Überwachung: Polizisten haben im Auftrag von Ring Kameras vermarktet

Mindestens 100 US-Polizsten sollen Ring-Produkte erhalten und diese anderen empfohlen haben. Die Polizeibehörde sieht darin kein Problem.

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Polizisten vermarkteten im Auftrag von Ring passende Kameras.
Polizisten vermarkteten im Auftrag von Ring passende Kameras. (Bild: Chip Somodevilla)

Das Unternehmen Ring hat über 100 Polizeibeamte in Los Angeles kostenlos mit Produkten und Rabattcodes versorgt. Der Vorfall liege schon einige Jahre zurück, berichtet die Los Angeles Times. Nach Ansicht der Polizeibehörden liege kein Verstoß gegen die Regeln für Polizisten vor, es habe keine Bestechung gegeben.

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Ring sollte die Polizeibeamten als Markenbotschafter nutzen, um neue Kunden für die eigenen Sicherheitskameras zu gewinnen. Fanden die Polizeibeamten neue Kundschaft, bekamen sie im Gegenzug Ring-Kameras geschenkt. Auch Rabattcodes wurden im Zuge des Tauschgeschäfts verteilt.

Datenschutz- und Strafrechtsexperten sehen darin das Problem, dass nicht klar sei, ob die Polizeibeamten dabei der Öffentlichkeit oder einem privatwirtschaflichten Unternehmen dienten.

Fragliche Praktik wurde von Ring beendet

Nach Angaben von Ring wurde die Aktion mit der Bezeichnung Pillar 2019 eingestellt. Im Jahr 2018 war Ring von Amazon übernommen worden. The Verge zitiert eine Stellungnahme von Ring, wonach "die fraglichen Praktiken und Programme nicht Ring heute widerspiegeln" würden. "Wir haben schon vor Jahren aufgehört, an die Strafverfolgung zu spenden und Polizisten zu ermutigen, unsere Produkte zu bewerben", heißt es.

Bereits im Sommer 2019 wurde bekannt, dass etliche Polizeidienststellen in den USA daran gearbeitet haben, eine möglichst flächendeckende Überwachung mit Kameras zu erzielen. In einigen Städten und Gemeinden verteilte die Polizei Ring-Klingelkameras teilweise sogar kostenlos.

Zweifel am Nutzen von Überwachungskameras

Diese Klingelkameras sind eigentlich dafür gedacht, zu sehen, wer vor der Tür steht, ohne diese öffnen zu müssen. Die betreffenden Kameras können aber selbsttätig Videoaufnahmen machen, wenn Bewegungen vor der Haustür bemerkt werden, und damit den öffentlichen Raum überwachen.

Die Errichtung von Überwachungskameras wird immer damit begründet, dass dies die Kriminalitätsrate senken würde - vor allem, wenn Ring eng mit der Polizei zusammenarbeite.

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Eine Studie von Anfang 2020 widerspricht: Rund ein Drittel der Polizeireviere habe nach eigenen Angaben nie eine Festnahme auf Basis von Ring-Videos durchgeführt. Das zweite Drittel gab an, dass Festnahmen durch die Aufnahmen verifiziert werden konnten. "Es gibt einen Mangel an Beweisen, dass irgendeine Stadt sicherer gemacht wurde", erklärte Liz O'Sullivan vom Technology Oversight Project. Die Organisation setzt sich gegen übermäßige Überwachung ein.

WLAN-Kameras lassen sich einfach ausknipsen

Die Sicherheit der WLAN-Kameras an sich ist umstritten: Mit wenigen Kommandozeilenbefehlen oder einem sogenannten Wi-Fi-Deauther lassen sich die Überwachungkameras ausknipsen. In einem Test von Golem.de konnten wir auf diese Weise unbemerkt eine eigentlich videoüberwachte Winkekatze stehlen.

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Sharra 18. Jun 2021

Danke für den Tipp. Sonst heisst es noch im Gerichtssaal: Geschädigter, sind das ihre...

Steven Lake 18. Jun 2021

Klar sollte sein, dass man damit keinen Mörder erwischen wird. Es geht ja eher um den...

ITnachHauseTele... 18. Jun 2021

Was sollen Datenschützer damit am Hut haben, ob die Polizei im Sinne der Öffentlichkeit...



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