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Übernahmepläne: Gamestop will Ebay für 56 Milliarden US-Dollar kaufen

Der Computerspielehändler Gamestop bietet Milliarden für die Handelsplattform Ebay. Ziel: Konkurrenz für Amazon werden.
/ Peter Steinlechner
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Gamestop an der Börse (Bild: Michael M. Santiago/Getty Images)
Gamestop an der Börse Bild: Michael M. Santiago/Getty Images

Das Unternehmen Gamestop erregt mit einem überraschenden Vorstoß Aufsehen: CEO Ryan Cohen hat ein Übernahmeangebot für Ebay mit einem Volumen von rund 56 Milliarden US-Dollar vorgelegt. Geboten werden 125 US-Dollar je Aktie, ein deutlicher Aufschlag auf den jüngsten Kurs.

Der Deal soll etwa zur Hälfte aus Bargeld und Gamestop-Aktien bestehen. Ein Kreditrahmen von bis zu 20 Milliarden US-Dollar gilt laut Berichten als gesichert, für den verbleibenden Teil der Finanzierung fehlen jedoch konkrete Details.

Genau das weckt Zweifel, denn Gamestop ist deutlich kleiner als Ebay und müsste für die Übernahme massiv Kapital mobilisieren.

Strategisch verfolgt Cohen offenbar einen radikalen Umbau, wie unter anderem Reuters(öffnet im neuen Fenster) schreibt. Ebay und Gamestop könnten gemeinsam zu einem breiter aufgestellten Marktplatz wachsen, der stärker mit Amazon konkurriert.

Der Markt für Sammlerstücke im Visier

Eine Rolle spielen dabei Gamestops Filialen, die etwa für Logistik oder die Authentifizierung von Sammlerartikeln genutzt werden könnten. Ebay setzt seit Jahren verstärkt auf Second-Hand-Waren und Collectibles, ein Bereich, in dem auch Gamestop expandiert.

An der Börse erzeugten die Berichte zunächst Bewegung, die Ebay-Aktie legte spürbar zu. Ob das Angebot tatsächlich eine Chance hat, ist aber offen. Neben der Finanzierung dürfte auch der Widerstand des Ebay-Managements eine zentrale Hürde werden, ein feindlicher Übernahmeversuch gilt allerdings als möglich.

Gamestop ist seit Jahren eng mit spekulativen Kursbewegungen verbunden und gilt als eine der bekanntesten sogenannten Meme-Aktien. Immer wieder treiben koordinierte Käufe aus Online-Communitys den Kurs kurzfristig nach oben, während das operative Geschäft vergleichsweise schwach bleibt.

Filialnetz massiv ausgedünnt

Sollte es Gamestop-Chef Cohen gelingen, Investoren von seiner Vision zu überzeugen, könnte sein Unternehmen eine Art strategischer Befreiungsschlag gelingen. Scheitert die Finanzierung oder kippt die Stimmung am Markt, droht hingegen ein weiterer Rückschlag für die Firma, die ohnehin stark von Erwartungen und Spekulation lebt.

In Deutschland spielt Gamestop im stationären Handel inzwischen keine Rolle mehr: Anfang 2025 wurden die letzten knapp 70 Filialen geschlossen, nachdem der Konzern zuvor bereits stark reduziert hatte.

In den USA ist die Kette dagegen weiterhin präsent, betreibt aber ebenfalls deutlich weniger Läden als früher. Aktuell sind es noch gut 2.000 Filialen, zugleich werden weiterhin Standorte geschlossen, um Kosten zu senken und das Geschäftsmodell umzubauen.


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