Übernahme geplant: Intel greift nach Sambanova

Die Gespräche zwischen Intel und dem in Palo Alto ansässigen KI-Spezialisten Sambanova(öffnet im neuen Fenster) haben ein fortgeschrittenes Stadium erreicht, berichtet Bloomberg.(öffnet im neuen Fenster)
Der Kaufpreis soll inklusive übernommener Schulden rund 1,6 Milliarden Dollar betragen. Informierte Kreise rechnen dem Bericht zufolge mit einem Abschluss bereits im kommenden Monat.
Sambanova entwickelt spezialisierte Chips für künstliche Intelligenz und positioniert sich als Alternative zu Nvidia. Das Unternehmen wurde 2017 von mehreren Stanford-Professoren gegründet, darunter ein Träger des MacArthur Genius Award(öffnet im neuen Fenster) . Zu den Kunden zählen Unternehmen, die nach Alternativen zu den Nvidia-Prozessoren suchen.
Bewertungssturz von 5 auf 1,6 Milliarden
Die verhandelte Summe liegt dramatisch unter früheren Bewertungen. 2021 wurde Sambanova noch mit 5 Milliarden US-Dollar bewertet, als Softbanks Vision Fund 2 eine Finanzierungsrunde über 676 Millionen US-Dollar anführte. Der aktuelle Preis entspricht einem Bewertungsrückgang um mehr als zwei Drittel.
Eine pikante Konstellation: Intel-Chef Lip-Bu Tan ist gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender von Sambanova. Seine Risikokapitalfirma Walden International gehörte zu den Gründungsinvestoren und stellte 2018 eine Finanzierung von 56 Millionen US-Dollar bereit.
Intel sucht Anschluss im KI-Geschäft
Für Intel käme die Übernahme zum richtigen Zeitpunkt. Der Konzern versucht, im boomenden KI-Chipmarkt verlorenes Terrain zurückzugewinnen. Nvidia dominiert diesen Bereich mit einem Marktanteil von über 80 Prozent bei KI-Prozessoren. Intel hingegen hat den Trend verpasst und arbeitet an einem Comeback.
Die Intel-Aktie legte seit August 2025 deutlich zu, nachdem die US-Regierung eine 10-prozentige Beteiligung an dem Chiphersteller ankündigte. Seither stiegen die Papiere um rund 60 Prozent. Am Freitag gaben sie in New York allerdings 4,3 Prozent auf 37,81 US-Dollar nach. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell 180 Milliarden US-Dollar.