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Autonomer Tesla ausprobiert: Mal sehr forsch, meist sehr vorsichtig

Tesla bietet seinen Kunden derzeit Probefahrten im überwachten autonomen Modus an. Das hat auf einer Strecke in Berlin ganz gut funktioniert.
/ Friedhelm Greis
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Das überwachte autonome Fahren bei Tesla funktioniert in der Praxis schon gut. (Bild: Friedhelm Greis/Golem)
Das überwachte autonome Fahren bei Tesla funktioniert in der Praxis schon gut. Bild: Friedhelm Greis/Golem
Inhalt
  1. Autonomer Tesla ausprobiert: Mal sehr forsch, meist sehr vorsichtig
  2. Keine gefährlichen Situationen auf der Fahrt
  3. Ungeduldige Verkehrsteilnehmer irritieren
  4. Tesla verärgerte niederländische Behörde

Es ist fast zehn Jahre her, dass wir erstmals einen selbstfahrenden Tesla in Berlin getestet haben. Damals fuhr das Model S sich im Autopilotmodus den Außenspiegel ab . Inzwischen ist die Technik deutlich fortgeschritten. Auf einer rund 40-minütigen Fahrt durch Berlin navigierte ein Tesla Model 3 den Fahrer nun sicher ohne dessen Eingriffe durch den Verkehr. Zwar überwacht, aber dennoch beeindruckend.

Tesla bietet das autonome Fahren in den USA schon seit einigen Jahren an. Dort heißt die Funktion inzwischen Full Self-Driving (Supervised) (FSD). Auch in Australien, Kanada, China, Mexiko und Neuseeland gibt es das System. In Deutschland lautet die Bezeichnung offiziell(öffnet im neuen Fenster) "Autonomes Fahren (Überwacht)" . Für eine solche Funktion gibt es derzeit keine regulatorischen Vorgaben. Daher strebt Tesla, im Gegensatz zu Mercedes-Benz, in fast allen europäischen Ländern eine Sondergenehmigung an.

Sollte das überwachte FSD zugelassen werden, könnten Tesla-Nutzer künftig von Start bis Ziel die Steuerung dem Fahrzeug überlassen. Es wäre lediglich erforderlich, das Verkehrsgeschehen zu überwachen, um notfalls eingreifen zu können. Sämtliche Fahraufgaben können theoretisch vom System übernommen werden. Kein Zufall, dass Tesla mit den Probefahrten neue Kunden ansprechen will .

Testfahrt bei winterlich trübem Wetter

Unsere Testfahrt am 3. Dezember 2025 startete um 9 Uhr morgens am Berliner Tesla-Center in der Nähe des Flughafens BER. Das Wetter war winterlich trübe und kalt, allerdings war es ausreichend hell. Zu Beginn muss lediglich ein Fahrtziel angegeben werden. Dann lässt sich auf dem Zentralbildschirm die überwachte autonome Fahrt starten. Bei unserem Test stand lediglich die englische Sprachversion zur Verfügung.

Die Fahrt führte zunächst auf die Autobahn 113 in Richtung Innenstadt. Das Model 3 musste für eine Kehrtwende auf einer Straße im Industriegebiet rangieren. Mit erstaunlich wenig Abstand fuhr der Tesla an einem parkenden Lkw-Anhänger vorbei. Als Fahrer hätte ich vermutlich auf eine größere Distanz geachtet.

Tesla FSD ausprobiert
Tesla FSD ausprobiert (01:56)

Anschließend musste an einer Kreuzung links abgebogen werden, was für das System kein Problem darstellte. Auf dem Bildschirm sind alle erkannten Verkehrsteilnehmer sowie Verkehrzeichen wie Tempolimits und Ampeln zu erkennen. Springt die Ampel auf Grün, fährt das System selbstständig los.

Während der Fahrt gab es keine Verkehrssituationen, bei denen der Fahrer hätte eingreifen müssen.


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