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Überwachung: Erklärt Deer Trail Drohnen für vogelfrei?

Magst du keine Drohnen? Dann schieß sie doch ab. Das könnte zumindest in einem kleinen Dorf im US-Bundesstaat Colorado Anfang kommenden Monats gehen. Der Urheber der Idee verfolgt damit aber ein durchaus ernstes Ansinnen.

Artikel veröffentlicht am ,
Drohne Reaper: Schrotflinte, Kaliber 12
Drohne Reaper: Schrotflinte, Kaliber 12 (Bild: US Department of Defense)

Hinter den Great Plains, am Fuße der Rocky Mountains, ist Amerikas Westen immer noch wild. Dort, wo der Siedler einst seinen Grund und Boden mit der Waffe in der Hand verteidigte. Auch heute greift er wieder zum Gewehr. Allerdings richtet er den Lauf nach oben - auf Drohnen.

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Am 6. August 2013 will der Gemeinderat von Deer Trail, einer 500-Einwohner-Gemeinde im US-Bundesstaat Colorado rund 90 Kilometer östlich von Denver, über einen Erlass abstimmen, der die Jagd auf unbemannte Fluggeräte (UAV) freigibt.

Keine Drohnen in Deer Trail

"Wir wollen keine Drohnen in unserem Ort", sagte Phillip Steel, der den Entwurf für den Erlass in den Gemeinderat eingebracht hat, dem Denver Channel, einem lokalen Fernsehsender, der mit ABC verbunden ist. Und was macht der Mann im Westen, wenn er etwas nicht will? Klar: "Wenn sie in unsere Gemeinde fliegen, werden sie abgeschossen." Im Wilden Westen wird nicht lange gefackelt.

Trotz eines gewissen Hangs zur Anarchie, der den Bewohnern von Deer Trail offensichtlich zu eigen ist, wird alles seine bürokratische Ordnung haben: Wer auf Drohnen schieße, müsste vorher eine Jagdlizenz erwerben, für 25 US-Dollar. Auch gesteht Deer Trail den Drohnen eine faire Chance zu: Laut dem Entwurf sollen nur Schrotflinten Kaliber 12 oder kleiner mit einem Lauf von mindestens 18 Zoll Länge zugelassen werden.

Prämie für Abschüsse

Für die Beute soll auch eine Belohnung ausgesetzt werden: Für jede erlegte Drohne, deren Hoheitskennzeichen sie eindeutig als Eigentum der US-Regierung ausweisen, will die Gemeinde dem Jäger 100 US-Dollar zahlen.

Einige Honoratioren des Ortes, inklusive Bürgermeister Franks Fields, wittern bereits das große Geschäft. Sie glauben, dass viele eine solche Lizenz kaufen werden und dass es in der Stadtkasse ordentlich klingelt. Sie fantasieren bereits von einem Volksfest mit öffentlichem Drohnenschießen - das erste überhaupt. Deer Trail hat da einen Ruf zu verteidigen: Das Städtchen war schließlich der Austragungsort des ersten Rodeos überhaupt, wie die Website stolz verkündet. Das war 1869.

Drohnen über den USA

Der kuriose Entwurf hat indes einen ernsten Hintergrund: US-Stellen, darunter das Militär sowie eine Reihe von Polizeidienststellen, setzen Drohnen über zivilem US-Territorium ein. Zu Forschungszwecken, im Falle des Militärs aus unbekannten Gründen, aber durchaus auch zur Überwachung. Bekanntgeworden sind die Drohnenflüge, weil die UAV-Starts von der Federal Aviation Administration (FAA) genehmigt werden müssen. Die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) hat unter Berufung auf das US-Informationsfreiheitsgesetz (Freedom of Information Act, FOIA) entsprechende Dokumente von der US-Luftfahrtbehörde angefordert.

Vieles bleibe aber im Dunkeln, kritisierte die EFF Ende vergangenen Jahres. Das Militär etwa hätte die Dokumente derart umfangreich geschwärzt, dass daraus nur sehr wenig über die Drohnenflüge in Erfahrung zu bringen gewesen sei. Auch einige Polizeibehörden hatten sich strikt geweigert, Auskünfte darüber zu erteilen, was sie mit den Drohnen anfingen. Dazu gehörte auch der Sheriff von Mesa County, das ebenfalls im US-Bundesstaat Colorado liegt.

Darum geht es auch Steel: "Ich halte nichts von einer Überwachungsgesellschaft, aber ich glaube, dass wir auf dem Weg dorthin sind", sagte der Initator des Entwurfs dem Sender. Für andere möge das eine kuriose Sache sein. "Mir ist es ernst."



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tingelchen 20. Jul 2013

Wobei das Hobby in diesem Fall auch gar keine Drohne (UAV) ist. Da sitzt zwar kein Pilot...

Der Held vom... 20. Jul 2013

Ja, aber sie teleportiert sich nicht von der Startbahn auf diese Höhe, sie muss erst...

Der Held vom... 20. Jul 2013

Kampfhubschraube sind (einigermaßen) gegen Handfeuerwaffen gepanzert, weil sie in...

Der Held vom... 20. Jul 2013

Sind sie nicht. Wobei man nicht vergessen sollte, dass selbst der berühmt-berüchtigte...

Nolan ra Sinjaria 19. Jul 2013

*g* als ich gesehn hab, was die da von der Ladefläche nehmen, war mir schon klar was...


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Resident Evil 2 Remake - Fazit

Sprechtext

Fazit

Bei Capcom haben sie derzeit in Sachen Horror ein monstermäßig gutes Händchen. Nach dem hervorragenden Resident Evil 7 ist auch das Remake des zweiten Serienteils geglückt. Das neue Resident Evil 2 fühlt sich nicht wie ein Remake an, sondern wie ein frisch programmiertes Spiel. Das schafft sogar das Kunststück, Fans des Originals zu fesseln und gleichzeitig Neulinge in den Bann von Raccoon City zu ziehen.

Natürlich wissen Kenner der Version von 1998 über die Rahmenhandlung und das Ende schon Bescheid. Dank der überarbeiteten Umgebungen und zusätzlicher Details bieten die Abenteuer von Leon und Claire dennoch wieder Spannung - mit dem zusätzlichen Reiz, die alte mit der überarbeiteten Fassung vergleichen zu können. Die geänderte Steuerung inklusive der Verteidigungsoptionen etwa mit dem Messer funktioniert wunderbar.

Vor allem aber ist die Mischung aus Action und Adventure inklusive der sehr fairen Rätsel gelungen. Auf Dauer haben uns nur die manchmal langen Laufwege gestört - vor allem, wenn wir nur wegen Platzmangel im Inventar ständig zwischen dem aktuellen Einsatzort und einem Sicherheitsraum pendeln mussten.

Grafik und Stimmung sorgen für mehr als nur gepflegtes Denken, Kämpfen und Gruseln. Dazu kommen übrigens auch einige Ekelanimationen, wegen denen Minderjährige und empfindliche Naturen lieber einen Bogen um Resident Evil 2 machen sollten. Alle anderen sollten sich dieses rundum gelungene Remake nicht entgehen lassen.

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