Abo
  • Services:
Anzeige
Hervorgehoben ist der vom Chaos Computer Club enttarnte und analysierte Trojaner der hessischen Firma Digitask.
Hervorgehoben ist der vom Chaos Computer Club enttarnte und analysierte Trojaner der hessischen Firma Digitask. (Bild: Odd Andersen/AFP/Getty Images)

Exportverbot könnte Sicherheitsexperten treffen

Um die Ausfuhr von Überwachungsprodukten in autoritäre Staaten zu erschweren, wurden bestimmte Systeme in die Liste des Wassenaar-Abkommens für Exportkontrollen von konventionellen Waffen und doppelverwendungsfähigen (dual use) Gütern und Technologien aufgenommen. Dazu zählen unter anderem IMSI-Catcher, Staatstrojaner (Intrusionssoftware), Satellitenfunküberwachung und Netzwerkmanagementsysteme. Die EU arbeitet derzeit daran, die Geräte in ihre Dual-Use-Verordnung EG 428/2009 aufzunehmen, deren Einhaltung in Deutschland vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) überwacht wird. Bis Ende des Jahres soll die Liste aktualisiert werden.

Anzeige

Im vergangenen Mai stoppte das Wirtschaftsministerium bereits vorläufig den Export von Überwachungsprodukten in Unrechtsstaaten. Auf Anfrage von Golem.de hieß es, das Ministerium stehe bereits seit Anfang des Jahres mit den betroffenen deutschen Unternehmen in Kontakt. Eine formale Ablehnung habe es seit dem Exportstopp noch nicht gegeben, da einzelne Firmen "bei kritisch einzustufenden Lieferungen" von entsprechenden Aufträgen Abstand genommen hätten, ohne ein Antragsverfahren beim Bafa zu starten. Im vergangenen Jahr sei jedoch in zwei Fällen der Export von TKÜ-Systemen abgelehnt worden, in diesem Jahr in einem Fall.

Hacker warnen vor zu großem Aufwand für kleine Unternehmen

Sicherheitsforscher befürchten inzwischen, dass die Exportbestimmungen über das Ziel hinausschießen könnten. Christian Horchert vom Chaos Computer Club, besser bekannt unter seinem Nickname Fukami, verweist in der Süddeutschen Zeitung (SZ) darauf, dass Sicherheitsexperten für ihre Arbeit auch Angriffsprogramme benötigen, um Systeme auf mögliche Lücken zu prüfen. Eine Problematik, die im Zusammenhang mit den sogenannten Hackerparagrafen hinreichend bekannt ist. Das Wassenaar-Abkommen definiert in seiner Kontrollliste Intrusionssoftware unter anderem damit, dass die Programme den "Standardausführungspfad eines Programms oder Prozesses modifizieren, um die Ausführung von außen bereitgestellter Befehle zu erlauben".

Dies ist für Horchert "ganz klar eine Definition von Exploits" und nicht von Überwachungssoftware. Exploits seien aber erforderlich, um Schutzsysteme zu entwickeln und den Kunden deren Sicherheitslücken vorzuführen, sagte er auf Anfrage von Golem.de. Kleine Unternehmen hätten keine Ressourcen, um sich um Exportlizenzen zu kümmern oder Anwälte dafür zu bezahlen, sagte Horchert, der auch für die Sicherheitsfirma Sektion Eins arbeitet. Der Sicherheitsforscher Morgan Marquis-Boire vom Citizen Lab äußerte in der SZ die Sorge, dass mit den Exportkontrollen eine Industrie von exakt den Regierungen reguliert werde, die die Entwicklung von Spähprogrammen in Auftrag gäben.

Kunden weichen auf andere Firmen aus

Ob und wie sich das Wassenaar-Abkommen auf die deutschen Firmen auswirken wird, ist schwer vorherzusagen. Schon jetzt habe die Debatte über die Gamma Group dazu geführt, dass vermutlich viele Kunden von Finfisher auf die Produkte des italienischen Herstellers Hacking Team umgestiegen seien, sagte ein Sicherheitsforscher vom Citizen Lab jüngst dem Guardian. Kaspersky und Citizen Lab berichteten Ende Juni über mobile Trojaner für Android und iOS von Hacking Team. Von den EU-Exportregeln wäre jedoch auch die italienische Firma betroffen. Die Eröffnung einer Niederlassung in der Schweiz, wie von der Gamma Group berichtet, dürfte ebenfalls kein Ausweg sein, da auch die Schweiz dem Wassenaar-Abkommen beigetreten ist.

