Überwachung: Brandenburgs Strafermittler erfassen mehr Handydaten

Bei der Abfrage von Handydaten gelangen immer wieder unbescholtene Bürger ins Visier der Ermittler.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Brandenburg fragt deutlich mehr Handydaten ab.
Brandenburg fragt deutlich mehr Handydaten ab. (Bild: Pixabay)

Brandenburgs Staatsanwaltschaften haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Handydaten zur Strafverfolgung von den Mobilfunkanbietern eingeholt als 2019. Allein die Anordnungen, um Telefongespräche von Tatverdächtigen zu überwachen und aufzuzeichnen, verdoppelten sich binnen Jahresfrist nahezu von 136 auf 267, wie das Justizministerium in Potsdam auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Erstmals seit Jahren wurde im Vorjahr in Brandenburg wieder eine Wohnung abgehört.

Stellenmarkt
  1. Prüfingenieur (m/w/d) - Schwerpunkt LabVIEW Programmierung
    GRUNER AG, Wehingen
  2. SAP Inhouse Consultant mit Schwerpunkt Logistics (MM) (w/d/m)
    Haufe Group, Freiburg im Breisgau
Detailsuche

Wenn Strafermittler und Polizei Tatverdächtige belauschen wollen, brauchen sie dafür eine richterliche Anordnung für den Telekommunikationsanbieter. Die rechtlichen Grundlagen dafür sind in der Strafprozessordnung und im Brandenburgischen Polizeigesetz geregelt.

Bei den Funkzellenabfragen werden alle Handys überprüft, die zu einem bestimmten Zeitraum in einem Gebiet im Netz angemeldete waren. Dabei werden neben den Telefonaten auch SMS-Kurznachrichten ausgespäht. Das Telekommunikationsunternehmen übermittelt die angefragten Daten dann an Staatsanwälte oder die Polizei.

Maßnahmen sind umstritten

Damit sollen Straftäter überführt werden. Das System ist umstritten. Immer wieder geraten unbescholtene Bürger ins Visier der Ermittler. Ist bei einer Ermittlung Gefahr im Verzug, kann ein Behördenleiter den sogenannten Richtervorbehalt einer Überwachungsmaßnahme ersetzen.

Golem Akademie
  1. Cinema 4D Grundlagen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    14.–16. März 2022, Virtuell
  2. Kotlin für Java-Entwickler: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    N.N., Virtuell
Weitere IT-Trainings

Zwar muss ein Richter dem Eingriff in die Kommunikation später zustimmen; laut Justizministerium gibt es bei den Staatsanwaltschaften jedoch keine Statistik darüber, wie oft ohne Richtervorbehalt zum Beispiel Standortbestimmungen von Handys angeordnet wurden. Auch werde nicht vermerkt, in wie vielen Fällen die richterliche Zustimmung erst nachträglich erfolgt sei.

Die Erhebung von Verkehrsdaten zum Aufenthaltsort eines Beschuldigten stiegen im Jahresvergleich den Angaben zufolge in Brandenburg um mehr als das Doppelte, von 108 auf 278. Die Anordnungen zur Abfrage gespeicherter Verkehrsdaten erhöhten sich von zwölf auf 191.

Viele Anfragen werden nicht mehr erfasst

Statistisch nicht mehr erfasst werden auch die Anweisungen an Mobilfunkbetreiber, Verkehrsdaten offen zu legen, die Auskunft über die Internetkommunikation von Tatverdächtigen geben können. Laut Antwort des Ministeriums hat das Bundesamt für Justiz ab 2019 die Formulare für die Datenerhebung aus den einzelnen Bundesländern verändert. Daher würden die Daten nicht mehr erhoben.

Die von der Polizei zur Gefahrenabwehr bei den Mobilfunkanbietern erhobenen Daten sind in den vom Justizministerium genannten Angaben nicht enthalten. Sie werden jährlich in einem Bericht des Innenministers veröffentlicht. Der Bericht für das vergangene Jahr wird laut Innenministerium noch erarbeitet.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Garius 07. Jun 2021

Nein, kann man nicht. Aber da es das ohnehin schon gibt, sollte man nicht noch mehr...

Steven Lake 07. Jun 2021

Gibt ja durchaus Berichte darüber, dass Richter vieles ungeprüft einfach zustimmen. Würde...

Kleba 07. Jun 2021

Naja, das folgende kann man schon als Annahme sehen:

Kleba 07. Jun 2021

Nicht nur auf eBay. Meine Frau brauchte letztens kurzfristig eine SIM-Karte für eine neue...

Knuspermaus 07. Jun 2021

... um normale Ermittlungen, z.B. in Sachsen war/ist es so, das die Minister aus den...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Framework Laptop im Hardware-Test
Schrauber aller Länder, vereinigt euch!

Der modulare Framework Laptop ist ein wahrgewordener Basteltraum. Und unsere Begeisterung für das, was damit alles möglich ist, lässt sich nur schwer bändigen.
Ein Test von Oliver Nickel und Sebastian Grüner

Framework Laptop im Hardware-Test: Schrauber aller Länder, vereinigt euch!
Artikel
  1. FTTH: Liberty Network startet noch mal in Deutschland
    FTTH
    Liberty Network startet noch mal in Deutschland

    Das erste FTTH-Projekt ist gescheitert. Jetzt wandert Liberty von Brandenburg nach Bayern an den Starnberger See.

  2. 5.000 Dollar Belohnung: Elon Musk wollte Twitter-Konto von 19-Jährigem stilllegen
    5.000 Dollar Belohnung
    Elon Musk wollte Twitter-Konto von 19-Jährigem stilllegen

    Tesla-Chef Elon Musk bot einem US-Teenager jüngst angeblich 5.000 US-Dollar, damit der seinen auf Twitter betriebenen Flight-Tracker einstellt.

  3. Lieferando-Beschäftigte: Aus Zeitnot rote Ampeln überfahren
    Lieferando-Beschäftigte
    Aus Zeitnot rote Ampeln überfahren

    Bei Protesten vor der Konzernzentrale von Lieferando forderten die Rider 15 Euro pro Stunde und weniger Arbeitshetze.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3080 12GB 1.499€ • iPhone 13 Pro 512GB 1.349€ • DXRacer Gaming-Stuhl 159€ • LG OLED 55 Zoll 1.149€ • PS5 Digital mit o2-Vertrag bestellbar • Prime-Filme für je 0,99€ leihen • One Plus Nord 2 335€ • Intel i7 3,6Ghz 399€ • Alternate: u.a. Sennheiser Gaming-Headset 169,90€ [Werbung]
    •  /