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"If you see something, say something" - Aufkleber einer Kampagne der US-Regierung für mehr "öffentliche Wachsamkeit" in Washington D.C.
"If you see something, say something" - Aufkleber einer Kampagne der US-Regierung für mehr "öffentliche Wachsamkeit" in Washington D.C. (Bild: Elvert Barnes/CC BY-SA 2.0)

Musteranalyse soll Einzelgänger finden

Wenn es eine Bedrohung gibt, die Polizei und Geheimdiensten Angst macht, dann sind es sogenannte Einzelgänger. Denn die meisten Informationen zur Aufklärung von Anschlägen stammen von Überläufern und aus der Überwachung von Kommunikation. Einzelgänger aber kommunizieren nicht, sie sind schwerer zu finden und können nicht infiltriert werden. Seit Jahren existieren daher Konzepte, die individuelles Verhalten beobachten und so vorherzusagen versuchen, ob jemand einen Anschlag plant.

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Israel nutzt das, um den Flughafen Ben Gurion zu bewachen. Mit einer Mischung aus Beobachtung und Befragung werden dort potenzielle Täter identifiziert. Gesucht wird nach kleinen Auffälligkeiten, nach bestimmten Verhaltensmustern: unpassender Kleidung, geballten Fäusten, starrem Blick, Nervosität. In Israel übernehmen das ausgebildete Sicherheitsleute.

In den USA geschieht es automatisiert via Trapwire. Die Idee ist die gleiche. Einzelgänger beispielsweise haben niemanden, der ihnen beim Ausspähen eines Zieles hilft. Beobachtet also jemand mehrfach bestimmte Gebäude, vielleicht auch noch auffällig heimlich, kann das bei einem Vergleich von Videobildern auffallen. Ist jemand in einer aufgeregten Menschenmenge ungewöhnlich ruhig, kann auch das einen unguten Grund haben.

Überwachte Gesellschaft

Das Warum ist somit durchaus verständlich. Das Wie allerdings führt zu erheblichen Problemen, kommen Systeme wie Trapwire doch der Dystopie einer vollständig überwachten Gesellschaft sehr nahe. Zum einen sind da die Fehlalarme, die "false positives". Gründe, sich ungewöhnlich zu verhalten, gibt es viele. Dank solcher Systeme wie Trapwire können sie dazu führen, dass Unschuldige sich viele unangenehme Fragen von Polizisten gefallen lassen müssen.

Möglich ist die Analyse außerdem nur, wenn unzählige winzige Informationsschnipsel gesammelt, verknüpft und ausgewertet werden. Das aber bedeutet, dass jeder Verdacht, jede Spekulation, jede Behauptung für das System relevant ist - diejenigen, die Trapwire einsetzen, wollen alles wissen.

An vielen Orten in den USA hängen inzwischen Schilder mit dem Satz: "If you see something, say something." Den Slogan nutzt das Heimatschutzministerium, um eine Kampagne zur Public Awareness zu bewerben, zu mehr Wachsamkeit der Bevölkerung. Jeder soll so zum Denunzianten werden. Online und per Telefon können ungewöhnliche Beobachtungen und Verdächtigungen gemeldet werden. Diese Meldungen von Passanten gehen genauso in die Analyse von Trapwire ein wie Berichte von Polizisten über Auffälligkeiten.

Die zweite Quelle sind eben Videokameras. Mustererkennungsprogramme suchen in Videobildern beispielsweise nach parkenden Autos, die immer wieder vor bestimmten Gebäuden stehen. Sie scannen Menschenmengen und können einzelne Personen verfolgen. Oder auf Wunsch eine ganz bestimmte rote Jacke an verschiedenen Orten wiederfinden.

 Überwachung: Trapwire spioniert Bürger in großem Stil ausPrivatisierte Überwachung aller Bürger 

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spiderbit 16. Aug 2012

Das stimmt so nicht, die "extrem" linke also quasi die Linkspartei (gibt noch eine die...

a user 15. Aug 2012

interessante interpretation meiner aussage, so sagt sie doch recht viel aus über das...

borg 15. Aug 2012

Die Kameras alleine sind ja nicht alles. Erst die zusammenführung mit anderen Daten...

cicero 14. Aug 2012

Die üblichen Überwachungskameras haben doch eine miserable Auflösung. Zumindest das was...

Casandro 14. Aug 2012

Das müsste man doch fast schon automatisiert machen können.



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