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Überwachung: US-Heimatschutz durchsucht automatisiert Social-Media-Konten

Was posten Besucher auf Facebook , Google+ oder Twitter ? Das US-Heimatschutzministerium will die Social-Media-Konten von Visa-Antragstellern automatisiert durchsuchen lassen. Erste Tests verliefen jedoch nicht so erfolgreich.
/ Werner Pluta
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Einreise in die USA: mehrere Testläufe in den Jahren 2015 und 2016 (Bild: Joe Raedle/Getty Images)
Einreise in die USA: mehrere Testläufe in den Jahren 2015 und 2016 Bild: Joe Raedle/Getty Images

Versuch mit bedingtem Erfolg: Ein Test des US-Heimatschutzministeriums (Department of Homeland Security, DHS), Profile in sozialen Medien automatisiert zu durchsuchen, hat nicht die gewünschten Ergebnisse erbracht. Das Konzept war, die Profile von Besuchern und Immigranten zu analysieren, um festzustellen, ob die Personen eine Gefahr darstellen. Das geht aus einem Bericht der internen Aufsicht (Office of Inspector General, OIG) des DHS(öffnet im neuen Fenster) hervor.

Zwei dem DHS unterstellte Behörden, United States Immigration and Customs Enforcement (ICE) und United States Citizenship and Immigration Services (USCIS), untersuchten die Konten manuell und automatisiert. Die Tests fanden im Dezember 2015, im April 2016 und im August 2016 statt.

Wer scannt besser - Mensch oder Maschine?

Das ICE setzte demnach eine Suchmaschine ein, die die sozialen Medien nach abfälligen Informationen durchforsten sollten, die nicht in Regierungsdatenbanken vorhanden waren. Das USCIS verlangte von den Visa-Bewerbern Informationen über ihre Konten bei Facebook, Google+, Twitter oder anderen sozialen Netzen. Diese wurden dann sowohl von Mitarbeitern der Behörde als auch von einer Software des Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa) durchsucht.

Bei dem Vergleichstest zeigte sich, dass die Auswertung durch Menschen deutlich bessere Ergebnisse brachte. Die Software der Darpa sei "keine brauchbare Alternative für die automatisierte Sichtung sozialer Medien" , heißt es in dem Bericht.

Die Software ordnete Konten falsch zu

Die Ergebnisse der Darpa-Software seien laut USCIS nicht unbedingt vertrauenswürdig gewesen. So hätten etwa die Konten, die sie gefunden habe, nicht immer mit den Antragstellern übereingestimmt. Deshalb hätten Beamte die Ergebnisse überprüfen müssen. Allerdings hatte das USCIS keine Kriterien erstellt, um die Vertrauenswürdigkeit der Treffer beurteilen zu können.

Das OIG kritisiert, das DHS habe zwar einige Ziele für die Tests festgesetzt, darunter die Wirksamkeit eines automatisierten Suchwerkzeugs und die Bewertung von Datenerfassungsverfahren zu prüfen. Aber es sei nicht klar, wie das DHS die Ergebnisse der Piloten bewertet. Für einen Erfolg des Programms sollten solche Kriterien aufgestellt werden. Der Bericht enthält viele Schwärzungen. So sei unter anderem beispielsweise der Name der Darpa-Software unkenntlich gemacht worden. Auch die Zahl der richtig und falsch zugeordneten Konten sowie die Dauer des ICE-Tests seien nicht lesbar.

Das DHS hat sich von den Ergebnissen nicht entmutigen lassen. Die Tests wurden im Januar dieses Jahres wieder aufgenommen. Laut des Ministeriums gibt es über 270 Programme, sie sich für diese Zwecke eignen.


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