Überwachung: New Yorker Projekt zur Echtzeit-Gesichtserkennung scheitert

In New York testet der Verkehrsbetrieb an mautpflichtigen Brücken und Tunneln ein System zur Gesichtserkennung von Autofahrern. Die erste Phase des Pilotprojekts war jedoch ein Fehlschlag.

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Robert F. Kennedy Bridge: Kamera an weiteren Brücken und Tunneln installiert
Robert F. Kennedy Bridge: Kamera an weiteren Brücken und Tunneln installiert (Bild: Marvin Springer/MTA Bridges and Tunnels/CC-BY 2.0)

Wer fährt über die Robert F. Kennedy Bridge? Der New Yorker Verkehrsbetrieb Metropolitan Transportation Authority (MTA) hat Kameras mit Gesichtserkennung an der Brücke installiert, um Autofahrer zu identifizieren. Das Pilotprojekt ist jedoch nicht sehr erfolgreich.

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Die Kameras wurden an der Bücke installiert, die die New Yorker Stadtteile Manhattan, Bronx und Queens verbindet. Sie sollten in die vorbeifahrenden Autos schauen und die Fahrer erfassen. Ein System zur Gesichtserkennung sollte die Bilder mit einer Datenbank abgleichen.

Der Test begann im Sommer vergangenen Jahres. Im Herbst musste die MTA ein ernüchterndes Fazit ziehen: Die Anfangsphase des Projekts sei abgeschlossen und gescheitert, schrieb ein MTA-Mitarbeiter in einer E-Mail an das Büro von Andrew Cuomo, Gouverneur des US-Bundesstaates New York. Es seien "keine Gesichter (0%) innerhalb akzeptabler Parameter erkannt" worden.

Das berichtet die Tageszeitung Wall Street Journal, der die E-Mail vorliegt. Deren Autor schreibt, dass ein zweiter Datenträger mit Bildern von Fahrern existiere. Dieser werde noch ausgewertet.

Mehr Kameras wurden installiert

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Dessen ungeachtet geht das Projekt weiter: Es seien weitere Kameras angeschafft worden, die an anderen Orten installiert werden sollen. Das bestätigte ein MTA-Sprecher dem Wall Street Journal: Demnach seien an zwei weitere Brücken und zwei Tunneln Kameras angebracht worden.

Von offizieller Seite heißt es, das Projekt solle dazu beitragen, Terroristen und Gewaltverbrecher zu fassen. Das solle die Sicherheit für die Bürger verbessern. Gegner kritisieren, dass eine Gesichtserkennung zusätzlich zur Erfassung der Nummernschilder der Regierung viel mehr Möglichkeiten zur Überwachung verschaffe. Die Nummernschilder werden an Brücken und Tunneln für die Mautabrechnung erfasst. Die MTA betreibt sieben mautpflichtige Brücken und zwei Tunnel.

Ein Sprecher der MTA sagte, dass nur sehr wenige Mitarbeiter Zugriff auf die Daten hätten. Weder Strafverfolger noch sonst irgendjemand außerhalb des Projekts habe darauf Zugriff gehabt.

Die in New York eingesetzte Gesichtserkennungssoftware stammt vom französischen Unternehmen Idemia. Sie wurde auch bei dem Pilotprojekt am Berliner Bahnhof Südkreuz eingesetzt.

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