Übernahme: Yahoo-Käufer muss 1 Milliarde US-Dollar an Mozilla zahlen
Seit Ende 2014 ist Yahoo die Standardsuchmaschine im Firefox-Browser, zumindest in den USA. Die Vertragsbedingungen dafür sind laut einem Bericht des US-Magazins Recode(öffnet im neuen Fenster) für die Firefox-Macher von Mozilla allerdings so gut, dass diese zu einem sehr schlechten Geschäft für die Übernahme-Interessenten von Yahoo werden könnten. Denn der mögliche Käufer muss wohl mehr als 1 Milliarde US-Dollar an Mozilla zahlen, was schlimmstenfalls ein totales Minusgeschäft werden könnte.
Denn das Besondere daran ist dem Bericht zufolge, dass der Betrag garantiert fällig wird. Mozilla darf demnach die Kooperation einseitig in einem vorgegebenen Zeitrahmen verlassen, falls der Firefox-Hersteller den dann neuen Partner nicht akzeptiert. Mozilla ist es darüber hinaus aber auch erlaubt, eine neue Kooperation mit einem Suchmaschinenanbieter abzuschließen und trotzdem das Geld aus der Vereinbarung mit Yahoo zu erhalten.
Gutes Geschäft für Mozilla
Die Summe setzt sich offenbar aus jährlichen Zahlungen zu je 375 Millionen US-Dollar zusammen, die bis 2019 an Mozilla geleistet werden müssen. Der Browserhersteller lehnte einen Kommentar bei Recode zu dem Bericht mit Verweis auf eine Verschwiegenheitserklärung ab. Der Geschäftsbericht von Yahoo für das vergangene Jahr(öffnet im neuen Fenster) verweist jedoch zumindest auf eben jene Summe.
Dort weist Yahoo die genannten Beträge explizit als laufende Verpflichtungen für Traffic Acquisition Costs (TAC) aus, also für jene Aufwendungen, die nötig sind, um Datenverkehr auf die eigenen Angebote zu leiten. Dass Mozilla hierbei eine Klausel verhandelt, die dafür sorgt, dass das Unternehmen weiterhin eine gute Standardsuche im Firefox-Browser anbieten kann, ist nachvollziehbar – schließlich ist die Kooperation mit Suchmaschinenanbietern fast die alleinige Einkommensquelle für das Unternehmen.
Echtes Interesse an einem Kauf von Yahoo haben einem Bericht von Mitte April zufolge nur noch der Telekommunikationskonzern Verizon Communications sowie die Finanzinvestoren Bain Capital, TPG und Advent International. Als Suchmaschinenbetreiber kommen diese für eine Kooperation mit Mozilla wohl aber nicht infrage.
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