Überwachung: Techniker installiert Kameras und beobachtet Kunden

Ein Angestellter hat Überwachungskameras für Kunden der Sicherheitsfirma ADT installiert und sie missbraucht, um Paare beim Sex zu beobachten.

Artikel veröffentlicht am ,
Ein ADT-Techniker installiert eine Überwachungskamera (Symbolbild).
Ein ADT-Techniker installiert eine Überwachungskamera (Symbolbild). (Bild: ADT)

Die Sicherheitsfirma ADT vertreibt und installiert Heimsicherheitssysteme. Ein ehemaliger Angestellter hat über Jahre auf die installierten Überwachungskameras zugegriffen, um Frauen unbekleidet oder Paare beim Sex zu beobachten. Das gestand der Beschuldigte am Donnerstag vor einem US-Bezirksgericht in Texas.

Stellenmarkt
  1. Senior Software Architect .NET (m/w)
    MED-EL Medical Electronics, Innsbruck (Österreich)
  2. Trainer (m/w/d) - Android App Entwickler / Developer
    WBS GRUPPE, deutschlandweit (Home-Office)
Detailsuche

Im vergangenen Jahr kündigte Google an, 450 Millionen US-Dollar in ADT investieren zu wollen. ADT vertreibt auch in Deutschland Videoüberwachungssysteme über eine Tochterfirma.

Vor Gericht erklärte der 35-Jährige, er habe sich Häuser mit Frauen, die er attraktiv fand, notiert und deren Kameras zu seiner sexuellen Befriedigung angezapft. Insgesamt soll insgesamt etwa 9.600-mal auf rund 200 Kundenkonten zugegriffen haben, berichtet das Onlinemagazin Ars Technica.

Zugriff über ADT-Pulse-Konten

Er habe routinemäßig seine E-Mail-Adresse in die ADT-Pulse-Konten der Kunden eingetragen, um auf diese zugreifen zu können, erklärte der Beschuldigte. Die Konten ermöglichen einen Zugriff aus der Ferne auf das ADT-Heimsicherheitssystem. So können beispielsweise Lichter ein- oder ausgeschaltet, Alarme scharfgestellt oder deaktiviert oder auf die Aufnahmen der Überwachungskameras zugegriffen werden.

In einigen Fällen habe er den Kunden erklärt, dass er sich vorübergehend selbst hinzufügen müsse, um das System zu testen. In anderen Fällen fügte er sich ohne deren Wissen hinzu. Er bekannte sich in den Anklagepunkten des Computerbetruges und der invasiven visuellen Aufzeichnung für schuldig. Ihm droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Laut einem ADT-Sprecher hat das Unternehmen die Staatsanwaltschaft auf den Fall aufmerksam gemacht, nachdem es im April das illegale Verhalten des ehemaligen Angestellten bemerkte. Die betroffenen Kunden seien daraufhin kontaktiert worden, "um die Sache in Ordnung zu bringen".

Unter den Betroffenen sind auch Familien und deren minderjährige Kinder. Einige Betroffene werfen ADT vor, Sicherheitsvorkehrungen wie eine Zwei-Faktor-Authentifizierung sowie eine Benachrichtigung bei einem Zugriff von neuen Nutzern auf das Konto nicht umgesetzt zu haben. Dabei ist die Sicherheit von WLAN-Überwachungskameras ohnehin umstritten: In einem Test konnte Golem.de zeigen, wie leicht sich die Kameras im Vorbeigehen ausknipsen lassen.

Weitere Fälle von Datenmissbrauch

Es ist nicht der erste Fall, bei dem Angestellte ihren Datenzugriff missbrauchen. So hatte 2019 ein ehemaliger Yahoo-Mitarbeiter zugegeben, seine Position als Softwareentwickler ausgenutzt zu haben, um sich Zugang zu Tausenden Yahoo-Nutzerkonten zu verschaffen. Dort hatte er es auf private und intime Inhalte abgesehen. Zum Teil nutzte er die Yahoo-Mailkonten als Ausgangspunkt, um in andere Konten der Betroffenen einzudringen.

Der Amazon-Tochter Ring wurde vorgeworfen, dass die Angestellten auf die Aufnahmen der von den Unternehmen vertriebenen Videoüberwachungskameras zugreifen können. Ring widersprach den Vorwürfen des Onlinemagazins The Intercept.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Der Nachfolger von Windows 10
Windows 11 ist da

Nun ist es offiziell: Microsoft kündigt das neue Windows 11 an. Vieles war bereits vorher bekannt, einiges Neues gibt es aber trotzdem.

Der Nachfolger von Windows 10: Windows 11 ist da
Artikel
  1. EE: Britische Netzbetreiber führen wieder Roaming ein
    EE
    Britische Netzbetreiber führen wieder Roaming ein

    Für britische Mobilfunk-Nutzer ist die Zeit des freien Telefonierens in der EU bald vorbei. EE und zuvor O2 und Three haben Einschränkungen angekündigt.

  2. Krypto-Betrug in Milliardenhöhe: Gründer von Africrypt stehlen 69.000 Bitcoin
    Krypto-Betrug in Milliardenhöhe
    Gründer von Africrypt stehlen 69.000 Bitcoin

    Die Gründer der Kryptoplattform Africrypt haben sich offenbar mit 69.000 gestohlenen Bitcoin abgesetzt. Der Betrug deutete sich schon vor Monaten an.

  3. Interview: Avatar und die global beleuchteten Mikrodetails von Pandora
    Interview
    Avatar und die global beleuchteten Mikrodetails von Pandora

    Waldplanet statt The Division: Golem.de hat mit dem Technik-Team von Avatar - Frontiers of Pandora über die Snowdrop-Engine gesprochen.
    Ein Interview von Peter Steinlechner

Jakelandiar 26. Jan 2021

Alles toll und vielleicht sogar schon so umgesetzt und trotzdem absolut nutzlos im...

User_x 26. Jan 2021

Mit dem Posting insoweit dass man auf Regulierung hofft.

Megusta 25. Jan 2021

Finde auch egal, wenn man so dämlich ist und sich dabei filmen lässt. Privatsphäre - ich...

RuID 25. Jan 2021

... da schließe ich mich an xD der DirkK hat aber auch einen kleinen Tellerrand xD


Folgen Sie uns
       


Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Mega-Wiedereröffnung bei MediaMarkt - bis zu 30 Prozent Rabatt • Samsung SSD 980 Pro PCIe 4.0 1TB 166,59€ • Gigabyte M27Q 27" WQHD 170Hz 338,39€ • AMD Ryzen 5 5600X 251,59€ • Dualsense Midnight Black + R&C Rift Apart 99,99€ • Logitech Lenkrad-Sets zu Bestpreisen [Werbung]
    •  /