Überwachung: NSA spioniert millionenfach französische Bürger aus

Auch Frankreich ist Zielscheibe der US-Geheimdienste. Millionen Verbindungsdaten landen einem Snowden-Dokument zufolge täglich bei der NSA.

Artikel veröffentlicht am ,
Bei Anruf Aufzeichnung: Grafik der abgehörten französischen Telefongespräche
Bei Anruf Aufzeichnung: Grafik der abgehörten französischen Telefongespräche (Bild: Le Monde/Screenshot: Golem.de)

Der US-Geheimdienst NSA horcht offenbar auch in Frankreich massenhaft Bürger aus. Dies geht aus Dokumenten hervor, die die Tageszeitung Le Monde in Kooperation mit dem amerikanischen Journalisten Glenn Greenwald ausgewertet hat. Demnach wurden alleine im Zeitraum vom 10. Dezember 2012 bis zum 8. Januar 2013 mehr als 70 Millionen Telefonverbindungen aufgezeichnet. Hintergrund des Berichts sind grafische Darstellungen, die der frühere Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden bereitgestellt hat und die in Deutschland bereits vom Nachrichtenmagazin Der Spiegel ausgewertet wurden.

Stellenmarkt
  1. IT Systemadministrator (m/w/x) - IT Inhouse
    über grinnberg GmbH, Frankfurt am Main
  2. PHP Software Entwickler (m/w/x)
    über grinnberg GmbH, Raum Stuttgart, deutschlandweit
Detailsuche

Laut Le Monde trägt die genannte Signalquelle die Bezeichnung US-985D. In Deutschland hatten die Spiegel-Berichte zu Verwirrung geführt, weil sich die genannten Signalquellen Sigad US-987LA und US-987LB auf die Auslandsaufklärung des Bundesnachrichtendienstes (BND) bezogen und daher keine Daten deutscher Bürger betroffen sein sollten. Im Falle Frankreichs ist dies offenbar anders. Wenn bestimmte Telefonnummern in Frankreich genutzt würden, aktivierten diese automatisch die Aufzeichnung des Gesprächs. Auch SMS würden auf Schlüsselwörter hin untersucht. Ebenfalls speichere die NSA systematisch die Metadaten der französischen Gespräche, heißt es in dem Bericht. Die genutzten Programme (Techs) dazu lauteten Drtbox und Whitebox. Dabei habe Drtbox im oben genannten Zeitraum 62,5 Millionen Telefondaten aufgezeichnet, Whitebox die übrigen 7,8 Millionen. Die Dokumente lassen dem Blatt zufolge den Schluss zu, dass nicht nur Menschen mit möglichen Verbindungen zum Terrorismus abgehört würden, sondern auch Personen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung.

US-Botschafter einbestellt

Der französische Premierminister Jean-Marc Ayrault zeigte sich "schockiert" über den Bericht und verlangte "klare Antworten zu den Praktiken". Außenminister Laurent Fabius kündigte umgehend an, den amerikanischen Botschafter ins Außenministerium einzubestellen. "Diese Praktiken, die das Privatleben verletzen, sind unter Partnern vollkommen inakzeptabel", sagte er bei der Ankunft zu einem europäischen Ministertreffen in Luxemburg.

Für weitere Hintergründe zur NSA-Affäre aktualisiert Golem.de fortlaufend diese beiden Artikel:

Golem Karrierewelt
  1. Entwicklung mit Unity auf der Microsoft HoloLens 2 Plattform: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    07./08.06.2022, Virtuell
  2. Kubernetes Dive-in-Workshop: virtueller Drei-Tage-Workshop
    19.-21.07.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Chronologie der Enthüllungen

Glossar zur NSA-Affäre

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Baron Münchhausen. 22. Okt 2013

Solche Logiken spielen bei einem faschistischen Staat keine Rolle. Viele denken bei...

ploedman 21. Okt 2013

demnächst werden wieder Autos brennen in Frankreich.

ChristianG 21. Okt 2013

Die Franzosen waren gegen den Irakkrieg.

zerocoolz 21. Okt 2013

Pfff... Deren Flatrate läuft doch eh aus. Oder womit wollen Sie ihre Bandbreite zahlen...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Künstliche Intelligenz
Wie erklären Menschen die Entscheidungen von Computern?

Je komplexer eine KI, desto schwerer können Menschen ihre Entscheidungen nachvollziehen. Das ängstigt viele. Doch künstliche Intelligenz ist keine Blackbox mehr.
Von Florian Voglauer

Künstliche Intelligenz: Wie erklären Menschen die Entscheidungen von Computern?
Artikel
  1. Prehistoric Planet: Danke, Apple, für so grandiose Dinosaurier!
    Prehistoric Planet
    Danke, Apple, für so grandiose Dinosaurier!

    Musik von Hans Zimmer, dazu David Attenborough als Sprecher: Apples Prehistoric Planet hat einen Kindheitstraum zum Leben erweckt.
    Ein IMHO von Marc Sauter

  2. Sparmaßnahmen: Tech-Unternehmen fahren Neueinstellungen zurück
    Sparmaßnahmen
    Tech-Unternehmen fahren Neueinstellungen zurück

    Technologiekonzerne und Startups reagieren mit Entlassungen und Einstellungsstopps auf die unsichere wirtschaftliche Entwicklung.

  3. Retro Gaming: Wie man einen Emulator programmiert
    Retro Gaming
    Wie man einen Emulator programmiert

    Warum nicht mal selbst einen Emulator programmieren? Das ist lehrreich und macht Spaß - wenn er funktioniert. Wie es geht, zeigen wir am Gameboy.
    Von Johannes Hiltscher

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Samsung 870 QVO 1 TB 79€ • Prime Video: Filme leihen für 0,99€ • Alternate (u. a. Recaro Rae Essential 429€) • Gigabyte RTX 3080 12 GB ab 1.024€ • Mindstar (u. a. AMD Ryzen 5 5600 179€, Palit RTX 3070 GamingPro 669€) • SanDisk Ultra microSDXC 256 GB ab 14,99€ • Sackboy 19,99€ [Werbung]
    •  /