Überwachungssystem infiltriert: Cyberangriff trifft Flughafen Hamburg
Der Flughafen Hamburg Airport ist am Sonntag Ziel eines Cyberangriffs geworden, bei dem sich eine Hackergruppe namens Just Evil Zugriff auf ein IT-System zur Überwachung und Dokumentation von Wachrundgängen verschafft hat. Als Beweis für den erfolgreichen Angriff teilten die Hacker auf Telegram Screenshots von der infiltrierten Plattform, die beispielsweise in einem X-Beitrag von Threatmon(öffnet im neuen Fenster) zu sehen sind.
In einer Stellungnahme erklärte Janet Niemeyer, Pressesprecherin des Hamburg Airport, von dem am 19. Mai erfolgten Cyberangriff sei lediglich ein extern bei einem Dienstleister gehostetes System betroffen, durch das Wachrundgänge überwacht und dokumentiert würden. Eine Verbindung zu anderen Systemen am Flughafen bestehe nicht.
Der Cyberangriff von Just Evil "konnte abgewehrt werden und es sind keine sicherheitsrelevanten Informationen abgegriffen worden", erklärte die Sprecherin weiter. Was der Flughafenbetreiber unter dieser Abwehr versteht, ist vor dem Hintergrund, dass das betroffene System tatsächlich infiltriert wurde, allerdings fraglich.
Der Flughafen Hamburg habe den Angriff umgehend eingedämmt und weitere Sicherheitsvorkehrungen implementiert, hieß es weiter in der Stellungnahme. Auswirkungen auf den Luftverkehr habe es nicht gegeben.
Einer der größten Flughäfen Deutschlands
Der Hamburg Airport ist der fünftgrößte Flughafen Deutschlands. Im Jahr 2023 wurde er nach Angaben des Betreibers(öffnet im neuen Fenster) von rund 13,6 Millionen an- und abreisenden Passagieren genutzt. 2019 verkehrten dort bereits knapp 17,2 Millionen Passagiere, jedoch kam es im Jahr darauf aufgrund der Coronapandemie zu einem Einbruch auf nur noch 4,6 Millionen Passagiere. Am Hamburg Airport verkehren Flugzeuge von rund 55 verschiedenen Airlines.
Bei Just Evil handelt es sich laut SOCRadar(öffnet im neuen Fenster) um eine pro-russische Hackergruppe, gegründet von einem Bedrohungsakteur, der auch als Killmilk bekannt ist und auch als Anführer der berüchtigten Hackergruppe Killnet gilt. Einem Bericht von The Record(öffnet im neuen Fenster) zufolge scheint hinter dem Pseudonym Killmilk ein 30-jähriger russischer Staatsbürger namens Nikolai Serafimov zu stecken, der in der Vergangenheit bereits wegen Drogenhandels verurteilt wurde.
Nachtrag vom 22. Mai 2024, 18:08 Uhr
In der ersten Version dieses Artikels wurde darauf hingewiesen, dass im Telegram-Kanal von Just Evil Bilder von Überwachungskameras zu sehen sind. Der Hamburg Airport hat die Redaktion jedoch im Nachhinein darauf hingewiesen, dass die Aufnahmen nicht aus dem Überwachungssystem des Flughafens stammen. Aus diesem Grund haben wir den Hinweis entfernt.
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