Ungeduldige Verkehrsteilnehmer irritieren
Das System wartete artig, bis die Anzeige auf Grün gesprungen war. Das dauerte dem Fahrer in dem Auto hinter uns aber schon zu lange. Dessen Hupen wiederum irritierte das System, so dass der Fahrer selbst die Fahrt wieder anstoßen musste.
Auf der Abbiegespur von der Autobahn verwunderte uns ein weiteres Mal, mit welch geringem Abstand das Model 3 an einem Lkw auf der Nebenspur vorbeifuhr. Laut Tesla reicht dem System ein Abstand von 15 cm aus. Im fließenden Verkehr ist das jedoch recht wenig. Zudem müssen bestimmte Sicherheitsabstände beim Überholen oder Passieren von anderen Verkehrsteilnehmern eingehalten werden.
Fahrt über die Busspur
An einer anderen Stelle nutzte der Tesla eine Busspur und fuhr damit rechts an der Schlange der Fahrzeuge vorbei, die sich richtig eingeordnet hatten. Das hätte mir als Fahrer allerdings auch passieren können, da die Verkehrsführung vor der betreffenden Kreuzung nicht auf Anhieb nachvollziehbar war. Nicht sehr fahrradfreundlich, aber leider normal, ist die Praxis, einen kleinen Fahrradstreifen vor einer Kreuzung nicht freizulassen. Das machte das Model 3 ebenfalls.
Faktoren wie der Sicherheitsabstand dürften sicherlich eine Rolle bei der Zulassung des Systems spielen. Schließlich müssen Fahrer die Möglichkeit haben, in solchen Situationen eingreifen zu können. Die Verkehrszeichenerkennung ist ebenfalls wichtig. Auf der Fahrt fielen uns keine Fehlerkennungen auf.
Tests in 17 europäischen Ländern
Es ist daher noch nicht absehbar, ob, wann und wo Tesla eine Zulassung für das überwachte autonome Fahren erhält. Zudem ist weiterhin offen, inwieweit Tesla-Modelle mit älteren Hardwareversionen das autonome Fahren umsetzen können. Laut Electrek.co(öffnet im neuen Fenster) können Tesla-Fahrer in Australien und Neuseeland mit der Version 3 die FSD-Funktionen nicht nutzen.
Ebenso wie auf der Probefahrt mit dem Mercedes-Benz CLA auf der IAA 2025 beeindruckte uns das Tesla-System durchaus. Beide Hersteller verfolgen einen kamerabasierten Ansatz ohne Lidar, wobei Tesla sogar auf Radare und Ultraschallsensoren verzichtet. Jedoch basieren beide Systeme im Wesentlichen auf realen Fahrdaten, mit denen ein KI-Modell trainiert wurde.

Laut Tesla wird die eigene Fahrzeugflotte "auf Basis von Fahrdaten geschult, die gesammelt über 100 Jahre Fahrerfahrung widerspiegeln" . Das Modell wurde demnach ebenfalls mit europäischen Daten trainiert. Für die internen Tests wurden "über eine Million Kilometer sicher auf Straßen in 17 verschiedenen europäischen Ländern zurückgelegt" .
Tesla strebt nach eigenen Angaben(öffnet im neuen Fenster) eine Sonderzulassung über die niederländische Verkehrsbehörde RDW an.



