Überwachung: Amazon-Mitarbeiter sichten Bilder von Cloud-Kameras

Nicht nur die Sprachbefehle an die Sprachassistentin Alexa werden transkribiert, auch die Videoaufnahmen von Amazons Cloud Cam werden von Mitarbeitern ausgewertet. Laut Amazon werden die Aufnahmen freiwillig eingereicht, ehemalige Mitarbeiter zweifeln jedoch daran.

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Wer da noch so alles mitschaut?
Wer da noch so alles mitschaut? (Bild: Amazon)

Amazon bewirbt seine Überwachungskamera Cloud Cam mit intelligenten Funktionen. Diese würden immer weiter entwickelt und führten zu besseren Benachrichtigungen oder einer besseren Erkennung etwa von Glasbruch. Doch für diese Funktionen müssen die Videos in Amazons Cloud ausgewertet und für die Verbesserungen von Menschen angesehen werden, ähnlich wie dies auch bei der Sprachassistentin Alexa von Amazon der Fall ist.

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Laut einem Bericht von Bloomberg, der sich auf fünf ehemalige Mitarbeiter beruft, prüfen Dutzende Amazon-Angestellte in Indien und Rumänien Aufnahmen der Überwachungskameras. Amazon betont, dass die Clips freiwillig eingereicht würden, doch die ehemaligen Mitarbeiter hegen Zweifel daran. Die Kamera ist bisher nicht in Deutschland, Österreich oder der Schweiz erhältlich. Sie kostet 120 US-Dollar.

Laut dem Bericht werten Amazon-Mitarbeiter in Indien und Rumänien kurze Aufnahmen der Amazon Cloud Cam aus, um damit KI-Algorithmen zu trainieren und zu verbessern. Mit der Technik sollen die Nutzer nur noch gewarnt werden, wenn der Algorithmus eine relevante Bewegung erkennt und nicht etwa nur die Katze auf das Sofa gesprungen ist. Denn die Technik ist bei Weitem nicht unfehlbar, daher ist menschliche Hilfe nötig.

Laut Bloomberg eine Menge davon. An einem typischen Arbeitstag werte ein Amazon-Mitarbeiter 150 Videoaufnahmen aus, die typischerweise 20 bis 30 Sekunden lang seien, berichteten die ehemaligen Mitarbeiter dem Magazin. In seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen behält sich das Amazon das Recht vor, Bilder, Audio und Video, die von Geräten aufgenommen wurden, zu verarbeiten, um seine Produkte und Dienstleistungen zu verbessern.

Ex-Mitarbeiter zweifeln an freiwilliger Weitergabe

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Laut Amazon stammen die Clips von Testmitarbeitern und Kunden. Letztere sollen die Clips freiwillig eingesendet haben. Daran zweifeln die Mitarbeiter, die an der Auswertung beteiligt waren, jedoch. Die Aufnahmen hätten die Eigentümer auch in Situationen gezeigt, die sie wahrscheinlich nicht teilen wollten, in sehr seltenen Fällen auch beim Sex. Solche Aufnahmen würden als Clips mit unangemessenem Inhalt gekennzeichnet. Eine Amazon-Sprecherin sagte Bloomberg, dass solche Aufnahmen gelöscht würden - wie es überhaupt zu diesen Aufnahmen kommt, erklärte sie jedoch nicht.

"Wir nehmen Datenschutz ernst und geben Kunden der Cloud Cam, die ausschließlich in den USA vertrieben wird, die Kontrolle über ihre Videoclips", erklärte Amazon gegenüber Golem.de. Wenn die Clips nicht zur Fehlersuche eingereicht würden, könnten nur die Kunden selbst ihre Clips ansehen. Doch die ehemaligen Mitarbeiter berichten, dass immer wieder Aufnahmen unter den Mitarbeitern, auch aus anderen Bereichen, geteilt würden, obwohl hohe Sicherheitsstandards dies verhindern sollten. Beispielsweise dürfe kein Mobiltelefon am Arbeitsplatz genutzt werden.

Im Januar gab es ähnliche Berichte über die Amazon-Tochter Ring, die ebenfalls Überwachungskameras und smarte Türspione herstellt. Dort sollen Mitarbeiter einer Forschungsabteilung in der Ukraine bis 2016 Zugriff auf alle Aufnahmen der Ring-Kameras gehabt haben. Entwickler und Geschäftsführung hätten zudem auf die Livestreams der Überwachungskameras der Ring-Kunden zugreifen können. Ring widersprach den Berichten.

Die Sicherheit der WLAN-Überwachungskameras ist umstritten. Erst kürzlich zeigte Golem.de wie sich die Kameras mit einfachen Mitteln ausknipsen lassen.

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