Übung zeigt Schwächen auf: US-Truppen von ukrainischen Drohnen überlegen geschlagen
Amerikanische Panzereinheiten wurden bei einem gemeinsamen Manöver in Deutschland wiederholt von ukrainischen Drohnenoperateuren aufgespürt und ausgeschaltet, wie dem Wall Street Journal mit der Übung vertraute Personen berichten dem Wall Street Journal berichten(öffnet im neuen Fenster) (Paywall). Das Ergebnis schürt die Sorge, dass sich die US-Streitkräfte nicht ausreichend an die Drohnentaktiken angepasst haben, die sich in mehr als vier Jahren Krieg in der Ukraine entwickelt haben.
Die Übung mit dem Namen Combined Resolve fand im April und Mai 2026 auf dem Truppenübungsplatz in Hohenfels(öffnet im neuen Fenster) statt. Rund 3.500 US-Soldaten, überwiegend aus dem 3. Armored Brigade Combat Team der 1. Cavalry Division, traten gegen eine gegnerische Truppe an, die durch ukrainische Soldaten des 412. Regiments der Unmanned Systems Forces(öffnet im neuen Fenster), bekannt als Nemesis, verstärkt wurde.
Ukrainische Drohnen fanden Ziele in Windeseile
Einem Teilnehmer und mehreren US-Offiziellen zufolge spürten ukrainische Aufklärungsdrohnen amerikanische Panzerfahrzeuge größtenteils anhand der Staubwolken auf, die diese bei der Fahrt aufwirbelten, so das Wall Street Journal. Anschließend folgten Sprengdrohnen und First-Person-View-Drohnen, die Fahrzeuge trafen und im Rahmen der Übung als Abschüsse gezählt wurden.
Da natürlich keine scharfe Munition verwendet wird, reichte es im Manöver aus, wenn eine Drohne ein Fahrzeug berührt oder in dessen Nähe verharrt, damit ein Treffer gewertet wird. Die ukrainischen Operateure arbeiteten ihre Ziele so schnell ab, dass amerikanische Einheiten immer wieder neu in die Übung eingeführt werden mussten, nur um das Szenario am Laufen zu halten.
Im Verlauf der zweiwöchigen Übung verbesserte sich die Leistung tatsächlich. US-Truppen wurden laut einem Armeeoffizier zunehmend geschickter darin, sich zu verteilen, ihre Positionen zu verbergen und elektronische Kampfmittel einzusetzen. In der zweiten Hälfte wechselten die ukrainischen Kräfte auf die amerikanische Seite und halfen den Truppen dabei, Drohnen offensiv einzusetzen – ein Ansatz, der dem WSJ nach gut funktionierte.
Die beteiligten amerikanischen Einheiten sollen mit Standardausrüstung für Drohnenabwehr und elektronische Kriegsführung ausgestattet gewesen sein, nicht mit den neuesten Systemen, die nur wenigen Einheiten zur Verfügung stehen.
Air-Force-General Alexus Grynkewich(öffnet im neuen Fenster), Kommandeur des United States European Command (USEUCOM) und Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa, erklärte, ein Training gegen ukrainische Kräfte erzeuge eine Realitätsnähe, die anderswo nicht zu erreichen sei.
Ukrainische Operateure übertrafen auch britische, estnische und andere Nato-Truppen bei einer Übung im Baltikum im vergangenen Jahr und setzten sich in diesem Frühjahr auch gegen schwedische Kräfte durch.
US-Offizielle betonen, dass Anstrengungen im Gange seien, die Lücke zu schließen. Verteidigungsminister Pete Hegseth teilte Senatoren im Mai mit, dass mehr amerikanisches Personal in die Ukraine entsandt werde, um Drohnenkriegsführung direkt vor Ort zu studieren. Zugleich testet das Pentagon ukrainische Drohnensysteme für einen möglichen Kauf.
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