• IT-Karriere:
  • Services:

Überwachung: Regierung will Staatstrojaner für die Geheimdienste

Die deutschen Geheimdienste sollen zukünftig Smartphones und Computer hacken dürfen, um Nachrichten und Anrufe abzuhören.

Artikel veröffentlicht am ,
Ein trojanisches Pferd
Ein trojanisches Pferd (Bild: Josef Pichler/Pixabay)

Monatelang hat die Regierung über den Einsatz von Staatstrojanern durch die Geheimdienste gestritten. Nun haben sich Kanzlerin Angela Merkel, Innenminister Horst Seehofer und Vizekanzler Olaf Scholz laut einem Bericht des Spiegel geeinigt: Die deutschen Geheimdienste Bundesnachrichtendienst (BND), Militärischer Abschirmdienst (MAD) und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) sollen zukünftig Staatstrojaner auf Smartphones und Computern installieren dürfen, um Anrufe und Nachrichten aus Messengern wie Whatsapp mitzuschneiden.

Stellenmarkt
  1. Interhyp Gruppe, München
  2. Albert Schweitzer Stiftung - Wohnen & Betreuen, Berlin-Pankow

Diese sogenannte Quellen-Telekommunikationsüberwachung (Quellen-TKÜ) beschränkt den Trojanereinsatz zwar rechtlich auf das Abfangen der Telekommunikation auf dem Endgerät. Damit sollen vornehmlich verschlüsselte Telefonate oder Messengernachrichten vor der Verschlüsselung beziehungsweise nach der Entschlüsselung erfasst werden.

Technisch unterscheidet sich dies jedoch kaum von einer Onlinedurchsuchung, bei welcher der volle Zugriff auf die auf dem Gerät gespeicherten Daten erlaubt wird. Bei beidem kommt ein Staatstrojaner zum Einsatz, über den Zugriff auf die Geräte der Betroffenen erlangt werden soll. Der Trojaner kann über Sicherheitslücken oder durch direkten Zugriff auf die Geräte installiert werden.

Sicherheitslücken horten ist gefährlich

Das schafft zusätzliche Sicherheitsprobleme, da die Geheimdienste oder andere Sicherheitsbehörden ein Interesse daran haben, entdeckte Sicherheitslücken offen zu lassen. Wie gefährlich ein solches Horten von Sicherheitslücken ist, zeigten die Sicherheitslücken Eternalblue und Doublepulsar aus dem Bestand der NSA. Diese bildeten 2017 die Grundlage für das Wanna-Cry-Desaster, dem etliche Firmen zum Opfer fielen.

"Die Quellen-TKÜ sollte ursprünglich nur bei schweren Straftaten durch das BKA eingesetzt werden. Dann wurden die Hürden immer niedriger gesetzt", mahnte Linus Neumann, Sprecher des Chaos Computer Clubs, bereits im Juni. "In diesen ohnehin schon kritischen Fällen gibt es aber immerhin noch eine richterliche und öffentliche Kontrolle bei der Verhandlung. Auch das fällt nun weg: Der deutsche Inlandsgeheimdienst soll hacken dürfen, wen er will."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (u. a. Xbox Wireless Controller Carbon Black/Robot White/Shock Blue für 58,19€)

Cerdo 21. Okt 2020 / Themenstart

Ähh... Nein? Entweder verstehe ich nicht was du meinst oder die Behauptung ist so...

phade 21. Okt 2020 / Themenstart

Es geht ja darum, eben nicht vor Ort sein zu müssen ... Ich finde es peinlich, dass...

mxcd 21. Okt 2020 / Themenstart

Als noch mit Briefen und Telefon kommuniziert wurde, nahm der Staat auch darauf Zugriff...

it-fuzzy 21. Okt 2020 / Themenstart

Ich denke auch, dass das gegen die Grundrechte verstößt. Trotzdem schade, dass sie bis...

Crydos 20. Okt 2020 / Themenstart

Wie können die so blind sein. War da nicht gerade der Skandal mit Finfisher? Wollen sie...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Watch Dogs Legion - Raytracing im Vergleich

Wir zeigen die Auswirkungen von Raytracing-Spiegelungen im integrierten Benchmark von Watch Dogs Legion. Dort wie im Spiel reflektieren Wasserfläche, etwa Pfützen, sowie Glas und Metall - also Fenster oder Fahrzeuge - die Umgebung dynamisch in Echtzeit.

Watch Dogs Legion - Raytracing im Vergleich Video aufrufen
    •  /