dabei um eine Lizenzvereinbarung der KDE Free Qt Foundation mit dem Eigner von Frameworks Qt, die sicher stellt, dass das Framework unter einer BSD-Lizenz veröffentlicht werden darf, falls mehr als 12 Monate lang keine freie Version des Frameworks bereitgestellt wird. Zuletzt ist die Vereinbarung vor rund fünf Jahren deutlich erweitert worden. Schumacher hat in seinem Vortrag weitere Details zu der Vereinbarung vorgestellt sowie ausführlich erklärt, wie es überhaupt vor mehr als zwei Jahrzehnten zu dem Vertrag gekommen ist.

Ein Fork bringt Probleme

In Bezug auf einen möglichen Qt-Fork heißt es in dem Vortrag von Schumacher nun aber, dass solch ein Fork die Qt-Community wohl dauerhaft spalten würde. Darüber hinaus sei Fork eben auf den verfügbaren GPL-Code beschränkt, was etwa eine Kopie des Geschäftsmodells des Qt-Unternehmens nicht möglich macht, im Gegensatz zu der Vereinbarung der KDE Free Qt Foundation. Die langfristige Pflege und Weiterentwicklung von Qt müsste dann also innerhalb des Community-Forks erst abgesichert werden können.

Der Fork könnte außerdem zur Folge haben, dass KDE genau genommen nicht mehr den Quellcode von Qt nutzt, was wiederum Voraussetzung für die Vereinbarung der beiden ist. Der Vertrag könnte dann jedoch beendet werden, sodass der derzeit immer mögliche Zwang zur vollständigen Offenlegung von Qt eben nicht mehr besteht. Der über Jahrzehnte erarbeite Vorteil der KDE-Community gegenüber den Eignern von Qt wäre damit hinfällig, was wohl nicht im Interesse der Beteiligten sein dürfte.

Golem Karrierewelt
  1. Airtable Grundlagen: virtueller Ein-Tages-Workshop
    17.02.2023, Virtuell
  2. Data Engineering mit Python und Spark: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    18./19.01.2023, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Inwiefern die Entwicklung von KDE-Projekten oder anderer Software, die auf Qt basiert, letztlich tatsächlich von dem neuen Lizenz- und Pflegemodell von Qt beeinträchtigt wird, muss sich aber erst noch zeigen. Ob ein echter Fork also überhaupt notwendig wird, ist derzeit nicht abzusehen. Im vergangenen Jahr haben die Beteiligten hierbei mehrfach beschwichtigt. Unterdessen bereiten sich einige Teile der KDE-Community bereits auf den Wechsel auf Qt 6 vor, für das die neuen Regeln gelten werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


wurstdings 12. Feb 2021

Ich überlege gerade welche Menschen z.B. nach der DDR im Osten aus ihrer Armut befreit...

Beebo 09. Feb 2021

Qt hat die Lizenz Änderungen im März 2020 bekannt gegeben. Die Rufe nach einen Fork...

Mandri 09. Feb 2021

Egal wo die jetzt arbeiten. Damals haben sie genau wegen solcher zu erwartenden...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Netztest
Telekom hat laut Connect das fast perfekte Mobilfunknetz

Bei der Reichweite der Breitbandversorgung überholt Telefónica den Konkurrenten Vodafone. Die Telekom erhält 952 von maximal 1.000 Punkten.

Netztest: Telekom hat laut Connect das fast perfekte Mobilfunknetz
Artikel
  1. Cybermonday: CPU-Kaufberatung für Spieler
    Cybermonday
    CPU-Kaufberatung für Spieler

    Wir erklären, wann sich ein neuer Prozessor wirklich lohnt und wann man doch lieber warten oder in eine Grafikkarte investieren sollte.
    Von Martin Böckmann

  2. Netzwerkprotokoll: Was Admins und Entwickler über IPv6 wissen müssen
    Netzwerkprotokoll
    Was Admins und Entwickler über IPv6 wissen müssen

    Sogar für IT-Profis scheint das Netzwerkprotokoll IPv6 oft ein Buch mit sieben Siegeln - und stößt bei ihnen nicht auf bedingungslose Liebe. Wir überprüfen die Vorbehalte in der Praxis und geben Tipps.
    Von Jochen Demmer

  3. 400.000 Ladepunkte: Audi startet Ladesäulen-Tarif mit bis zu 0,81 Euro pro kWh
    400.000 Ladepunkte
    Audi startet Ladesäulen-Tarif mit bis zu 0,81 Euro pro kWh

    Am 1. Januar 2023 will Audi seinen Ladedienst Audi Charging starten. Bis zu 0,81 Euro pro kWh werden verlangt.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Monday bei Media Markt & Saturn • Nur noch heute: Black Friday Woche bei Amazon & NBB • MindStar: Intel Core i7 12700K 359€ • Gigabyte RX 6900 XT 799€ • Xbox Series S 222€ • Gamesplanet Winter Sale - neue Angebote • WD_BLACK SN850 1TB 129€ [Werbung]
    •  /