Abo
  • IT-Karriere:

GPS-Überwachung bei Betrug durch Mitarbeiter

Eine GPS-Überwachung zeichnet sich dadurch aus, dass etwa durch die heimliche Montage eines GPS-Senders an einem Fahrzeug der räumliche Aufenthaltsort eines Arbeitnehmers erfasst werden kann. Dies verstößt normalerweise gegen den Datenschutz. Bei Ortsdaten handelt es sich um personenbezogene Daten im Sinne von Art. 4 Nr. 1 DSGVO. Das damit verbundene Erstellen von Bewegungsprofilen ist in der Regel eine unbefugte Datenerfassung.

Stellenmarkt
  1. inovex GmbH, verschiedene Standorte
  2. ITC ENGINEERING GMBH & CO. KG, Stuttgart

Anders sieht es aus, wenn der Arbeitgeber hierfür gewichtige betriebliche Interessen anführen kann, die gegenüber den Interessen des Arbeitnehmers überwiegen. Dann ist die Datenerhebung gemäß Artikel 6 Abs. 1 Satz 1 Buchstabe f DSGVO und § 26 BDSG als gerechtfertigt anzusehen. (Lembke in: Henssler/Willemsen/Kalb, Arbeitsrecht Kommentar, 8. Aufl. 2018, Art. 88 DSGVO, Rdn. 109 und BGH, Urteil v. 04.06.2013, Az. 1 StR 32/13).

Was unter "gewichtigen betrieblichen Interessen" zu verstehen ist, ergibt sich aus einer Entscheidung des Landesarbeitsgerichtes (LAG) Baden-Württemberg (Urteil vom 25. Oktober 2002, Az. 5 SA 59/00). Hier war der Arbeitnehmer als Verkäufer auf Provisionsbasis tätig, dafür hatte ihm sein Arbeitgeber einen Dienstwagen zur Verfügung gestellt. Nachdem der Umsatz des Arbeitnehmers ohne plausiblen Grund erheblichen um etwa 50 Prozent zurückgegangen war, wurde der Arbeitgeber misstrauisch. Er ließ das Fahrzeug mehrere Tage lang von einer Detektei per GPS überwachen. Dabei stellte sich heraus, dass der Arbeitnehmer mehrfach unzutreffende Angaben in seiner Spesenabrechnung gemacht hatte. Der Arbeitgeber kündigte ihm wegen versuchten Betruges fristlos.

Das LAG entschied, dass die Kündigung rechtmäßig war. Der Arbeitgeber durfte die Kündigung auf die Ergebnisse der GPS-Überwachung stützen. Er hatte aufgrund des unerklärbaren Umsatzrückgangs ein berechtigtes Interesse daran, überprüfen zu können, ob der Arbeitnehmer seiner Arbeitspflicht nachgekommen war. Eine anderweitige Klärung war nicht möglich gewesen.

Gesetzgeber sollte nachbessern

Arbeitgeber dürfen bei dem Ausspionieren ihrer Mitarbeiter weit gehen, wenn sie eine halbwegs gute Begründung dafür haben. Besonders stark wirkt das Argument, dass ein Mitarbeiter sich einer Straftat oder einer anderen schweren Pflichtverletzung verdächtig gemacht habe. Dann darf der Arbeitgeber etwa durch die heimliche Überwachung mit einem GPS-Tracker oder mit Schnüffelsoftware tief in die Privatsphäre des Arbeitnehmers eindringen. Allerdings stehen die genauen Grenzen nicht fest, so dass sich Arbeitgeber schnell aufs Glatteis begeben.

