Übernahme: Musk will 75 Prozent der Twitter-Beschäftigten entlassen

Elon Musks plant für Twitter Massenentlassungen innerhalb weniger Monate. Das berichtet die Washington Post(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung von Äußerungen des Milliardärs an potenzielle Investoren. Die Belegschaft soll von derzeit 7.500 um fast 75 Prozent auf rund 2.000 Mitarbeiter reduziert werden. Zugleich solle der Umsatz innerhalb von drei Jahren verdoppelt werden.
Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg vom April(öffnet im neuen Fenster) hatte Musk bereits bei seinem ersten Übernahmeangebot vor Investmentbankern erklärt, die Belegschaft verkleinern zu wollen.
Musk will bis zum 28. Oktober den Kauf des Kurznachrichtendienstes für 44 Milliarden US-Dollar abschließen. Er hatte am 25. April 2022 den Kauf Twitters angekündigt und Anfang Juli die Übernahme überraschend wieder abgesagt, woraufhin er von Twitter verklagt wurde. Laut einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC vom 3. Oktober 2022 sagte Musk zu, Twitter doch für den ursprünglich vereinbarten Preis zu kaufen. Offenbar will er einen Prozess vermeiden.
Twitter-Geschäftsleitung will beruhigen
Die Twitter-Geschäftsleitung erklärte den Beschäftigten, dass es keine Pläne für unternehmensweite Entlassungen gebe, seit man den Vertrag für die Übernahme unterzeichnet habe. In einem Memo von Twitter-Chefsyndikus Sean Edgett an die Beschäftigten, das Bloomberg vorliegt,(öffnet im neuen Fenster) , empfahl dieser, nicht den "unzähligen Gerüchten und Spekulationen" zu glauben. "Wir haben nach Abschluss keine Bestätigung der Pläne des Käufers und empfehlen, Gerüchten oder durchgesickerten Dokumenten nicht zu folgen, sondern direkt auf Fakten von uns und den Käufer zu warten" , betonte er.
Musk zeigte in der Vergangenheit bereits einen rücksichtslosen Umgang mit Arbeitern, um seine Gewinninteressen durchzusetzen. Als Teslas Firmenchef beschwerte er sich im Jahr 2020 in der Coronakrise mehrfach über die Einschränkungen in Kalifornien zum Gesundheitsschutz und drohte mit einem Umzug der Produktion. Er öffnete die Fabrik Mitte Mai 2020 entgegen der Anordnung in Kalifornien wieder, um den Hochlauf der Produktion vorzubereiten.



