Übernahme: Infineon kauft Mosfet-Hersteller für 3 Milliarden US-Dollar

3 Milliarden US-Dollar aus eigenen Barreserven und Krediten bezahlt Infineon für die kalifornische Firma International Rectifier Corporation(öffnet im neuen Fenster) (IRC). Dies gaben die beiden Unternehmen am Abend des 20. August 2014 bekannt. Zuvor hatte schon die US-Nachrichtenagentur Bloomberg über eine milliardenschwere Übernahme berichtet, der Name des amerikanischen Unternehmens war bis zu zuletzt unbekannt. Der Aufsichtsrat von IRC hat dem Verkauf bereits zugestimmt.
IRC ist seit den 1950er Jahren eine feste Größe im Halbleitergeschäft und stellte anfangs vor allem Gleichrichter (engl.: Rectifier) und Leistungstransistoren in Mosfet-Bauweise(öffnet im neuen Fenster) her. Solche Bausteine sind auch heute noch unverzichtbar, um beispielsweise Verstärker aller Art in einer Schaltung platzsparend zu realisieren. Ebenso ist IRC inzwischen ein Experte im Mixed-Signal-Processing, also der Integration von Digital- und Analogtechnik in einer Schaltung.
Vor allem bei der Energieverwaltung von mobilen Geräten kommen solche Methoden zum Einsatz, beispielsweise hat jedes Smartphone eine Lade- und Versorgungselektronik, welche die unterschiedlichen Spannungen und Stromstärken für den Betrieb und das Laden eines Akkus bereitstellt.
Einige der neuesten Entwicklungen von IRC sind Leistungstransistoren aus Galliumnitrid(öffnet im neuen Fenster) , auf diesem Gebiet gilt das Unternehmen als führend. Infineon will sich mit der Übernahme aber nicht nur Zugriff auf diese Technik, sondern auch den Kundenstamm und die Halbleiterfabriken von IRC sichern. Die Firma unterhält mehrere Standorte in den US, Großbritannien und Mexiko. Auch zwei Chipfabriken von Infineon in Villach und Dresden sollen künftig einen Teil der IRC-Produkte fertigen können.