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Überwachung: Kamerasystem soll selbstständig Verbrechen erkennen

Am Bahnhof und in der Innenstadt von Mannheim sollen 72 Kameras selbstständig kriminelles Verhalten erkennen und die Polizei alarmieren. Innenministerium und Stadt wollen mit dem Pilotprojekt herausfinden, ob sich so die Sicherheit erhöhen lässt.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Politiker bei der Eröffnung des Lagezentrums der Polizei Mannheim.
Politiker bei der Eröffnung des Lagezentrums der Polizei Mannheim. (Bild: ©Stadt Mannheim)

Als europaweit erste Stadt testet Mannheim seit dem 3. Dezember 2018 eine "intelligente Videoüberwachung" zur besseren Bekämpfung der Straßenkriminalität. "Dabei geht es nicht um Gesichtserkennung, sondern um das Erkennen von Verhaltensmustern", sagte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) in Mannheim. Zunächst startete die Videoüberwachung am Hauptbahnhof. Weitere Kriminalitätsbrennpunkte sollen innerhalb der kommenden Monate und Jahre folgen. Mannheim investiert 900.000 Euro für das System. Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich mit weiteren 700.000 Euro.

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Geplant ist, dass 72 Kameras verschiedene Plätze in der Innenstadt und im Stadtteil Neckarstadt fokussieren. Getestet werden soll das System innerhalb der kommenden fünf Jahre, wie Mannheims Erster Bürgermeister und Ordnungsdezernent Christian Specht (CDU) sagte. Wie funktioniert die auf Algorithmen basierende Überwachung, die nach Angaben des Innenministers europaweit bisher einzigartig ist? Wird etwa ein Passant geschlagen, erscheint auf dem Bildschirm im Lagezentrum der Mannheimer Polizei ein Hinweis. Deren Präsident Thomas Köber betonte, dass Beamte auf Basis der Kamerabilder die Situation bewerten und über einen Einsatz entscheiden. "Es entscheidet nicht die Maschine, es entscheidet der Mensch."

Aufnahmen werden nach 72 Stunden gelöscht

Wer am Montag einen Blick in das Lagezentrum der Mannheimer Polizei werfen konnte, sah Beamte vor zahlreichen Bildschirmen sitzen und den Kameraübertragungen folgen. Im Falle einer Gewalttat oder etwa eines Handtaschendiebstahls sollen Beamte mit Hilfe farblicher Veränderungen auf dem gezeigten Bildausschnitt das Ausmaß erkennen. Im Zweifelsfall können sie den Kameraausschnitt wechseln und die Akteure besser in den Fokus rücken.

Rechtliche Bedenken gibt es aus Sicht des Innenministers an dieser Praxis nicht. Das jüngst geänderte Polizeigesetz des Landes stehe in Einklang mit der Anwendung der neuen Technologie. Außerdem würden etwa private Bereiche wie Wohnungen verpixelt. Man wolle auch keinen Datenvorrat anlegen, sagte der Minister. Daher würden die Aufzeichnungen nach 72 Stunden vernichtet.

Entwickelt wurde die Software vom Fraunhofer Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) in Karlsruhe. Von einer finalen Anwendungsreife kann laut IOSB noch nicht die Rede sein. "Mit der Anwendung im öffentlichen Raum wird völliges Neuland betreten", hieß es dazu. Für Minister Strobl ist das Projekt dennoch jetzt schon "Pionierarbeit made in Baden-Württemberg".

Sind Schläge und Tritte zu erkennen?

Auch ein solches System gerät nach Polizeiangaben an seine Grenzen. Getestet werden solle nun, wie gut bestimmte Verhaltensmuster - etwa Schlagen oder Treten - überhaupt durch die entsprechenden Algorithmen erkannt werden können. Davon abgesehen gebe es auch noch die Frage zu klären, ob sich im Zuge der Kameraüberwachung die kriminelle Szene in andere Bereiche - nämlich nicht überwachte Gebiete - zurückzieht.

"Wir stehen heute am Anfang eines Entwicklungsprozesses und nicht am Beginn einer voll einsatzfähigen Videoüberwachung", hieß es auch vom stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD im Stuttgarter Landtag, Sascha Binder. Auch Strobl sagte in Mannheim, die neue Kameraüberwachung sei kein Allheilmittel. Allerdings sei sie ein wichtiges Instrument im Kampf gegen die Kriminalität.



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Oh je 04. Dez 2018

vom 3. von links Der denkt doch bestimmt was kriminelles. Wo bleibt die KI die uns davor...

FreiGeistler 04. Dez 2018

Das mit dem erhalten sehen wir ja noch. Sieht aktuell nicht gut dafür aus.

zwangsregistrie... 04. Dez 2018

der Videobeweis in der Bundesliga, dann wir alle zwei Tage ein unschuldiger erschossen.

hamsterbacke81 04. Dez 2018

Es gibt noch gar kein verlässliches System zur Gesichtserkennung, aber schon auf einmal...

Muhaha 04. Dez 2018

Zur Schaffung einer Illusion. Eine Sicherheitsillusion für die Fahrgäste und eine...


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Vom Junior-Projektleiter zum IT-Director konnte Florian Schader sämtliche Facetten der IT-Welt gestalten und hat eine Leidenschaft entwickelt, diese Erfahrungen weiterzugeben. Seine Grundmotivation ist die aktive Weitergabe seiner 20-jährigen Projekt- und Leitungserfahrung im IT-Umfeld, der Erfolg von Projekten und die aktive Weiterentwicklung von Menschen. Dabei stellt er immer den Bezug zur Praxis her. Als Trainer und Coach ist er spezialisiert auf Projektmanagement und Führungskräfteentwicklung.

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