Abo
  • Services:

Überwachung: Anleitung für ein demosicheres Handy

Wer auf eine politische Demonstration geht, kann schnell in eine Funkzellenüberwachung der Polizei geraten oder sein Smartphone gar loswerden. Ein Leitfaden verrät, wie man sich digital auf eine Demo vorbereitet.

Artikel veröffentlicht am ,
Gesichter von Personen sollten vor dem Posten verpixelt werden.
Gesichter von Personen sollten vor dem Posten verpixelt werden. (Bild: digitalegesellschaft.de)

Die Digitale Gesellschaft hat einen Leitfaden für die Benutzung von Handys auf politischen Demonstrationen veröffentlicht. "Seit einigen Jahren erfahren wir immer mehr, zu welchen Mitteln Sicherheitsbehörden greifen, um Kommunikationen von Demonstranten flächendeckend zu überwachen", schreibt die Digiges zur Begründung. Es gebe jedoch eine Reihe von Möglichkeiten, die Sicherheit seiner Daten zu erhöhen, ohne das Handy auszuschalten oder ganz zu Hause zu lassen. Am Samstag findet in Berlin die diesjährige Demonstration "Freiheit statt Angst" gegen die Massenüberwachung statt.

Stellenmarkt
  1. über duerenhoff GmbH, Raum Nürnberg
  2. Universität Hamburg, Hamburg

Zunächst sollten sich die Teilnehmer Gedanken darüber machen, welche Daten sich auf ihren Handys befänden, heißt es in dem Leitfaden, der sich an eine ähnliche Broschüre der Electronic Frontier Foundation (EFF) anlehnt. Zwar gebe es einige rechtliche Hürden zur Beschlagnahme und Durchsuchung, doch es sei alles andere als sicher, dass das im Ernstfall helfe. Sinnvoll könnte es daher sein, für die Demo ein älteres Handy zu benutzen. Möglich wäre auch, ein Backup aller Daten vorher zu machen und die Daten dann vor der Demo zu löschen. Sinnvoll sei auch, sein Handy mit einem sicheren Passwort zu schützen.

Kein Kraut gegen Funkzellenabfrage

Die Digiges rät jedoch nicht generell zu einem Handyverzicht während einer Demonstration: "Wir haben alle das Recht darauf, alles aufzunehmen, was sich vor unseren Augen im öffentlichen Raum abspielt. Obwohl die Polizei das nicht so gerne sieht und sich hin und wieder dagegen wehrt, meint das Bundesverfassungsgericht, dass 'Dokumentationen von Polizeieinsätzen im öffentlichen Interesse' liegen." Erwägenswert sei, das Material direkt auf Onlinedienste hochzuladen, damit es nicht nachträglich konfisziert und gelöscht werden könne. Bevor Fotos über soziale Medien geteilt würden, sollte vorher soweit wie möglich das Einverständnis der Fotografierten eingeholt werden. Alternativ könne man auch mit Verpixelungs-Apps wie Obscuracam dafür sorgen, dass die Personen nicht erkannt werden könnten.

Gegen eine Funkzellenüberwachung sei jedoch "kaum ein Kraut gewachsen, sofern man das Handy nicht in den Flugzeugmodus stellen will", heißt es weiter. Allein die Polizei in Nordrhein-Westfalen nahm im vergangenen Jahr mehr als 4.000-mal Funkzellenabfragen vor. Möglich sei zumindest, die Kommunikation zu verschlüsseln oder Anonymisierungsdienste zu nutzen. Dies verhindere beispielsweise, dass SMS vom Anbieter oder mit Hilfe eines Imsi-Catchers mitgelesen würden. Der Leitfaden verweist auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von SMS und Chats mit Apps wie Textsecure, Chatsecure oder Cryptocat. Allerdings würden dadurch nicht die Metadaten der Kommunikation geschützt.

Nach Angaben der Digiges gibt es keine Pflicht, der Polizei das Passwort seines Handys zu nennen. Die Polizei könne aber alles dafür tun, um den Demonstranten unter Druck zu setzen. Dazu gehöre eine zeitweilige Festnahme, wenn man die Kooperation verweigere. Generell empfiehlt der Leitfaden den Demonstranten in solchen Fällen: "Seid kreativ, Humor ist stärker als Gewalt!"



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-76%) 11,99€
  2. 59,99€
  3. 14,99€
  4. 1,29€

Shadow27374 20. Sep 2014

Stimmt nicht, illegale Einsätze der Polizei sind heutzutage leider völlig normal.

Butterkeks 02. Sep 2014

Dass eher links einen Abbau der Polizei befürwortet, hab ich noch nicht gehört, würde...

plutoniumsulfat 01. Sep 2014

Problem könnte höchstens der speed werden. Sonst eine sehr gute Idee.

elgooG 31. Aug 2014

Ja...meistens, da nicht alle Polizisten korrupt sind. Die paar wenigen Prügelpolizisten...

furanku1 30. Aug 2014

Ja. Genauso, wie es leider tatsächlich Übergriffe durch die Polizei gibt, gibt es...


Folgen Sie uns
       


Pillars of Eternity 2 - Fazit

Das Entwicklerstudio Obsidian hat sich für Pillars of Eternity 2 ein unverbrauchtes Szenario gesucht. Im Fazit zeigen wir Spielszenen aus dem Baldur's-Gate-mäßigen Rollenspiel, das wirkt, als handele es in der Karibik.

Pillars of Eternity 2 - Fazit Video aufrufen
Nissan Leaf: Wer braucht schon ein Bremspedal?
Nissan Leaf
Wer braucht schon ein Bremspedal?

Wie fährt sich das meistverkaufte Elektroauto? Nissan hat vor wenigen Monaten eine überarbeitete Version des Leaf auf den Markt gebracht. Wir haben es gefahren und festgestellt, dass das Auto fast ohne Bremse auskommt.
Ein Erfahrungsbericht von Werner Pluta

  1. e-NV200 Nissan packt 40-kWh-Akku in Elektro-Van
  2. Reborn Light Nissan-Autoakkus speisen Straßenlaternen
  3. Elektroauto Nissan will den IMx in Serie bauen

Oneplus 6 im Test: Neues Design, gleich starkes Preis-Leistungs-Verhältnis
Oneplus 6 im Test
Neues Design, gleich starkes Preis-Leistungs-Verhältnis

Das Oneplus 6 hat einen schnellen Prozessor, eine Dualkamera und ein großes Display - mit einer Einbuchtung am oberen Rand. Der Preis liegt wieder unter dem der meisten Konkurrenzgeräte. Das macht das Smartphone trotz fehlender Innovationen zu einem der aktuell interessantesten am Markt.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Android-Smartphone Neues Oneplus 6 kostet ab 520 Euro
  2. Oneplus 6 Oneplus verkauft sein neues Smartphone auch direkt in Berlin

Indiegames-Rundschau: Kampfkrieger und Abenteuer in 1001 Nacht
Indiegames-Rundschau
Kampfkrieger und Abenteuer in 1001 Nacht

Battletech schickt Spieler in toll inszenierte Strategieschlachten, eine königliche Fantasywelt und Abenteuer im Orient: Unsere Rundschau stellt diesmal besonders spannende Indiegames vor.
Von Rainer Sigl

  1. Indiegames-Rundschau Mutige Mäuse und tapfere Trabbis
  2. Indiegames-Rundschau Zwischen Fake News und Mountainbiken
  3. Indiegames-Rundschau Tiefseemonster, Cyberpunks und ein Kelte

    •  /