Überwachung: Telekom begrüßt Speicherdauer der Vorratsdatenspeicherung

Die Deutsche Telekom bewertet die Speicherdauer der neuen Vorratsdatenspeicherung positiv. Die verschieden langen Speicherungen von Verbindungsdaten zu Telefongesprächen, IP-Adressen und Standortdaten bei mobiler Telefonie bedeuteten aber einen erheblichen Mehraufwand, dessen Kosten der Steuerzahler tragen solle.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Techniker im Schaltraum
Techniker im Schaltraum (Bild: Deutsche Telekom)

Bei der Deutschen Telekom stößt der Vorschlag zur Neuregelung der Vorratsdatenspeicherung von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) auf Zustimmung. Dass der Speicherzeitraum auf maximal zehn Wochen beschränkt werde und damit deutlich kürzer ausfalle als die vorherige Regelung, begrüße der Konzern grundsätzlich, sagte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Grundsätzlich müsse die Politik Freiheits- und Persönlichkeitsrechte gegenüber Sicherheitsbedürfnissen angemessen würdigen. "Hier geht es um das Vertrauen der Menschen".

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Ein Konzernsprecher von Telefónica Deutschland betonte, dass sich die geplante Neuregelung der Vorratsdatenspeicherung nur in dem von den Gerichten skizzierten engen Korridor der Rechtmäßigkeit, insbesondere der Verhältnismäßigkeit, bewegen dürfe. "Eine stabile Rechtssicherheit für Bürger und Telekommunikationsnetzbetreiber ist essenziell", sagte der Sprecher.

Die schwarz-rote Bundesregierung hatte zuvor einen neuen Vorschlag präsentiert. Künftig sollen die in Deutschland anfallenden Telefon- und Internetverbindungsdaten bis zu zehn Wochen lang gespeichert werden. Standortdaten von Mobiltelefonen dürfen allerdings nur vier Wochen lang gespeichert werden, um die Erstellung von Bewegungsprofilen zu verhindern.

Überwachung ja: Aber auf Kosten des Steuerzahlers

Diese Regelung sieht die Telekom allerdings kritisch: Die verschieden langen Speicherfristen bedeuteten einen erheblichen Mehraufwand, betonte der Sprecher. Die Kosten für die Speicherung müsse deshalb der Staat tragen. In den Leitlinien des Justizministeriums ist eine Entschädigung aber nur vorgesehen, wenn für Anbieter "eine unverhältnismäßige Kostenlast" mit erdrosselnder Wirkung entstehe.

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Bitkom-Präsident Dieter Kempf erklärte, der vorliegende Vorschlag zeige auch klar Grenzen einer Vorratsdatenspeicherung auf. "Letztlich brauchen wir aber eine europäische Lösung. Ein rein nationaler Ansatz belastet ausschließlich die in Deutschland tätigen Unternehmen und ist in Zeiten grenzüberschreitender Kriminalität und terroristischer Aktivitäten nur bedingt effektiv."

Die erste deutsche Regelung zur Vorratsdatenspeicherung hatte einer Prüfung durch das Bundesverfassungsgericht nicht standgehalten. Laut dem Urteil des Verfassungsgerichts verstieß die Speicherung der Verkehrsdaten der Telefon- und Internetverbindungen von 82 Millionen Menschen über sechs Monate in Deutschland gegen das Grundgesetz und war damit nichtig. Das Gericht ordnete an, dass die gespeicherten Daten zu löschen sind. Die Vorratsdatenspeicherung sei zwar nicht grundsätzlich verfassungswidrig, aber ihre Umsetzung. Das Gesetz sei nicht verhältnismäßig, fehlende Datensicherheit und Verschlüsselung bei der gigantischen Sammlung lüden zum Missbrauch ein und Betroffene würden über die Verwendung ihrer Daten nicht benachrichtigt. Auch die Verwendungszwecke der Daten seien nicht hinreichend begrenzt.

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elgooG 20. Apr 2015

Wie kann man nur so naiv sein? Das tut schon richtig weh. -_-

Schilly 19. Apr 2015

Sehr schön! Bei mir rief damals schon die Ankündigung der Volumentarife und...

spezi 16. Apr 2015

Die Überschrift ist etwas verkürzt (wenn man das Wort "Irreführend" vermeiden will). Was...

Cyber1999 16. Apr 2015

...sind die dafür, die haben ihr Logging auch permanent an und es ist für die auch zu...



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