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Überwachung und Militär: Microsoft stützt Anthropic im Streit mit Pentagon

Der US-Softwarekonzern Microsoft stellt sich gegen die US-Regierung. Das Nutzungsverbot von Anthropic -Software müsse sofort aufgehoben werden.
/ Friedhelm Greis
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Microsoft hält Einschränkungen bei der militärischen KI-Nutzung für sinnvoll. (Bild: Joan Cros/NurPhoto/Reuters)
Microsoft hält Einschränkungen bei der militärischen KI-Nutzung für sinnvoll. Bild: Joan Cros/NurPhoto/Reuters

Im juristischen Streit zwischen Anthropic und der US-Regierung stellt sich der Softwarekonzern Microsoft auf die Seite des KI-Unternehmens. In einem Schreiben(öffnet im neuen Fenster) (PDF) vom 10. März 2026 an das zuständige Gericht in San Francisco fordert Microsoft, die Einstufung von Anthropic als Lieferkettenrisiko für das US-Militär vorläufig zu untersagen.

Andernfalls müssten Microsoft und andere IT-Firmen "unverzüglich die bestehenden Produkt- und Vertragskonfigurationen des US-Verteidigungsministeriums ändern" . Dies könne US-Soldaten "in einer kritischen Phase potenziell behindern" .

Hintergrund des Schreibens ist eine Klage von Anthropic gegen die US-Regierung . Darin ficht das Unternehmen die Einstufung als Lieferkettenrisiko durch US-Verteidigungsminister Pete Hegseth an. Auslöser für die Entscheidung war die Weigerung von Anthropic-Chef Dario Amodei, den US-Behörden uneingeschränkten Zugang zu seinen KI-Modellen zu gewähren .

Microsoft befürwortet Einschränkungen

Die von Anthropic geforderten Einschränkungen hält auch Microsoft für sinnvoll. "Microsoft vertritt die Position, dass KI auf rechtmäßige und angemessen geschützte Anwendungsfälle beschränkt sein sollte. Beispielsweise sollte KI nicht zur Massenüberwachung im Inland eingesetzt werden oder das Land in eine Lage bringen, in der autonome Maschinen eigenständig einen Krieg beginnen könnten."

Der Softwareanbieter weist in dem Schreiben darauf hin, dass sich das Pentagon selbst eine Übergangsfrist von sechs Monaten eingeräumt habe, um die Nutzung der Anthropic-Software Claude auslaufen zu lassen. Die Partner des Unternehmens müssten der Anweisung des Pentagon zufolge(öffnet im neuen Fenster) jedoch "sofort" die Nutzung einstellen. Daher solle das Gericht diese Anweisung solange aussetzen, bis über die Klage entschieden sei.

Sollte das nicht geschehen, befürchtet Microsoft "weitreichende negative Folgen für den gesamten Technologiesektor und die amerikanische Wirtschaft" . Sinnvoller sei es, gemeinsam über die KI-Nutzung zu verhandeln.

Dabei sollten die Verhandlungspartner eine Lösung anstreben, "die das Vertrauen des US-Militärs, der KI-Entwickler und der amerikanischen Öffentlichkeit gewinnt" . Das könne nur erreicht werden, wenn Anthropic, das Pentagon und der IT-Bereich "einen sachlichen Dialog führen, den eine einstweilige Verfügung ermöglichen würde" .

Bereits am 9. März 2026 stellten sich rund 40 KI-Entwickler und -Forscher von OpenAI und Google Deepmind hinter die Klage von Anthropic. Dazu zählte auch Gemini-Chef Jeff Dean. Aus den bislang eingereichten Gerichtsunterlagen (öffnet im neuen Fenster) geht hervor, dass Organisationen wie die Electronic Frontier Foundation (EFF) das KI-Unternehmen ebenfalls unterstützen.


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