Übernahme: Salesforce wollte sich von SAP kaufen lassen

SAP-Chef Bill McDermott soll sich im vergangenen Jahr mit Salesforce-Vorstandschef Marc Benioff über strategische Fragen unterhalten haben. Das berichtet(öffnet im neuen Fenster) die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Angaben aus informierten Kreisen. In den Gesprächen sei es auch um eine mögliche Übernahme des kalifornischen Unternehmens durch SAP gegangen, so eine mit der Angelegenheit vertraute Person. SAP bestreitet ein Kaufinteresse.
Benioff soll sich laut Bloomberg im April 2014 telefonisch an McDermott gewandt haben. Zu der Zeit hatte Salesforce einen Börsenwert von rund 37 Milliarden US-Dollar.
"Der Eindruck, SAP erwäge eine Übernahme von Salesforce oder habe dies jemals getan, entspricht nicht der Wahrheit" , erklärte aber SAP-Konzernsprecherin Nicola Leske auf Anfrage von Bloomberg. Solche Vermutungen würden die Tatsache verkennen, dass "Salesforce Lösungen aus dem 20. Jahrhundert für Geschäftsfelder des 21. Jahrhunderts anbietet" . Benioff, ein früherer Oracle-Mitarbeiter, ist für seine verbalen Angriffe auf die Konkurrenz bekannt.
Salesforce, ein führender Hersteller von Customer Relationship Management Software (CRM), der unter Wachstumsschwierigkeiten leidet, hat den Bericht nicht kommentiert. Das Unternehmen hat aktuell einen Börsenwert von 48,1 Milliarden Dollar.
Für SAP wäre das die größte Übernahme in der Firmengeschichte gewesen. Im September 2014 kaufte SAP den Hersteller von Reise- und Reisekostenmanagement-Software Concur Technologies für 6,5 Milliarden Euro. Im Jahr 2012 übernahm SAP den Personalsoftware-Hersteller Successfactors für 3,4 Milliarden US-Dollar und die B2B-Handelsplattform Ariba für 4,3 Milliarden US-Dollar.
Nachtrag vom 6. Mai 2015, 14:34 Uhr
Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet(öffnet im neuen Fenster) , dass Microsoft ein Übernahmeangebot für Salesforce prüfe, nachdem das Unternehmen von einem anderen Kaufinteressenten angesprochen worden sei.