Überwachung: Russische Behörden fordern Nutzerdaten von Dating-App Tinder
Russische Behörden fordern von der Dating-App Tinder die Herausgabe von Nutzerdaten. Die Betreiber von Tinder seien verpflichtet, die Informationen mindestens ein halbes Jahr zu speichern und den Behörden auf Anfrage bereitzustellen, teilte die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadzor(öffnet im neuen Fenster) am 3. Juni in Moskau mit. Unter anderem könnten neben der Polizei auch der russische Inlandsgeheimdienst FSB sowie das Innenministerium die Daten verlangen.
Seit 2016 dürfen die Behörden auf Daten per Gesetz zugreifen, wenn sie kriminelle Machenschaften vermuten oder einem Terrorverdacht nachgehen. Kritiker sehen dies jedoch als Möglichkeit, das Internet stärker zu überwachen und zum Beispiel gegen die Opposition vorzugehen.
Russland scheiterte an Telegram-Blockade
Erst im April hatte das russische Parlament den Weg für ein eigenständiges Internet im Land geebnet. Demnach soll künftig der russische Internetverkehr über Server im eigenen Land gelenkt werden. Nach Angaben des Parlaments soll damit bei einem Ausfall oder einem großen Cyberangriff durch ein anderes Land das Internet unabhängig sein.
Mitte vergangenen Jahres begann Russland damit, den Messenger Telegram zu blockieren – allerdings wenig erfolgreich. Über Proxy-Server kann Telegram weiter genutzt werden(öffnet im neuen Fenster). Zuvor war in Russland bereits der Messenger Zello gesperrt worden, eine Art Walkie-Talkie-App, die zwischenzeitlich zur Kommunikation bei Protesten in Russland eingesetzt wurde. Weil Zello auf Amazons AWS-Dienste auswich, blockierte die russische Behörde für Telekommunikationsregulierung Roskomnadzor zwischenzeitlich bis zu 13,5 Millionen IP-Adressen von AWS.
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