Übernahme: Qualcomm kauft Arduino

Sein Event "From Blink to Think" hatte Arduino groß angekündigt, die Homepage deutete an, dass ein neuer Uno vorgestellt wird. Irgendetwas mit KI, wie der Titel vermuten lässt. Damit begann auch die Pressekonferenz. CEO Fabio Violante erklärte, Arduino wolle KI, wie einst den Einsatz von Mikrocontrollern, möglichst vielen Menschen zugänglich machen. Offen und menschenzentriert soll die KI sein, eben: den Idealen von Arduino entsprechen.
Dann aber nahm die Präsentation eine unerwartete Wendung. Anstatt der Produktvorstellung folgte die Ankündigung Arduino joins Qualcomm , was beim ersten Lesen nicht ganz eindeutig ist: Womit schließt sich Arduino Qualcomm an? Schnell wurde klar: Qualcomm wird Arduino kaufen, lediglich die Zustimmung von Regulierungsbehörden steht noch aus. Zwölf Monate lang sei die Übernahme vorbereitet worden – was Qualcomm sich Arduino kosten lässt, ist nicht bekannt.
Für die Community um die DIY-Boards solle sich nichts ändern, das betonen sowohl die Vertreter von Arduino als auch Nakul Duggal. Er leitet bei Qualcomm die Gruppe Automotive and Industrial & Embedded IoT, zu der Arduino künftig gehört. Die Marke Arduino soll erhalten bleiben, auch an der Mission solle sich demnach nichts ändern.
Fokus verschiebt sich weiter
Zudem soll auch das Ökosystem weiter offen bleiben, die Software Open Source. Und die Schaltpläne sollen weiter unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht werden. Arduino ist nicht ausschließlich auf Chips von Qualcomm festgelegt – klassische Mikrocontroller etwa bietet Qualcomm auch nicht an. Die existierenden Boards werden weiter angeboten.
Der Fokus von Arduino verschiebt sich mit der Übernahme aber weiter in Richtung IoT. Das ist nichts Neues und kann Entwicklern durchaus interessante neue Möglichkeiten eröffnen. Arduino wird dennoch zu einem Türöffner zu Qualcomms IoT- und KI-Ökosystem – ganz uneigennützig war die Übernahme daher sicher nicht. Der neue Arduino Uno Q ist sicher nur der erste Schritt.