Überschallflugzeug: Mit Venus Aerospace und Mach 9 um die Welt

Mit Mach 9 in einer knappen Stunde über den Pazifik fliegen? Das Überschallflugzeug Stargazer soll es können - sogar klimaschonend.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Ein Screenshot aus der Videovorstellung des Stargazer von Venus Aerospace.
Ein Screenshot aus der Videovorstellung des Stargazer von Venus Aerospace. (Bild: Venus Aerospace)

Bisher konnte das texanische Unternehmen Venus Aerospace 34 Millionen US-Dollar auftreiben, um sein Überschallflugzeug zu entwerfen. Stargazer soll in Zukunft mit neunfacher Schallgeschwindigkeit (Mach 9) seine Passagiere von einem zum anderen Ort bringen.

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Bisherige Flüge über den Pazifik dauern ungefähr elf Stunden. Mit dem Stargazer soll dies in einer Stunde möglich sein - und das alles, ohne Kohlenstoffdioxid (CO2) auszustoßen. Zumindest ist das der Plan des US-amerikanischen Unternehmens.

Bei Überschallgeschwindigkeit in die Sitze gedrückt

Der Start des Überschallflugzeugs soll sich laut einem Bericht in Bloomberg Businessweek vom Start eines regulären Linienflugzeugs kaum unterscheiden. Doch nach dem Erreichen der Reisehöhe sollen die Raketenbooster vom Piloten gezündet werden, um den Stargazer an den Rand des Weltraums zu bringen. Mit der neunfachen Schallgeschwindigkeit - umgerechnet sind das circa 11.100 Kilometer pro Stunde - soll das Flugzeug ungefähr 15 Minuten lang fliegen (Anm. d. R.: Im Bloomberg-Bericht wird im Gegensatz zur Pressemitteilung von Venus Aerospace fälschlicherweise von Mach 12 berichtet).

Laut dem ehemaligen Nasa-Astronauten Jack "2fish" Fischer ist der anfängliche Beschleunigungsstoß so stark, dass er einen in den Sitz zurückwirft. Das Gefühl verschwinde aber bald, weil "du so schnell fliegst, dass du es gar nicht mehr spürst". Anschließend sollen die Booster abgeschaltet werden und der Stargazer soll gegen die Atmosphäre gleiten, um sich abzubremsen und wieder zur Erde zurückzukehren. Die Landung kann an jedem herkömmlichen Flughafen erfolgen.

Entwicklungsdauer wird wohl ein Jahrzehnt beanspruchen

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Gegründet wurde das Unternehmen von ehemaligen Angestellten von Virgin Orbit, dem Unternehmen Richard Bransons, das kleine Microlauncher-Raketen von einem Flugzeug aus abwirft, damit diese kurz darauf in der Waagerechten ins Weltall aufbrechen können.

Im Juni verließen Sarah "Sassie" Duggleby, eine Code-schreibende Startingenieurin bei Virgin Orbit, und ihr Mann Andrew, der für Start, Nutzlast und Antrieb verantwortlich war, das Unternehmen und gründeten Venus Aerospace.

Mittlerweile hat das Unternehmen 15 Mitarbeiter und Andrew Duggleby ist klar, dass alle paar Jahrzehnte irgendjemand an der Umsetzung eines Überschallflugzeugs arbeitet. Er ist jedoch davon überzeugt, dass ihre Idee funktionieren werde. Laut den Dugglebys sind ihre Triebwerkpläne effizienter als die ihrer Vorgänger.

Doch das Überschallflugzeug Stargazer wird erst seit 2020 entwickelt. Bis zur Fertigstellung und zu den ersten Technologiedemonstrationen wird es also noch dauern. Diesen Sommer sollen drei maßstabsgetreue Modelle entstehen und die Umsetzung des Projekts soll voraussichtlich zehn Jahre oder länger dauern.

Ob sich das Konzept dann durchsetzen kann, muss sich erst zeigen. Die damalige Concorde konnte sich mit einer Spitzengeschwindigkeit von Mach 2,23 zumindest nicht durchsetzen - nicht zuletzt sind solche Flüge alles andere als günstig.

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