Überwachung: Schweizer Gericht erlaubt Einsatz von Keylogger-Software

Das höchste Schweizer Gericht hat ein Urteil kassiert und der Staatsanwaltschaft den Einsatz eines Software-Keyloggers erlaubt.

Artikel veröffentlicht am ,
Ein Keylogger zeichnet heimlich die Tastatureingaben auf.
Ein Keylogger zeichnet heimlich die Tastatureingaben auf. (Bild: Simon/Pixabay)

Das Schweizer Bundesgericht hat den Einsatz einer Software zur Aufzeichnung der Tastatureingaben (Keylogger) auf den Geräten eines Verdächtigen in einem Drogenermittlungsverfahren für rechtens erklärt. Damit hat es eine Entscheidung des Obergerichts des Kantons Zürich kassiert, das der Staatsanwaltschaft den Einsatz des Keyloggers untersagt hatte.

Stellenmarkt
  1. Referatsleiter / Referatsleiterin (m/w/d) Anwendungsentwicklung
    Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV), Sankt Augustin
  2. SAP Inhouse Consultant (m/w/d)
    Queisser Pharma GmbH & Co. KG, Flensburg
Detailsuche

Laut einer Mitteilung des Bundesgerichts hat die Zürcher Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen unbekannte Täter geführt, die im Darknet mit Betäubungsmitteln gehandelt haben sollen. In diesem Zusammenhang seien "verschiedene geheime Überwachungsmaßnahmen" durchgeführt worden. Um herauszufinden, in welchem Umfang mit Drogen gehandelt wurde, und um mögliche Mittäter zu entdecken, wollte die Staatsanwaltschaft eine Keylogger-Software auf dem Laptop einer verdächtigen Person einsetzen.

Das Zwangsmaßnahmengericht des Obergerichts des Kantons Zürich bewilligte den Einsatz der Überwachungssoftware jedoch nicht. Daraufhin zog die Staatsanwaltschaft vor das höchste Schweizer Gericht, das den Einsatz erlaubte. "Die Voraussetzungen für den Einsatz eines technischen Überwachungsgeräts im Sinne von Artikel 280 der Strafprozessordnung (StPO) sind erfüllt. Entgegen der Ansicht des Obergerichts handelt es sich auch bei einem softwarebasierten Keylogger um ein 'technisches Überwachungsgerät' im Sinne des Gesetzes", begründet das Bundesgericht seine Entscheidung.

Hacking & Security: Das umfassende Handbuch. 2. aktualisierte Auflage des IT-Standardwerks (Deutsch) Gebundene Ausgabe

Kein Unterschied zwischen Software- und Hardware-Keylogger

"Eine Unterscheidung zwischen einem mechanischen Keylogger und einem softwarebasierten Keylogger macht keinen Sinn", so das Gericht weiter. Ausschlaggebend sei nicht die Beschaffenheit des Keyloggers, sondern die Art und Weise, auf die er eingesetzt werde. "Soweit die Wirkungsweise des softwarebasierten Keyloggers mit einem entsprechenden mechanischen Gerät absolut identisch ist und auch nicht darüber hinausgeht, kann es keine Rolle spielen, ob es sich um einen physischen Gegenstand oder Software handelt."

Golem Karrierewelt
  1. Kubernetes Dive-in-Workshop: virtueller Drei-Tage-Workshop
    19.-21.07.2022, Virtuell
  2. Cloud Competence Center: Strategien, Roadmap, Governance: virtueller Ein-Tages-Workshop
    26.07.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Das Urteil wurde bereits am 18. Juni 2020 gefällt. Da die Ermittlungen zu diesem Zeitpunkt noch liefen, wurde das Urteil erst jetzt, rund eineinhalb Jahre später, veröffentlicht.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


tauchcomputer 12. Feb 2022

Der Zusammenhang, in dem du hier schreibst, das ist denke ich der Schlüsselpunkt...

justastupidman 11. Feb 2022

Warum sollte sich das oberste Gericht der EU mit Angelegenheiten eines Nicht-EU-Lands...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Ukrainekrieg
Erster Einsatz einer US-Kamikazedrohne dokumentiert

Eine Switchblade-Drohne hat offenbar einen russischen Panzer getroffen. Dessen Besatzung soll sich auf dem Turm mit Alkohol vergnügt haben.

Ukrainekrieg: Erster Einsatz einer US-Kamikazedrohne dokumentiert
Artikel
  1. Deutsche Bahn: 9-Euro-Ticket gilt nicht in allen Nahverkehrszügen
    Deutsche Bahn
    9-Euro-Ticket gilt nicht in allen Nahverkehrszügen

    So einfach ist es dann noch nicht: Das 9-Euro-Ticket gilt nicht in allen Zügen, die mit einem Nahverkehrsticket genutzt werden können.

  2. Verifone: Bundesweite Störung von Girokarten-Terminals
    Verifone
    Bundesweite Störung von Girokarten-Terminals

    In vielen Geschäften lässt sich derzeit nur bar bezahlen. Ursache ist wohl ein Softwarefehler in Kartenzahlungsterminals für Giro- und Kreditkarten.

  3. Cerebras WSE-2: München verbaut riesigen KI-Chip
    Cerebras WSE-2
    München verbaut riesigen KI-Chip

    Als erster Standort in Europa hat das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) ein CS-2-System mit Cerebras' WSE-2 gekauft, welches effizient und schnell ist.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Days of Play: (u. a. PS5-Controller (alle Farben) günstig wie nie: 49,99€, PS5-Headset Sony Pulse 3D günstig wie nie: 79,99€) • Viewsonic Gaming-Monitore günstiger • Mindstar (u. a. MSI RTX 3090 24GB 1.599€) • Xbox Series X bestellbar • Samsung SSD 1TB 79€ [Werbung]
    •  /