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Übersetzungsdienst: KI-Firma DeepL plant noch jahrelang mit Verlusten

DeepL erwartet weiter keinen Gewinn. Doch der Cash Flow soll im Jahr 2026 stark ansteigen – wodurch, ist unklar.
/ Achim Sawall
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Rechenzentren für KI-Reasoning (Bild: Nvidia)
Rechenzentren für KI-Reasoning Bild: Nvidia

Das Kölner KI-Start-up DeepL kalkuliert offenbar bis 2027 mit einem negativen operativen Ergebnis. Das geht aus einer mutmaßlich aus dem Unternehmen stammenden Finanzplanung hervor, die dem Handelsblatt vorliegt(öffnet im neuen Fenster) .

Laut dem Dokument, datiert auf Mitte November 2024, verzeichnete DeepL bereits im Geschäftsjahr 2023 ein Minus beim operativen Ergebnis (EBIT). Für die Jahre 2024 bis 2027 prognostiziert die offenbar untermnehmensintern erstellte Kalkulation ebenfalls ein negatives EBIT.

Gleichzeitig soll den Unterlagen zufolge der Total Cash Flow im Jahr 2026 massiv ansteigen. Der Grund für den prognostizierten Anstieg bleibt unklar. Auch ob DeepL für dieses Jahr eine neue Finanzierungsrunde plant, geht aus dem Dokument nicht hervor.

Das Unternehmen äußerte sich nicht zu den Angaben. Ende 2025 berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg, DeepL prüfe für 2026 einen Börsengang in den USA, die angestrebte Bewertung liege bei bis zu 5 Milliarden US-Dollar. DeepL Chief Executive Officer Jarek Kutylowski sagte nun dem Handelsblatt: "Es ist gerade nicht die Phase, in der man als Unternehmen unbedingt börsennotiert sein will."

Einnahmen durch Verkauf von Lizenzen

DeepL hat eigenen Angaben zufolge mehr als 1.000 Beschäftigte. Das zuvorderst für seinen KI-Übersetzungsdienst bekannte Unternehmen erzielt seine Einnahmen hauptsächlich durch den Verkauf von Lizenzen. Der wichtigste Markt ist Europa, gefolgt von Japan und den USA. Zu den Kunden zählen Firmen und Behörden.

Nach einer beeindruckenden Finanzierungsrunde im Jahr 2022 erreichte das Unternehmen den Einhorn-Status: Die Marktbewertung überstieg die Grenze von einer Milliarde US-Dollar.

Die Beschäftigtenzahl verdoppelte sich schon damals auf 900. Mit der Eröffnung eines Standorts in Austin, Texas, wollte DeepL auch in der USA Fuß fassen.

Der KI-Dienstleister setzte laut Nvidia-Chef Jensen Huang als Erster in Europa die Rack-Infrastruktur DGX SuperPOD mit DGX GB200 von Nvidia ein. Die Racks stehen im Ecodatacenter in Schweden, einem Partner von DeepL.


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