Um Rechtssicherheit für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu schaffen, sollte der Gesetzgeber klar regeln, unter welchen Voraussetzungen der Arbeitgeber seine Mitarbeiter überwachen darf. Dabei sollte er deutlich machen, welche Überwachungsmaßnahmen überhaupt in Betracht kommen und wo die Überwachung tabu ist. Wenn Mitarbeiter glauben, dass sie von ihrem Arbeitgeber unzulässig elektronisch überwacht werden, können sie sich an den Betriebsrat und an die zuständige Datenschutz-Aufsichtsbehörde ihres Bundeslandes wenden. Sofern Arbeitnehmer anonym bleiben möchten, sollten sie bei der jeweiligen Datenschutz-Aufsichtsbehörde nachfragen, ob ihre Beschwerde dann bearbeitet wird. Unter Umständen kann auch Vertraulichkeit zugesichert werden.

 Wanzen sind unzulässig
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7. 6


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 1,24€
  2. 2,99€
  3. 4,99€
  4. 59,99€ für PC/69,99€ für PS4, Xbox (Release am 4. Oktober)

as112 15. Mär 2019

Er wird schon seine Gründe haben.

as112 15. Mär 2019

Wieviele Brötchen ißt du so pro Stunde, dass du mehr bräuchtest?

as112 15. Mär 2019

Ich vermute Kaviarbrötchen und eine Massage zum Mittag finanziert euch dieser Ausbeuter...

Bluejanis 14. Mär 2019

Haben wir hier in der Firma auch. Angeblich nur wegen Antivirus. Aber falls es da...

Drudenfuss42 13. Mär 2019

Wenn es einen Betriebsrat gibt.


Folgen Sie uns
       


Probefahrt mit dem e.Go Life

Der e.Go Life ist ein elektrisch angetriebener Kleinwagen des neuen Aachener Automobilherstellers e.Go Mobile. Wir haben eine Probefahrt gemacht.

Probefahrt mit dem e.Go Life Video aufrufen
Black Mirror Staffel 5: Der Gesellschaft den Spiegel vorhalten
Black Mirror Staffel 5
Der Gesellschaft den Spiegel vorhalten

Black Mirror zeigt in der neuen Staffel noch alltagsnäher als bisher, wie heutige Technologien das Leben in der Zukunft katastrophal auf den Kopf stellen könnten. Dabei greift die Serie auch aktuelle Diskussionen auf und zeigt mitunter, was bereits im heutigen Alltag schiefläuft - ein Meisterwerk! Achtung, Spoiler!
Eine Rezension von Tobias Költzsch

  1. Streaming Netflix testet an Instagram erinnernden News-Feed
  2. Start von Disney+ Netflix wird nicht dauerhaft alle Disney-Inhalte verlieren
  3. Videostreaming Netflix will Zuschauerzahlen nicht länger geheim halten

Elektromobilität: Wohin mit den vielen Akkus?
Elektromobilität
Wohin mit den vielen Akkus?

Akkus sind die wichtigste Komponente von Elektroautos. Doch auch, wenn sie für die Autos nicht mehr geeignet sind, sind sie kein Fall für den Schredder. Hersteller wie Audi testen Möglichkeiten, sie weiterzuverwenden.
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. Proterra Elektrobushersteller vermietet Akkus zur Absatzförderung
  2. Batterieherstellung Kampf um die Zelle
  3. US CPSC HP muss in den USA nochmals fast 80.000 Akkus zurückrufen

IT-Forensikerin: Beweise sichern im Faradayschen Käfig
IT-Forensikerin
Beweise sichern im Faradayschen Käfig

IT-Forensiker bei der Bundeswehr sichern Beweise, wenn Soldaten Dienstvergehen oder gar Straftaten begehen, und sie jagen Viren auf Militärcomputern. Golem.de war zu Gast im Zentrum für Cybersicherheit, das ebenso wie die IT-Wirtschaft um guten Nachwuchs buhlt.
Eine Reportage von Maja Hoock

  1. Homeoffice Wenn der Arbeitsplatz so anonym ist wie das Internet selbst
  2. Bundesagentur für Arbeit Informatikjobs bleiben 132 Tage unbesetzt
  3. IT-Headhunter ReactJS- und PHP-Experten verzweifelt gesucht

    •  /