Abo
  • Services:

Überwachung: Deutsche Geheimdienste durchsuchen 37,3 Millionen E-Mails

Die Geheimdienste haben 2010 so viele E-Mails nach Schlagwörtern durchsucht wie nie zuvor. 37,3 Millionen Mal wurden verdächtige Begriffe in E-Mails gefunden. In nur 213 Fällen hatte die Überwachung ein Ergebnis.

Artikel veröffentlicht am ,
Überwachung: Deutsche Geheimdienste durchsuchen 37,3 Millionen E-Mails
(Bild: Johannes Simon/Getty Images)

Die deutschen Geheimdienste haben im Jahr 2010 nach eigenen Angaben die Inhalte von 37.292.862 E-Mails durchsucht und verdächtige Suchbegriffe gefunden. Das ergab ein Bericht des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKG), ein Ausschuss des Bundestages zur Überwachung der Geheimdienste Verfassungsschutz, Bundesnachrichtendienst und Militärischer Abschirmdienst (MAD), über den die Bild-Zeitung zuerst berichtete.

Stellenmarkt
  1. BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, Berlin
  2. OHB System AG, Bremen, Oberpfaffenhofen

Die Anzahl der E-Mails mit Suchbegriffen, die für Geheimdienste relevant schienen, ist damit stark gestiegen. Im Jahr 2009 lag diese noch bei 6,8 Millionen. Gesucht wurde nach rund 15.300 Begriffen, davon sollen 2.000 aus dem Bereich Terrorismus, 13.000 aus dem Umfeld Massenvernichtungswaffen und 300 aus dem Bereich der Schleusung stammen.

Aus den 37,3 Millionen durchsuchten E-Mails ergaben sich in nur 213 Fällen verwertbare Hinweise für die Geheimdienste.

Nachtrag vom 25. Februar 2012, 13:24 Uhr

Laut Angaben der Geheimdienste war das hohe Spamaufkommen die Ursache für den Anstieg der E-Mails, in denen die Suchbegriffe gefunden wurden. In dem Bericht heißt es: "Zu berücksichtigen ist hierbei der sehr hohe Spam-Anteil, der zum Anstieg der Zahlen beitrug. Allgemeinen Schätzungen zufolge liegt der Spam-Anteil im internationalen E-Mail-Aufkommen bei etwa 90 Prozent. Die zur Selektion unerlässliche Verwendung von inhaltlichen Suchbegriffen, bei denen es sich auch um gängige und mit dem aktuellen Zeitgeschehen einhergehende Begriffe handeln kann, führt unweigerlich zu einem relativ hohen Spam-Anteil, da viele Spam-Mails solche Begriffe ebenfalls beinhalten können." Nachdem das Aufkommen im ersten Halbjahr 2010 infolge eines sehr hohen Spamanteils stark zugenommen habe, sei im weiteren Verlauf des Berichtszeitraums ein gradueller Rückgang zu verzeichnen gewesen.

Nachtrag vom 25. Februar 2012, 15:15 Uhr

FDP-Innenexpertin Gisela Piltz sagte, das eklatante Missverhältnis zwischen 37 Millionen überwachten E-Mails und 213 "tatsächlichen Anhaltspunkten muss Anlass für eine gründliche Überprüfung der nachrichtendienstlichen Überwachungstätigkeit sein." Dies sei nicht nur rechtsstaatlich fragwürdig, sondern stelle auch die Effektivität der Arbeit der Nachrichtendienste infrage. Der MAD sei abzuschaffen und die Befugnisse der Sicherheitsbehörden genau zu überprüfen.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 119,90€
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  3. täglich neue Deals bei Alternate.de

gerlimm 24. Apr 2013

Könnten Sie mir freundlicherweise gute ausländische Email-Provider benennen? Aus meiner...

Kugelfisch_dergln 29. Feb 2012

Wenn das Wörtchen wenn nicht wär...korrekt lesen (bzw. verstehen) und du brauchst dich...

Freepascal 27. Feb 2012

Das stimmt zwar grundsätzlich, trotzdem ist es in der juristischen Praxis durchaus ein...

Sinnfrei 27. Feb 2012

Das dient doch alles nur Deiner Sicherheit ... Wer nichts zu verbergen hat - und so - Du...

Elanius 27. Feb 2012

Genau. Und wenn ich in jeder unverschlüsselten Belanglos-Mail, die ich meinem Schatz...


Folgen Sie uns
       


Magic Leap One Creator Edition ausprobiert

Mit der One Creator Edition hat Magic Leap endlich seine seit Jahren angekündigte AR-Brille veröffentlicht. In Teilbereichen ist sie besser als Microsofts Hololens, in anderen aber schlechter.

Magic Leap One Creator Edition ausprobiert Video aufrufen
Geforce RTX 2060 im Test: Gute Karte zum gutem Preis mit Speicher-Aber
Geforce RTX 2060 im Test
Gute Karte zum gutem Preis mit Speicher-Aber

Mit der Geforce RTX 2060 hat Nvidia die bisher günstigste Grafikkarte mit Turing-Architektur veröffentlicht. Für 370 Euro erhalten Spieler genug Leistung für 1080p oder 1440p und sogar für Raytracing, bei vollen Schatten- oder Textur-Details wird es aber in seltenen Fällen ruckelig.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Geforce RTX 2060 Founder's Edition kostet 370 Euro
  2. Turing-Architektur Nvidia stellt schnelle Geforce RTX für Notebooks vor
  3. Turing-Grafikkarte Nvidia plant Geforce RTX 2060

Elektroauto: Eine Branche vor der Zerreißprobe
Elektroauto
Eine Branche vor der Zerreißprobe

2019 wird ein spannendes Jahr für die Elektromobilität. Politik und Autoindustrie stehen in diesem Jahr vor Entwicklungen, die über die Zukunft bestimmen. Doch noch ist die Richtung unklar.
Eine Analyse von Dirk Kunde

  1. Softwarefehler Lime-Tretroller werfen Fahrer ab
  2. Hyundai Das Elektroauto soll automatisiert parken und laden
  3. Kalifornien Ab 2029 müssen Stadtbusse elektrisch fahren

Nubia Red Magic Mars im Hands On: Gaming-Smartphone mit Top-Ausstattung für 390 Euro
Nubia Red Magic Mars im Hands On
Gaming-Smartphone mit Top-Ausstattung für 390 Euro

CES 2019 Mit dem Red Magic Mars bringt Nubia ein interessantes und vor allem verhältnismäßig preiswertes Gaming-Smartphone nach Deutschland. Es hat einen Leistungsmodus und Schulter-Sensortasten, die beim Zocken helfen können.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Hypersense-Prototypen ausprobiert Razers Rumpel-Peripherie sorgt für Immersion
  2. ATH-ANC900BT Audio Technica zeigt neuen ANC-Kopfhörer
  3. Smart Clock Lenovo setzt bei Echo-Spot-Variante auf Google Assistant

    •  /