Vielleicht bietet aber der heimische Markt der Überwachungstechnik in Zukunft genug Chancen. Die Debatte über die Vorratsdatenspeicherung ist schließlich noch nicht abgeschlossen. Wie der Streit über die Netzneutralität zeigt, könnten Netzwerkmanagementsysteme mit DPI bald auch in Europa stark nachgefragt werden.

 Exportkanäle lassen sich schwer prüfen

eye home zur Startseite
FreiGeistler 06. Aug 2014

Heisst?

LordSiesta 28. Jul 2014

Ja, tut er, das ist recht lästig ;-)

Nerd_vom_Dienst 26. Jul 2014

Is doch typisch für feige Menschen, wenn sie vor der Wahl stehen entweder Sieger oder...

Eheran 24. Jul 2014

"der Anbieter des Download"? Das sind ggf. 4 Mirror... was soll mit denen sein?

Yes!Yes!Yes! 24. Jul 2014

Eigentlich ist "Unrechtsstaat" wie "weißer Schimmel". :)



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Seitenbau GmbH, Konstanz
  2. GK Software AG, Schöneck, Pilsen (Tschechische Republik)
  3. TAKATA AG, Berlin
  4. MBtech Group GmbH & Co. KGaA, München


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. 2 Guns, Bad Boys 2, Captain Phillips, Chappie, Christine)
  2. 29,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       


  1. Apple

    Öffentliche Beta von iOS 11 erschienen

  2. SNES Classic Mini

    Nintendo bringt 20 Klassiker und ein neues Spiel

  3. Wahlprogramm

    SPD will 90 Prozent der Gebäude mit Gigabit-Netzen versorgen

  4. Erziehung

    Erst schriftliche Einwilligung, dann Whatsapp für Kinder

  5. Grafikkarte

    Sapphire bringt Radeon RX 470 für Mining

  6. Betrug

    FTTH-Betreiber wehren sich gegen Glasfaser-Werbelügen

  7. Gamescom

    Mehr Fläche, mehr Merkel und mehr Andrang

  8. Anki Cozmo ausprobiert

    Niedlicher Programmieren lernen und spielen

  9. Hyperkonvergenz

    Red Hat präsentiert freie hyperkonvergente Infrastruktur

  10. Deutsche Telekom

    Narrowband-IoT-Servicepakete ab 200 Euro



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Skull & Bones angespielt: Frischer Wind für die Segel
Skull & Bones angespielt
Frischer Wind für die Segel
  1. The Frozen Lands Eisige Erweiterung für Horizon Zero Dawn vorgestellt
  2. Rennspiele Thrustmasters T-GT-Lenkrad kostet 800 Euro
  3. Call of Duty WW2 angespielt Höllenfeuer und kleine Sprünge

Sony Xperia XZ Premium im Test: Taschenspiegel mit übertrieben gutem Display
Sony Xperia XZ Premium im Test
Taschenspiegel mit übertrieben gutem Display
  1. Keine Entschädigung Gericht sieht mobiles Internet nicht als lebenswichtig an
  2. LTE Deutsche Telekom führt HD Voice Plus ein
  3. Datenrate Vodafone bietet im LTE-Netz 500 MBit/s

1Sheeld für Arduino angetestet: Sensor-Platine hat keine Sensoren und liefert doch Daten
1Sheeld für Arduino angetestet
Sensor-Platine hat keine Sensoren und liefert doch Daten
  1. Calliope Mini im Test Neuland lernt programmieren
  2. Arduino Cinque RISC-V-Prozessor und ESP32 auf einem Board vereint
  3. MKRFOX1200 Neues Arduino-Board erscheint mit kostenlosem Datentarif

  1. Re: Ob das Bestand hat?

    Apfelbrot | 04:37

  2. Bla Bla Bla...

    maverick1977 | 04:33

  3. Alternative: Fire TV Stick, RetroArch, 8Bitdo SNES30

    fk4711 | 03:37

  4. Re: Folge fehlender Freizeit

    redwolf | 03:28

  5. Re: Einseitig..

    plutoniumsulfat | 03:21


  1. 00:22

  2. 19:30

  3. 18:32

  4. 18:15

  5. 18:03

  6. 17:47

  7. 17:29

  8. 17:00


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel