Überwachung: 90 Menschenrechts-NGOs fordern Stopp von Apples Foto-Scan

Apple lege mit dem angekündigten Foto-Scan den Grundstein für globale Zensur, Überwachung und Verfolgung, schreiben die Organisationen.

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Apples Foto-Scan sei eine Gefahr, kritisieren Menschenrechtsorganisationen.
Apples Foto-Scan sei eine Gefahr, kritisieren Menschenrechtsorganisationen. (Bild: Alisina Elyasi/Unsplash)

Insgesamt 90 Organisationen, die sich weltweit für Menschenrechte und digitale Rechte einsetzen, haben Apple aufgefordert, die am 5. August angekündigten "Pläne zum Einbau von Überwachungsfunktionen in iPhones, iPads und andere Apple-Produkte" aufzugeben.

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"Obwohl diese Funktionen dazu gedacht sind, Kinder zu schützen und die Verbreitung von Material über sexuellen Kindesmissbrauch einzudämmen, sind wir besorgt, dass sie zur Zensur geschützter Äußerungen eingesetzt werden, die Privatsphäre und Sicherheit von Menschen auf der ganzen Welt bedrohen und katastrophale Folgen für viele Kinder haben werden", schreiben die Organisationen in einem offenen Brief (PDF) an Apple-Chef Tim Cook.

Zu den 90 Unterzeichnern zählen unter anderem die Bürgerrechtsorganisationen Access Now, American Civil Liberties Union (ACLU), Big Brother Watch, Electronic Frontier Foundation (EFF), LGBT Technology Partnership & Institute, The Tor Project und Privacy International. Aus Deutschland haben unter anderem der E-Mail-Anbieter Mailbox.org und das Magazin CILIP/Bürgerrechte & Polizei unterschrieben. Die EFF sammelt zudem Unterschriften, um Apple von dem Foto-Scan abzubringen.

Apples Warnungen können Kinder gefährden

Apple will zukünftig in iMessage Nacktbilder erkennen und Kindern unter 13 Jahren nicht mehr anzeigen. Gleichzeitig sollen die Eltern einen Hinweis erhalten. Im offenen Brief wird kritisiert, dass die Algorithmen zur Erkennung von sexuellen Inhalten "notorisch unzuverlässig" seien. "Sie neigen dazu, fälschlicherweise Kunst, Gesundheitsinformationen, Bildungsressourcen, Lobbyarbeit und andere Bilder zu markieren. Das Recht der Kinder, solche Informationen zu senden und zu empfangen, wird durch die UN-Konvention über die Rechte des Kindes geschützt."

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Zudem gehe Apple davon aus, dass die Eltern- und Kind-Konten auch wirklich einem Erwachsenen gehören, der Elternteil eines Kindes ist und zwischen beiden eine gesunde Beziehung bestehe. Dies sei nicht immer der Fall, entsprechend könnte die Benachrichtigung der Eltern die Sicherheit und das Wohlergehen des Kindes gefährden. "LGBTQ+-Jugendliche auf Familienkonten mit unsympathischen Eltern sind besonders gefährdet", betonen die Organisationen in dem offenen Brief.

Apples legt den Grundstein zu globaler Zensur, Überwachung und Verfolgung

Auch den geplanten Foto-Scan auf kinderpornografische Inhalte auf den iPhones und iPads der Nutzer, bevor diese in die Cloud geladen werden, kritisieren die Organisationen: "Sobald diese Funktion in die Apple-Produkte eingebaut ist, werden das Unternehmen und seine Konkurrenten unter enormen Druck geraten - und möglicherweise von Regierungen auf der ganzen Welt gesetzlich dazu verpflichtet, Fotos nicht nur auf Kindesmissbrauch zu scannen, sondern auch auf andere Bilder, die eine Regierung für bedenklich hält."

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Dabei könne es sich um Bilder von Menschenrechtsverletzungen, politischen Protesten, Bildern, die von Unternehmen als terroristische oder gewalttätige extremistische Inhalte gekennzeichnet wurden, oder wenig schmeichelhafte Bilder eben jener Politiker, die das Unternehmen unter Druck setzen, handeln. "Und dieser Druck könnte sich auf alle auf dem Gerät gespeicherten Bilder erstrecken, nicht nur auf die in iCloud hochgeladenen. Damit hat Apple den Grundstein für Zensur, Überwachung und Verfolgung auf globaler Basis gelegt", schreiben die Menschenrechtsorganisationen.

Die Organisationen unterstützten den Kampf gegen Kindesmissbrauch, kritisieren jedoch die von Apple angekündigten Funktionen. Diese "gefährden Kinder und andere Nutzer, sowohl jetzt als auch in Zukunft." Apple wird aufgefordert, die angekündigten Änderungen zurückzunehmen und sich wieder für den Schutz der Nutzer durch eine konsequente Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einzusetzen. Zudem solle sich Apple mit zivilgesellschaftlichen Gruppen und gefährdeten Bevölkerungsgruppen beraten, bevor es Funktionen einführe, von denen diese unverhältnismäßig stark betroffen seien.

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