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Überwachung: Frankreich setzt KI-Überwachungskameras für Olympia 2024 ein

Nach mehr als sieben Stunden hitziger Debatte wurde der Einsatz von KI-gesteuerter Kameraüberwachung in Echtzeit für die Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris genehmigt.
/ Patrick Klapetz
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Eine Überwachungskamera als Symbolbild. (Bild: Video Girl, publicdomainpictures)
Eine Überwachungskamera als Symbolbild. Bild: Video Girl, publicdomainpictures / CC0 Public Domain

Frankreich wird für die Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris eine Echtzeit- Kameraüberwachung KI-gesteuert ablaufen lassen(öffnet im neuen Fenster) . Der Algorithmus soll dabei helfen, verdächtiges Verhalten frühzeitig zu erkennen. Dazu gehört auch das Erkennen von unbeaufsichtigtem Gepäck und das Auslösen von Alarmen, um vor Menschenansammlungen wie Massenpaniken zu warnen.

Während der Debatten am 22. März 2023 behaupteten Gesetzgeber aus der Partei von Präsident Emmanuel Macron, dass KI-unterstützte Kameras den Terroranschlag von Nizza im Jahr 2016 hätten verhindern können. Durch Künstliche Intelligenz hätte der Lastwagen entdeckt werden können, bevor er in die Menge fahren konnte.

Auch das Sicherheitsfiasko beim Champions-League-Finale im Sommer 2022 hätte so vermieden werden können. Laut der Regierung seien algorithmische Überwachungskameras notwendig, um die Sicherheit der Millionen von Touristen zu gewährleisten, die im nächsten Jahr Paris besuchen werden.

Gegenstimmen zur systematischen Überwachung

Anders sah es vor allem das linke Spektrum des Landes. Eine Gruppe von etwa 40 europäischen Gesetzgebern forderte die französischen Kollegen auf, gegen den Text zu stimmen. In einem Brief warnten sie, dass "Frankreich unter dem Vorwand der Olympischen Spiele [2024 in Paris] einen Präzedenzfall für die Überwachung schaffen würde, wie es diesen in Europa noch nie gegeben hat" .

In den vergangenen Monaten wurde der Plan auch von Nichtregierungsorganisationen (NRO) für digitale Rechte heftig kritisiert, darunter die französische Organisation La Quadrature du Net sowie internationale Gruppen wie Amnesty International(öffnet im neuen Fenster) und Access Now. Neben Datenschutzbedenken wiesen sie auf einen möglichen Konflikt mit dem EU-Gesetz über künstliche Intelligenz hin, das derzeit in Brüssel diskutiert wird.

Das half jedoch nicht. Die französischen Abgeordneten stimmten dem umstrittenen Gesetzentwurf nach mehr als sieben Stunden hitziger Debatte zu.


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