Überwachung: Polizisten in China bekommen Brillen mit Gesichtserkennung

Wie soll ein Polizist im Gewimmel einzelne Menschen erkennen? Chinesische Beamte testen ein mobiles System für die Gesichtserkennung. Untergebracht ist es in einer Sonnenbrille.

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Polizistin in Zhengzhou mit Gesichtserkennungssonnenbrille: sieben Verdächtige identifiziert und festgenommen
Polizistin in Zhengzhou mit Gesichtserkennungssonnenbrille: sieben Verdächtige identifiziert und festgenommen (Bild: AFP/Getty Images)

Polizisten mit dieser Sonnenbrille brauchen kein gutes Personengedächtnis: In China bekommen Polizeibeamte Brillen, die mit Systemen zur Gesichtserkennung ausgestattet sind.

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An der Brille ist eine Kamera angebracht, mit der die Beamten Menschen in ihrer Umgebung erfassen. Entwickelt wurde die Brille von LLVision Technology in Zusammenarbeit mit der Polizei. Das System basiert auf tragbaren Videokameras des Pekinger Unternehmens, die ohne die Fähigkeit, Gesichter zu erkennen, im Handel sind.

Die Erkennung dauert Millisekunden

Damit die Erkennung schnell ist, ist das System offline: Das System ist mit einem tragbaren Gerät verbunden, auf dem eine Datenbank mit Gesichtern gespeichert ist. Die Brille könne in 100 Millisekunden eine Person in einer Datenbank mit 10.000 Gesichtern erkennen, sagte LLVision-Technology-Chef Wu Fei dem Wall Street Journal.

Die Brillen werden vor dem chinesischen Neujahrsfest eingesetzt, das in der kommende Woche beginnt. Es gilt als das wichtigste Fest in China, zu dem Anlass sind Millionen Menschen unterwegs, die zu ihren Familien reisen.

Beamte erkennen Gesuchte

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Beamte sollen mit der Brille beispielsweise Menschen erkennen, die trotz Reisebeschränkungen wegfahren wollen. Bei einem Einsatz auf dem Bahnhof in Zhengzhou, der Hauptstadt der zentralchinesischen Provinz Henan, seien so 26 Personen identifiziert worden, die, um Reiseauflagen zu umgehen, mit einer falschen Identität unterwegs gewesen seien, berichtet die offizielle Tageszeitung Renmin Ribao. Zudem hätten die Beamten sieben Personen festgenommen, die im Zusammenhang mit Kriminalfällen gesucht wurden.

Laut Wu sind die mobilen Kameras in der Erkennung viel schneller als die fest installierten Überwachungskameras, die Gesichter erkennen können. Solche Kameras sind beispielsweise an U-Bahn-Stationen oder Grenzübergängen angebracht.

Amnesty International kritisiert die Überwachungsbrille

China setzt massiv auf Überwachungstechnik, wie Kameras, die das Gesicht, das Geschlecht oder das Alter einer Person erkennen oder das Nummernschild eines Autos lesen können, was Menschenrechtler wie die Organisation Amnesty International kritisieren: Solche Brillen seien vielleicht praktisch bei der Verfolgung von Straftätern, sagte William Nee dem Wall Street Journal. Aber sie trügen dazu bei, die Überwachung noch weiter auszudehnen. Er befürchtet, dass damit nicht nur Straftäter, sondern auch Dissidenten identifiziert werden.

Der britische Fernsehsender BBC testete im Dezember 2017 die Leistungsfähigkeit des Überwachungssystems in Guiyang in der südwestchinesischen Provinz Guizhou: Das Foto eines Reporters wurde in das Sicherheitssystem der Stadt eingegeben, damit die Polizei ihn aufspüren kann, wenn er sich in der Stadt bewegt. Es dauerte gerade mal sieben Minuten.

Solche Überwachungstechnik soll auch hierzulande eingesetzt werden: Am Berliner Bahnhof Südkreuz testen Bundespolizei und Bundesinnenministerium seit vergangenem Jahr Überwachungskameras mit Gesichtserkennung.

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plutoniumsulfat 12. Feb 2018

Wenn keine Akzeptanz dafür da ist, wieso sollte man es laufen lassen?

SanderK 10. Feb 2018

Das hätte was :-)

EynLinuxMarc 10. Feb 2018

Ich hoffe mal das die brille komplett deaktivietbar ist, wenn es den polizistInnen...

quineloe 10. Feb 2018

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/bahnhof-berlin-suedkreuz-testlauf-zur...

tingelchen 09. Feb 2018

So wie es eben bei jeder anderen Arbeitsstelle auch ist. Wer arbeiten geht kann auch...



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