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Ufo-Whistleblower: Selbst der perfekte Aliens-Zeuge Grusch kann falsch liegen

Die Aussagen von David Grusch über UFOs sind spektakulär. Er wirkt glaubwürdig – das heißt aber nicht, dass es schon den Erstkontakt gab.
/ Peter Steinlechner
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Vereidigung von David Grusch vor dem US-Kongress (Bild: Drew Angerer/Getty Images)
Vereidigung von David Grusch vor dem US-Kongress Bild: Drew Angerer/Getty Images

Ich wünsche mir sehr, dass David Grusch mit seinen Aussagen vor dem US-Kongress dazu beiträgt, dass wir demnächst alles über außerirdische Besucher und ihre Raumschiffe erfahren. Allerdings glaube ich nicht, dass es so kommt – obwohl Grusch fast schon so etwas wie der perfekte Zeuge war.

Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter hat unter Eid ausgesagt, und wir können ja wohl davon ausgehen, dass seine Angaben über seinen Lebenslauf und seine beruflichen Positionen stimmen. Ich fand auch seine Aussagen überzeugend: Grusch hat einfach nur seine Sicht der Dinge geschildert.

Er wollte keine erkennbare Botschaft in die Welt tragen und scheint keine auffälligen narzisstischen Charakterzüge zu haben – das ist kein Mensch, der es darauf anlegt, den Rest seines Lebens durch Talkshows zu tingeln.

Bei ein paar Punkten ist Grusch zwar ins Schwimmen gekommen, etwa beim Thema interstellares Reisen (" Multidimensionalität ") und bei seiner schwachen Erklärung, warum überlegene Raumschiffe offenbar einen starken Hang zu Unfällen haben.

Aber als Zeuge für ein UFO-Programm muss er auch gar nicht alle Merkwürdigkeiten, die es um Aliens sicherlich gibt, bis ins Detail erklären können.

Kurz: Grusch ist vermutlich überzeugt, die Wahrheit gesagt zu haben. Leider heißt das nicht, dass die USA tatsächlich Außerirdische gefunden haben. Es gibt allzu viele andere Erklärungen, und die wahrscheinlichste ist meiner Meinung nach: Mit den Aliens will das Pentagon (oder wer auch immer) von anderen, sehr irdischen Themen ablenken.

Ich stelle mir das vor wie Eltern, die ihren Kindern erzählen, dass im Keller ein Geist spukt – geht da bloß nicht tunter! Tatsächlich soll damit nur die Weinsammlung geschützt werden, so lange es halt geht.

Auch in den US-Behörden könnte mit abenteuerlichen Geschichten über Aliens von tatsächlich problematischen Vorgängen und missbräuchlich verwendeten Steuergeldern abgelenkt werden wollen. In der Anhörung wurde auch klar, dass das keinen der Politiker wirklich überraschen würde. Grusch könnte einer bewusst gelegten falschen Fährte gefolgt sein.

Klingt abenteuerlich? Mag sein, aber selbst wenn: Es ist in jedem Fall sehr (!) viel wahrscheinlicher als die Sache mit den abgestürzten Raumschiffen und der großen Vertuschung.

Aliens am Meeresgrund?

Übrigens: Derzeit gibt es noch eine weitere Suche nach Aliens, und die erscheint mir etwas aussichtsreicher. Der Wissenschaftler Avi Loeb lässt gerade in mehreren Laboratorien (eines davon in Deutschland) seine am Meeresgrund gesammelten Späne eines möglicherweise interstellaren Objekts untersuchen.

Weil sich der Brocken bei seinem Absturz als erstaunlich stabil erwiesen hat, hofft Loeb, dass das an seiner von intelligenten Wesen durchgeführten Konstruktion liegt – was man bei den Analysen eventuell erkennen könnte.

Die Ergebnisse sollen in den nächsten Wochen publiziert werden. Auch wenn an der Sache wahrscheinlich ebenfalls nichts dran ist: Ich vermute, dass unser Erstkontakt mit Aliens eher auf eine solche unspektakuläre Weise stattfinden wird.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).


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