• IT-Karriere:
  • Services:

Überwachung: Tutanota musste E-Mails vor der Verschlüsselung ausleiten

Der E-Mail-Anbieter Tutanota verschlüsselt ankommende E-Mails, nach einem Gerichtsbeschluss musste er diese jedoch vor der Verschlüsselung ausleiten. Die Rechtsgrundlage hierfür ist seit einem Urteil des EuGH aber nicht mehr gegeben.

Artikel veröffentlicht am ,
E-Mail-Anbieter brauchen keine Überwachungsschnittstellen mehr.
E-Mail-Anbieter brauchen keine Überwachungsschnittstellen mehr. (Bild: StockSnap/Pixabay)

Der E-Mail-Anbieter Tutanota verschlüsselt "Betreff, den Inhalt und sämtliche Anhänge" von ankommenden E-Mails automatisch. Auf diese könne nur der Nutzer mit seinem Passwort zugreifen. Nach Recherchen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR kann der E-Mail-Anbieter jedoch dazu gezwungen werden, die E-Mails vor der Verschlüsselung an die Strafverfolgungsbehörden weiterzuleiten. Eine entsprechende Aufforderung soll das Amtsgericht Itzehoe Anfang Oktober 2018 getroffen haben.

Stellenmarkt
  1. NOVENTI Health SE, München
  2. TAG Immobilien AG, Gera

Laut der Süddeutschen Zeitung kam Tutanota der Aufforderung erst nach, nachdem das Gericht ein Ordnungsgeld über 1.000 Euro verhängt hatte. Tutanota schrieb daraufhin ein Programm, dass die E-Mails im Falle einer gerichtlichen Anordnung vor der Verschlüsselung ausleiten kann. Betroffen waren Konten, die von Erpressern in mehreren Ransomware-Fällen verwendet wurden. Von der Anordnung sind Mails, die zwischen Tutanota-Nutzern ausgetauscht werden, ausgenommen, da diese Ende-zu-Ende verschlüsselt werden und daher auch nicht von Tutanota gelesen werden können.

"Ich würde mich lieber um erweiterte Datenschutzfunktionen für unsere Kunden kümmern als um erweiterte Zugriffsrechte für die Behörden", erklärte Matthias Pfau, Geschäftsführer von Tutanota, der Süddeutschen Zeitung.

"Im ersten Halbjahr 2019 haben wir vier entsprechende Beschlüsse deutscher Gerichte erhalten", sagt Hanna Bozakov, Pressesprechering von Tutanota. Derzeit prüfe der E-Mail-Anbieter, ob er seit dem Gmail-Urteil überhaupt noch zu Telekommunikationsüberwachungsmaßnahmen verpflichtet werden könne. Im Juni hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass Gmail "kein Telekommunikationsdienst" sei und daher auch nicht unter entsprechende Regelungen falle. Deshalb müsse Google auch keine Überwachungsschnittstellen für deutsche Behörden schaffen. E-Mail-Anbieter fallen daher nicht mehr unter das Telekommunikationsgesetz (TKG), das unter anderem die Telekommunikationsüberwachung (TKÜ) regelt.

Der E-Mail-Anbieter Posteo sieht derzeit keine Rechtsgrundlage "für etwaige Telekommunikationsüberwachungen (TKÜ) bei E-Mail-Diensten". Posteo dürfe daher solche Anordnungen nicht mehr umsetzen - und würde dies auch nicht tun, betonte der E-Mail-Anbieter bereits im Sommer. Mit einer neuen gesetzlichen Regelung rechnet Posteo nächstes Jahr.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-80%) 2,99€
  2. 40,49€

chefin 15. Nov 2019

Nur wenn beide dort ihr Email-Konto haben, ist es so sicher wie es technisch möglich ist...

chefin 15. Nov 2019

Wo willst du den Mailserver aufstellen? Normalerweise wird man einen Server im RZ nutzen...


Folgen Sie uns
       


LG Gram 14 (14Z90N) im Test

Das LG Gram 14 ist weniger als 1 kg leicht und kann trotzdem durch lange Akkulaufzeit überzeugen. Das Deutschlanddebüt des Geräts ist gelungen.

LG Gram 14 (14Z90N) im Test Video aufrufen
8Sense im Test: Vibration am Kragen gegen Schmerzen im Rücken
8Sense im Test
Vibration am Kragen gegen Schmerzen im Rücken

Das Startup 8Sense will mit einem Ansteckclip einer Bürokrankheit entgegenwirken: Rückenschmerzen. Das funktioniert - aber nicht immer.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Rufus Cuff Handgelenk-Smartphone soll doch noch erscheinen
  2. Fitnesstracker im Test Aldi sportlich abgeschlagen hinter Honor und Mi Band 4

Threat-Actor-Expertin: Militärisch, stoisch, kontrolliert
Threat-Actor-Expertin
Militärisch, stoisch, kontrolliert

Sandra Joyces Fachgebiet sind Malware-Attacken. Sie ist Threat-Actor-Expertin - ein Job mit viel Stress und Verantwortung. Wenn sie eine Attacke einem Land zuschreibt, sollte sie besser sicher sein.
Ein Porträt von Maja Hoock

  1. Emotet Die Schadsoftware Trickbot warnt vor sich selbst
  2. Loveletter Autor des I-love-you-Virus wollte kostenlos surfen
  3. DNS Gehackte Router zeigen Coronavirus-Warnung mit Schadsoftware

Indiegames-Rundschau: Stadtbaukasten trifft Tentakelmonster
Indiegames-Rundschau
Stadtbaukasten trifft Tentakelmonster

Traumstädte bauen in Townscaper, Menschen fressen in Carrion und Bilderbuchgrusel in Creaks: Die neuen Indiegames bieten viel Abwechslung.
Von Rainer Sigl

  1. Indiegames-Rundschau Licht aus, Horror an
  2. Indiegames-Neuheiten Der Saturnmond als galaktische Baustelle
  3. Indiegames-Rundschau Dunkle Seelen im Heavy-Metal-Rausch

    •  /