Abo
  • Services:

Überwachungstechnik für Regierungen und Behörden

Mit Regierungen hatte Narus zunächst wenig zu tun. Ursprünglich entwickelte die Firma ihre Technologie für Internetunternehmen und Telefonanbieter, damit diese die Aktivitäten ihrer Kunden nachvollziehen und entsprechend nach der Nutzung verschiedener Dienste abrechnen konnten. Die Narus-Software wusste, wer wie lange online war, wer wie viele E-Mails gesendet, Videospiele gespielt und welche Dateien hoch- oder runtergeladen hatte.

Stellenmarkt
  1. Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Berlin
  2. über duerenhoff GmbH, Raum Berlin

Nach dem 11. September 2001 rüstete Washington auf und investierte Milliarden in die Onlineüberwachung. Das bereitete den Weg für Firmen wie SAIC, Northrop Grumman, Booz Allen Hamilton - und Narus. Von nun an setzte die kleine Firma zunehmend auf Überwachungstechniken für Regierungen und Behörden. So erfolgreich, dass der Flugzeugbauer Boeing auf das Unternehmen aufmerksam wurde und die Firma im Juli 2010 übernahm. Seitdem, da ist Sebastian Stadl vom Cloud-Unternehmen Scalr sicher, habe der Flugzeugbauer viel Geld in die hochlukrative Tochter gesteckt.

NSA-Mann rückte in die Geschäftsführung

Washington hätte gar keine andere Wahl gehabt, als auf private Partner wie Narus zurückzugreifen, sagen Sicherheitsexperten wie Allan Friedman vom Thinktank Brookings. "Die Behörden hatten schlicht nicht die Talente und die Ressourcen, solche Systeme selbst zu entwickeln." Die Internetüberwachung sei deshalb von Anfang an ein Joint Venture zwischen Regierungen und privaten Unternehmen gewesen. Wie eng Narus mit der Behörde zusammenarbeitet, zeigt sich auch auf der Gehaltsliste. 2004 stellte das Unternehmen William Crowell als Geschäftsführer ein. Crowell war bis dahin Deputy Director der NSA und saß bis zum 11. September in zahlreichen Sicherheitsgremien der Regierung.

Nicht nur wegen der engen Verknüpfung zu Geheimdiensten ist die Firma umstritten. 2011 berichtete das Wall Street Journal, Narus habe Gespräche mit dem damaligen libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi geführt. Der Diktator habe die Systeme von Narus nutzen wollen, um Dienste wie Skype und Youtube zu überwachen - und so die Aufständischen im Land unter Kontrolle zu halten. Auch mit anderen Regimes soll Narus zusammengearbeitet haben, darunter Pakistan und Saudi-Arabien. Narus selbst ging auf die Vorwürfe nie ein. Von Narus-Präsident John Trobough gibt es vor allem schwammige Aussagen: "Wir leben in einer eng verknüpften Welt, in der Grenzen verschwinden, irgendwo zwischen dem Privaten und dem Digitalen", sagte er noch im März dem Magazin Technorati.

Unterdessen ist die Firma dabei, die nächste Generation an Überwachungstechnologie an den Kunden zu bringen. Im Februar stellte Narus den Datenscanner nSystem vor. Die Software sei in der Lage, "Millionen an Daten und Metadaten zu scannen, Daten von Nutzern, Gemeinschaften, Geräten und Anwendungen zu sammeln und sich in Netzwerke hineinzuwühlen". NSystem basiere zudem auf dem Cyber-3.0-Standard - einer Strategie, die das US-Verteidigungsministerium nur wenige Monate vorher vorgestellt hatte, um Amerika besser gegen Netzterrorismus zu schützen. Die Lobbyorganisation Free Press, die sich unter anderem für ein freies Internet ohne Datenüberwachung einsetzt, bezeichnete nSystem anschließend als "ziemlich gruseliges Zeug".

 Überwachungstechnik: Die Firma, die alles weiß
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie (Release 05.10.)
  2. 2,99€
  3. 31,99€
  4. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie

Atalanttore 02. Aug 2013

kein Text

Charles Marlow 31. Jul 2013

"Wir verkaufen keine Technologien, die nur zu bösen Zwecken missbraucht werden können, an...

CiC 31. Jul 2013

Ein Großteil der Daten dürfte auf uninteressante große Dateien, wie Multimedia (youtube...

Gustlthegates 31. Jul 2013

so eine tolle Firma und dann eine Joomla Webseite k.t.


Folgen Sie uns
       


i-Cristal autonomer Bus - Interview (englisch)

Der nächste Schritt steht an: Der französische Verkehrsbetrieb plant einen Test mit einem autonom fahenden Bus. Er soll Anfang 2020 in einer französischen Großstadt im normalen Verkehr fahren.

i-Cristal autonomer Bus - Interview (englisch) Video aufrufen
iOS 12 im Test: Auch Apple will es Nutzern leichter machen
iOS 12 im Test
Auch Apple will es Nutzern leichter machen

Apple setzt mit iOS 12 weniger auf aufsehenerregende Funktionen als auf viele kleine Verbesserungen für den Alltag. Das erinnert an Google und Android 9, was nicht zwingend schlecht ist.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Apple iOS 12.1 verrät neues iPad Pro
  2. Apple Siri-Kurzbefehle-App für iOS 12 verfügbar

SpaceX: Milliardär will Künstler mit zum Mond nehmen
SpaceX
Milliardär will Künstler mit zum Mond nehmen

Ein japanischer Milliardär ist der mysteriöse erste Kunde von SpaceX, der um den Mond fliegen will. Er will eine Gruppe von Künstlern zu dem Flug einladen. Die Pläne für das Raumschiff stehen kurz vor der Fertigstellung.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Mondwettbewerb Niemand gewinnt den Google Lunar X-Prize

Grafikkarten: Das kann Nvidias Turing-Architektur
Grafikkarten
Das kann Nvidias Turing-Architektur

Zwei Jahre nach Pascal folgt Turing: Die GPU-Architektur führt Tensor-Cores und RT-Kerne für Spieler ein. Die Geforce RTX haben mächtige Shader-Einheiten, große Caches sowie GDDR6-Videospeicher für Raytracing, für Deep-Learning-Kantenglättung und für mehr Leistung.
Ein Bericht von Marc Sauter

  1. Tesla T4 Nvidia bringt Googles Cloud auf Turing
  2. Battlefield 5 mit Raytracing Wenn sich der Gegner in unserem Rücken spiegelt
  3. Nvidia Turing Geforce RTX 2080 rechnet 50 Prozent schneller

    •  /